14. Juli 2019 / 20:47 Uhr

Holstein Kiel: Trainer André Schubert ist zufrieden mit dem Trainingslager

Holstein Kiel: Trainer André Schubert ist zufrieden mit dem Trainingslager

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Spaß muss sein: Während Fitnesscoach Timm Sörensen die Muskulatur von Jonas Meffert dehnt, winkt Trainer André Schubert in die Kamera.
Spaß muss sein: Während Fitnesscoach Timm Sörensen die Muskulatur von Jonas Meffert dehnt, winkt Trainer André Schubert in die Kamera. © Uwe Paesler
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Mit dem Geist vom Burgenland geht es für KSV-Coach André Schubert und sein Team zurück nach Kiel. In der abgelaufenen Woche konnte Holstein Kiels neuer Trainer viele Erkenntnisse über die Mannschaft und das Spielsystem sammeln. Doch ihm ist klar: Der Prozess braucht noch "Monate".

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Aus und vorbei. Sonntagmorgen, der Motor surrt, die Spieler packen – geschafft und müde – ihre Sachen in den Laderaum. Und dann fährt er los, der Bus, der den Tross von Fußball-Zweitligist Holstein Kiel zum Airport bringt. Bad Tatzmannsdorf – Wien – Hamburg – Kiel. Die finalen Etappen einer Reise, die die Mannschaft in sieben Tagen im Burgenland zueinander gebracht, ihnen die Abläufe für die kommende Spielzeit eingeschärft hat. Trainer André Schubert ist zufrieden. Wissend, dass aber noch viel Arbeit ansteht.

Ausbaufähige Testspielergebnisse gegen Achmat Grosny und SV Mattersburg

„Wir haben sehr intensiv belastet die Woche über, haben auch viel im taktischen Bereich arbeiten können“, sagt er im Rückblick auf die vergangenen Tage. „Es ist aber ein Prozess, es wird noch dauern. Nicht nur ein paar Wochen, sondern Monate, bis wir unsere Spielidee komplett verinnerlicht haben und wir sie wie selbstverständlich umsetzen können.“ Es ist also auf den Weg gebracht. Nicht mehr, nicht weniger. Die Mannschaft, das war zu sehen, hat gut mitgezogen. Gelungen ist ihr freilich nicht alles. 0:1 im Test gegen den russischen Erstligisten Achmat Grosny. Zum Abschluss dann ein 1:1 gegen die SV Mattersburg, österreichische Bundesliga. Die Ergebnisse sind weniger relevant. Entscheidend: die Art und Weise.

Trainingslager Holstein Kiel in Bad Tatzmannsdorf

Jae-Sung Lee (re.) massiert Hauke Wahl. Zur Galerie
Jae-Sung Lee (re.) massiert Hauke Wahl. © Uwe Paesler
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Gegen Achmat griff Schubert in die Kiste mit der Aufschrift: taktische Flexibilität. Dreierkette. Zum ersten Mal. „Der Vorteil an einer Dreier- oder Fünferkette ist, dass die Innenverteidiger aggressiver vordecken, gegnerische Stürmer besser verfolgen können“, sagt Schubert. Der aber auch feststellt: „Das können wir noch besser machen als gegen Grosny. Wir haben da den Gegner zwischen den Ketten nicht gut gestellt, waren zu passiv. Aber das wird sich entwickeln.“ Die Rolle des „Vordeckers“ übernahm zumeist Hauke Wahl, der im Trainingslager ansonsten – egal ob in den Einheiten oder im Test gegen Mattersburg – durchgehend auf der Sechs agierte. Wortstark, mit dem Auge für die Positionierung seiner Nebenmänner. Ein Organisator – und ein möglicher Kapitän? Schubert will sich noch nicht festlegen, sagt lediglich: „Mannschaftsrat und Kapitänsamt werden zum ersten Spiel geklärt sein.“

Das ist freilich nur eines von mehreren Themen, die es anzugehen gilt. Nicht minder wichtig: Wie kann die Mannschaft hinten gut stehen, vorne aber trotzdem schlagkräftig sein? Das Verhältnis stimmte in den Testspielen noch nicht ganz. „Wir wollen eine gute Defensivordnung haben, aber vor allem eine agierende und nicht reagierende Mannschaft sein“, erklärt Schubert seinen Ansatz. Wissend, dass die Torgefahr noch ein wenig abfällt. „Die Torquote entwickelt sich vor allem durch Training und Wettkampfpraxis“, sagt Schubert, „daher werden wir gerade mit unseren jungen Spielern auch entsprechende Geduld haben.“

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Die Erfahrung fehlt der enorm jungen Truppe natürlich noch. Nicht nur vor dem Tor, auch in anderen Bereichen. Das war unter anderem zu sehen, wenn der Gegner in den Tests aggressiv zu Werke ging. Schubert hofft hier auf den Lerneffekt: „Es tut unserer jungen Mannschaft gut, auch mal im Zweikampf bestehen zu müssen, auch mal zu merken, dass der Gegner körperorientierter spielt. Das ist völlig okay und hilft uns nur.“ Überhaupt, der Gegner: In Schuberts Überlegungen spielt nicht nur die eigene Performance, sondern auch der Kontrahent eine Rolle. Vermutlich ist es der größte Unterschied zu seinem Vorgänger Tim Walter. Bedingungslos das eigene Spiel durchziehen? Das war gestern. „Stellt sich ein Gegner auf uns ein, müssen wir ihm neue Aufgaben stellen, das Gleiche gilt umgekehrt“, sagt Schubert.

Etwa beim Thema Grundordnung. 4-3-3 oder 3-5-2 wie im Grosny-Test? Auch eine Frage des Gegenübers. „Die Grundformation wird teilweise vom Gegner beeinflusst, wie baut er auf, wie können wir ihn am besten pressen, welche Räume bietet er an", sagt Schubert. „Aber vor allem müssen wir natürlich unsere Stärken einbringen können.“ An denen haben die Störche systematisch gefeilt in Bad Tatzmannsdorf. Der Prozess ist angeschoben. Und die Arbeit geht jetzt weiter. Heute und morgen hat die Mannschaft frei, dann geht es auf die letzten Meter der Vorbereitung – mit dem entstandenen Geist vom Burgenland.

(mit Andrè Haase)

Diese Spieler haben Holstein Kiel in der Vergangenheit geprägt:

28 Spiele, 4 Tore und 5 Torvorlagen - diese Bilanz im Holstein-Trikot vorweisen kann der Österreicher Mathias Honsak, der für die Saison 2018/19 von Red Bull Salzburg nach Kiel verliehen wurde. Zur Galerie
28 Spiele, 4 Tore und 5 Torvorlagen - diese Bilanz im Holstein-Trikot vorweisen kann der Österreicher Mathias Honsak, der für die Saison 2018/19 von Red Bull Salzburg nach Kiel verliehen wurde. ©

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