09. Januar 2019 / 06:36 Uhr

Holstein Kiel: Triumph des Fußballtennisgottes

Holstein Kiel: Triumph des Fußballtennisgottes

Niklas Schomburg
Julius Alt und Patrick Herrmann (re.) feiern ihren Sieg mit einer Wasserdusche.
Julius Alt und Patrick Herrmann (re.) feiern ihren Sieg mit einer Wasserdusche. © Paesler
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Patrick Herrmann und Julius Alt gewinnen launigen Wettbewerb vor freiem Kieler Trainingslager-Nachmittag

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Nach dem Test gegen KV Mechelen (2:0) am Montag stand für die Zweitliga-Kicker von Holstein Kiel gestern eine lockere Einheit auf dem Programm – nur für Stefan Thesker nicht. Der Innenverteidiger war beim Fußballtennis in der spanischen Vormittagssonne der mit Abstand laufstärkste Storch. Schuld war ein Teamkamerad.„Ich hatte mir das auch anders vorgestellt, mit einem normalen Partner teilt man sich ja auch die Arbeit. Aber ich habe schon im ersten Spiel gemerkt, dass ich das Zepter in die Hand nehmen muss“, erklärte Thesker nach der Einheit grinsend über Mitspieler Kenneth Kronholm. Der Keeper war bei der insgesamt sehr launigen Einheit eher netzgebunden und lautstark denn laufstark unterwegs („Stark, Thesi – du bist jetzt bei Kilometer sieben!“), sackte gemeinsam mit seinem Partner aber sechs Siege ein und klagte anschließend im gespielten Jammerton über Nackenschmerzen durch zu viele Kopfbälle.

Auf fünf nebeneinander aufgebauten Plätzen ging es für jedes Doppel in neun Partien um die Wurst. Mit technischer Raffinesse wie etwa bei Mathias Honsak, der mit Ablauf der Spielzeit per Seitfallzieher punktete, und Kampf, einmal mehr verkörpert durch Dominik Schmidt, der sich nach vergeblicher Rettungsgrätsche als menschlicher „Störball“ im benachbarten Feld wiederfand.

In der Endabrechnung war gegen den Fußball(tennis)gott Patrick Herrmann und den mit gefährlichem Aufschlag ausgestatteten U23-Youngster Julius Alt kein Kraut gewachsen. „Sie haben kein Spiel verloren, waren die Besten und haben verdient gewonnen – auch wenn es gegen uns eng war“, sagte Thesker. Die Sieger feierten ihren Triumph ausgiebig mit einer Wasserdusche.

Fußball-Tennis

Nicht zum Feiern zu Mute war – kurzzeitig – Janni Serra. „Ich war heute wohl der schlechteste Spieler auf dem Platz“, haderte der Stürmer, der mit Arne Sicker ein Team bildete, am Mittag, lachte dabei aber schon wieder. Und der 20-Jährige hat allen Grund dazu: Nach leichten Anlaufschwierigkeiten hat er sich zum Kieler Topscorer entwickelt, mit acht Toren und vier Vorlagen in hohem Maße zur starken Hinserie beigetragen, seinen Marktwert auf zwei Millionen Euro gesteigert. „Klar freut einen das, weil es zeigt, dass man besser geworden ist und das für Außenstehende sichtbar ist“, sagte Serra. „Aber grundsätzlich spielt es keine Rolle. Wichtig ist: Ich bin mittlerweile in der Zweiten Liga angekommen. Konstant auf diesem Niveau zu spielen, ist mit 20 auch nicht selbstverständlich. Es läuft richtig gut.“

Der Druck, den ein torloser Stürmer sich automatisch macht, ist weg. „Es lässt sich alles leichter spielen. Man hört das ja auch, dass die Leute nach sechs Spielen sagen: ,Warum trifft der nicht?’ – man muss einfach versuchen, das auszublenden und sein Ding weiter durchzuziehen“, erklärte Serra, der nach dem leihweisen Abgang von Benjamin Girth der einzige zentrale Stürmer im KSV-Kader ist. „Ich finde es schon schade, dass Benni weg ist“, meinte Serra. Er hat mir immer Mut zugesprochen, mir immer geholfen und Tipps gegeben, er hat ja auch mehr Erfahrung als ich. Ich wünsche ihm alles Gute in Osnabrück.“ Dass dadurch womöglich noch mehr Last auf seinen jungen Schultern lastet, empfindet der Uhttp://knngweb-1.kieler-nachrichten.lokal:8080/newsgate/images/SmallCode.png21-Nationalspieler nicht: „Ich verspüre eigentlich gar keinen Druck.“

Video-Interview mit Torjäger Janni Serra

Sprach’s und machte sich auf den Weg zum Mittagessen, ehe er mit dem Mannschaftsbus nach Valencia aufbrach, wo ein Großteil der Störche den freien Nachmittag verbrachte – ganz gemütlich. „Wir werden nicht viel Sightseeing machen und zu Fuß gehen, dafür waren die letzten Tage auch zu anstrengend“, so Stefan Thesker und kündigte vor der Abfahrt an, sich auf den Orientierungssinn seines Zimmerkameraden Johannes van den Bergh zu verlassen. „Wir werden eher kulinarisch unterwegs sein, ein nettes Café suchen. Jojo hat ja schon in Spanien gespielt, kennt sich aus und weiß, was gut schmeckt. Darauf werden wir zurückgreifen.“

Am Abend konnten sich die Zimmergenossen schon mal Gedanken über die kommenden Tage machen – denn die nächste Challenge kommt bestimmt: „Ich bin gespannt, was da kommt, das gesamte Trainerteam ist da immer sehr kreativ“, sagte Thesker. „Wir hatten ja schon alles: gegeneinander singen und tanzen, Fußballtennis, ...“ Einen speziellen Wunsch hat der 27-Jährige nicht, Gesang muss es aber nicht sein. „Ich habe bisher auf dem Platz immer ordentlich gepunktet, neben dem Platz nicht so sehr“, erklärte er – und schob gleich noch einen Gruß an den kürzlich zugeteilten Kollegen hinterher: „Es kommt ja auch immer auf das Losglück an.“

Bildermix aus dem Trainingslager

Franck Evina dreht einsam seine Runden auf dem Trainingsplatz. Zur Galerie
Franck Evina dreht einsam seine Runden auf dem Trainingsplatz. ©
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Weitere Infos zu Holstein Kiel

Der Saisonverlauf von Holstein Kiel in der Zweitliga-Spielzeit 2018/19.

1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). ©

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