11. März 2019 / 10:37 Uhr

Holstein Kiel: "Wenn wir so agieren, müssen wir gar nicht daran denken", Tim Walter über Aufstieg

Holstein Kiel: "Wenn wir so agieren, müssen wir gar nicht daran denken", Tim Walter über Aufstieg

Marco Nehmer
Leere in den Blicken der Holstein-Profis um Kapitän Dominik Schmidt (Mitte). Die Bundesliga ist nach der zweiten Pleite in Folge kein Thema mehr.
Leere in den Blicken der Holstein-Profis um Kapitän Dominik Schmidt (Mitte). Die Bundesliga ist nach der zweiten Pleite in Folge kein Thema mehr. © imago images / Jan Huebner
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Zweite Liga: Holstein Kiel verliert durch das 2:3 in Darmstadt den Anschluss im Kampf um die Aufstiegsplätze - Wiedersehen mit dem "Fußballgott" verläuft unglücklich

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Dass es ungemütlich werden würde, hatte sich abgezeichnet. Orkanwarnung für die Region Darmstadt. Spätestens zur zweiten Halbzeit des Fußball-Zweitligaspiels am Sonnabend zwischen dem SV Darmstadt 98 und Holstein Kiel sollte es am Böllenfalltor so richtig pusten. Doch für die KSV wurde es über die gesamten 90 Minuten ungemütlich. Endstand: 2:3. Die Störche haben die Spitzenränge aus den Augen verloren. Und dafür waren sie, das betonte Trainer Tim Walter, vor allem selbst verantwortlich.

Aufstieg? Gar nicht dran zu denken

„Wenn wir so agieren, müssen wir gar nicht daran denken, wir könnten woanders stehen“, sagte Walter nach dem enttäuschenden Gastspiel in Hessen. Was ihn vor allem maßlos ärgerte: das nachlässige Verhalten bei Standards. Holstein, sonst eigentlich sattelfest bei ruhenden Bällen des Gegners, kassierte gegen die Lilien auf diese Weise gleich zwei Gegentreffer. „Unsere Gegentore entstehen derzeit nur aus Fehlern“, monierte Walter. „Und das hat nur mit Konsequenz, Bereitschaft, Konzentration zu tun.“

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Beispiel eins: 19. Minute. Holstein Kiel, nach anfänglicher Darmstädter Drangphase nun etwas besser im Spiel, hat einen Eckball – und schenkt den Lilien einen völlig unnötigen Konter. Ursächlich: ein Fehler von Jae-Sung Lee. Der Südkoreaner verliert zentral in der gegnerischen Hälfte den Ball, die Gastgeber schalten um, suchen sofort den Weg nach vorn. Rechts kommt Serdar Dursun an den Ball, narrt Dominik Schmidt und schließt ab. Zu ungefährlich, zu zentral – doch Schlussmann Kenneth Kronholm wehrt den Ball mit den Händen nach vorne ab. Direkt auf den Fuß von Marvin Mehlem – 0:1.

Wiedersehen mit Beigeschmack

Beispiel zwei: 42. Minute. Holstein kommt immer besser rein, hat Chancen, macht durch Mathias Honsak, der für Masaya Okugawa (Adduktorenprobleme) spielt, den Ausgleich. Der Österreicher narrt im gegnerischen Strafraum gleich vier Darmstädter und vollendet mit rechts an Daniel Heuer Fernandes vorbei (33.). Vorausgegangen: ein grober Fehlpass von Ex-Storch und „Fußballgott" Patrick Herrmann („Den muss ich mir ankreiden lassen.“) auf Atakan Karazor, der Honsak tief schickt.

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Doch noch vor der Pause bestrafen die Lilien die Passivität der Störche erneut. Jannik Dehm lässt sich vorn Dursun vernaschen, verursacht eine Ecke. Tobias Kempe auf, genau, Dursun – 1:2. Janni Serra ist zu schläfrig in der Raumdeckung.

Beispiel drei: 62. Minute. Nach dem Wiederbeginn ist die KSV wacher, schneller in den Aktionen – und doch nach gut einer Stunde 1:3 hinten. Jonas Meffert zieht im Mittelfeld ein taktisches Foul – um 90 Sekunden später Herrmann auf der rechten Darmstädter Seite zu fällen. Gelb-Rot, die Störche nur noch zu zehnt. Und den fälligen Freistoß schickt Kempe auf den Kopf von Marcel Franke, der sich gegen Serra und Karazor durchsetzt (62.).

Holstein auch mit Glück nicht tapfer genug

„Wir haben in vielen Situationen die 50:50-Duelle verloren, waren in den Standards nicht wach. Das hat heute gar nicht funktioniert“, sagte Dominik Schmidt nachher. Und: „Wir wurden erst zu zehnt mutig.“ In der Tat lief die Kugel danach deutlich besser, die KSV erzeugte Druck, erzwang den schnellen Anschlusstreffer. Der schwache Lee flankte, erwischte Herrmann aus Sicht von Schiri Kempkes am Arm – Handelfmeter. „Jeder im Stadion hat gesehen, dass ich den Ball mit der Brust ins Aus kläre“, sagte Herrmann.

Trotzdem ließ sich Alexander Mühling nicht bitten. Torwart verladen, nur noch 2:3 (65.). Doch etwas fehlte, um das Ruder noch herumzureißen. Die von Walter angemahnte „Konsequenz, Bereitschaft, Konzentration“. Das mit der Bereitschaft wurde zwar etwas besser, die KSV ließ außer dem Gegentor in der zweiten Hälfte so gut wie gar nichts mehr zu. Aber Konsequenz vor dem gegnerischen Tor? Weit gefehlt. Serra und Honsak ließen fast schon absurd gute Tormöglichkeiten liegen gegen einen Gegner, der die Kieler kombinieren ließ, aber dort, wo es wehtut – im Strafraumzentrum – stoisch verdichtete.

Holstein zu ineffiient

„Wir mussten nicht jedem Ball nachjagen. Wir haben versucht, defensiv kompakt zu stehen, nicht wild umherzulaufen“, sagte Herrmann zum Matchplan von Neu-Trainer Dimitrios Gammozis. Simpel und Effektiv. So, wie es Holstein derzeit nicht gelingt. Aufwendig und ineffizient ist der KSV-Fußball dieser Tage. Die zweite Niederlage in Folge – ein Novum für Holstein in dieser Saison – tut weh. Aber, da hält Walter es mit Oliver Kahn: „Es geht weiter, es geht immer weiter.“ Und zwar am Freitag zu Hause gegen Aue (18.30 Uhr).

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Kenneth Kronholm ist die aktuelle Nr. 1 im Tor von Holstein Kiel. Der 33-jährige Deutsch-Amerikaner prägt das Torwartspiel bei den Störchen schon seit 2014. Seine Leistungen sprechen für sich. Zur Galerie
Kenneth Kronholm ist die aktuelle Nr. 1 im Tor von Holstein Kiel. Der 33-jährige Deutsch-Amerikaner prägt das Torwartspiel bei den Störchen schon seit 2014. Seine Leistungen sprechen für sich. ©
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