15. Mai 2019 / 08:50 Uhr

Holstein Kiel: Wer wird der neue Tim Walter?

Holstein Kiel: Wer wird der neue Tim Walter?

Marco Nehmer
Kieler Nachrichten
Wer beerbt KSV-Coach Tim Walter?
Wer beerbt KSV-Coach Tim Walter? © Paesler/Haase
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Transfer des Störche-Trainers kurz vor Verkündung – Suche nach geeignetem Nachfolger läuft bereits

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Jetzt kann alles ganz schnell gehen. Nach Informationen unserer Zeitung steht der Transfer von Tim Walter zum VfB Stuttgart bevor. Der Fußball-Zweitligist Holstein Kiel ist sich mit den Schwaben bei der Ablösesumme für den noch bis Juni 2020 an der Förde gebundenen KSV-Chefcoach offenbar weitgehend einig – sie soll sich wie berichtet bei etwa einer Million Euro einpendeln. Die Verkündung des Trainerwechsels dürfte demnach noch in dieser Woche erfolgen.

Damit würden die Verhandlungen dann doch schneller als erwartet enden, noch vor dem letzten Saisonspiel der Störche in Bielefeld (So., 15.30 Uhr) und den Relegationsspielen am 23. und 27. Mai, in denen die Stuttgarter um den Verbleib in der Bundesliga entweder gegen Union Berlin oder den SC Paderborn kämpfen. Für die Störche bietet der Durchbruch bei den Verhandlungen die Chance, sich jetzt voll und ganz der Suche nach einem neuen Trainer zu widmen.

Welches Profil soll der Neue haben? „Der richtige Mann lässt sich nicht über eine Rasterfahndung einfangen“, sagt KSV-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Trotzdem gebe es Anhaltspunkte. „Jeder Kandidat muss gewillt sein, die sportliche Entwicklung des Vereins auf dem eingeschlagenen Weg voranzutreiben“, sagt Wohlgemuth. Heißt: Holstein soll weiter offensiv agieren, der Trainer auf junge Spieler bauen. Also, wer kommt in Frage?

Goldgrube Nachwuchs

Markus Anfang kam aus der Nachwuchsarbeit und hatte Erfolg, Tim Walter ebenso – warum also nicht ein drittes Mal? Wohlgemuth war zuvor Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Wolfsburg, ist auf diesem Gebiet also bestens vernetzt. Ein realistischer Kandidat: Thomas Reis. Der frühere Bundesliga-Profi ist seit 2016 Trainer der U19 des VfL Wolfsburg und hat in dieser Saison die Nord/Nordost-Staffel der A-Jugend-Bundesliga mit seinem Team nach Belieben dominiert. Der Haken: Der 45-Jährige unterschrieb erst Ende März einen neuen Vertrag bis 2022. Interessant sind auch zwei ebenfalls erfolgreiche U19-Trainer, deren Verträge in diesem Sommer auslaufen: Marcel Rapp von der TSG 1899 Hoffenheim und Marco Grote von Werder Bremen.

Der mit den Hufen scharrt

Christian Titz. Im Oktober 2018 beim Hamburger SV entlassen – und das als Tabellenführer. Titz setzt auf spielerische Lösungen auf dem Platz und greift ähnlich wie Walter taktisch bisweilen zu unorthodoxen Mitteln. Bei ihm agierte HSV-Keeper Julian Pollersbeck im Spielaufbau als verkappter Innenverteidiger. Holsteins Torhüter sollten sich mit derlei Manövern bestens auskennen. Titz setzt auf junge, frische Spieler, arbeitete beim HSV zuvor im Nachwuchs. Titz befindet sich derzeit mit mehreren Vereinen in Gesprächen und kann sich offenbar auch die KSV vorstellen. Ob sich Holstein auch Titz vorstellen kann?

Die regionale Lösung

Hannes Drews. Ein Trainer mit Lokalkolorit. War von 2011 bis 2017 im Nachwuchs der Kieler Störche tätig, ging dann als Nachfolger von Domenico Tedesco zu Erzgebirge Aue und hielt sich mit den Sachsen über die Relegation in der Zweiten Liga. Beendete sein Engagement aus persönlichen Gründen. Der 37 Jahre alte gebürtige Neumünsteraner ist seitdem ohne Job und wäre sofort verfügbar.

Der Innovative von unten

Lukas Kwasniok. Er wäre eine interessante Lösung, sollte sich Wohlgemuth auch in der Dritten Liga umschauen. Kwasniok ist aktuell Trainer von Carl Zeiss Jena, coachte vorher – wie Tim Walter – die U17 und U19 des Karlsruher SC. Der 37-Jährige, der seinen Fußballlehrer mit 1,0 bestand, lässt innovativ und dominant spielen – das erninnert in Teilen an den Kieler Fußball der Saison 2018/19. Hat Jena zuletzt mit einem Lauf von fünf Siegen in sechs Spielen aus den Abstiegsrängen geführt.

Alte Liebe, neu aufgewärmt

Markus Anfang. Die romantische Lösung. Der Erfolgstrainer der Jahre 2016 bis 2018, Aufstiegscoach, Fast-Bundesliga-Held – Markus Anfang ist an der Förde noch immer präsent. Den 44-Jährigen zog es nach der verlorenen Relegation in seine Heimat zum 1. FC Köln – wo er als Tabellenführer nach dem 32. Spieltag entlassen wurde. Zweifel sind erlaubt, ob er bei der KSV sofort wieder funktionieren würde. Denn: Er würde bei Holstein auf eine Mannschaft treffen, die nur noch wenig mit der von damals gemein hat.

Der Naheliegende

André Breitenreiter. Er wäre aus dem Kreise der „üblichen Verdächtigen“ noch der naheliegendste, schließlich kennt Breitenreiter Stadt und Umfeld aus seiner Profizeit, von der er vier Jahre (2003 bis 2007) in Kiel verbrachte. Bei Hannover 96 im Januar entlassen. Hat sicherlich Sachverstand, lässt seine Teams flexibel spielen. Dass sich die KSV mit ihm beschäftigt, ist aber eher unwahrscheinlich. Gleiches dürfte für Alexander Nouri gelten, früher bei Holstein und zuletzt als Trainer in Ingolstadt gescheitert.

Wer auch immer der Neue an der Seitenlinie bei den Störchen wird – er wird die offensive DNA der KSV bewahren, das Begonnene fortsetzen. Und soll so schnell wie möglich die Arbeit aufnehmen, schließlich ist ein Umbruch mitzugestalten. „Wir stochern hier nicht im Dunkeln, sondern stehen bereits mitten im Prozess“, verrät Wohlgemuth zur Trainerfrage.

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