03. März 2020 / 09:47 Uhr

Holstein Kiels A-Junioren waren von allen guten Geistern verlassen

Holstein Kiels A-Junioren waren von allen guten Geistern verlassen

Jürgen Schinke
Kieler Nachrichten
Auch für Holstein Kiels Stürmer Maximilian Zoch (Mitte) gab es kein Durchkommen.
Auch für Holstein Kiels Stürmer Maximilian Zoch (Mitte) gab es kein Durchkommen. © Uwe Paesler
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Dieser Auftritt wirft Fragen auf. Holstein Kiels U19-Talente waren beim Hamburger SV von allen guten Geistern verlassen, am 19. Spieltag der A-Junioren-Bundesliga blamierten sich die Jungstörche bis auf die Knochen und gerieten im Nordderby mit 1:9 (0:5) unter die Räder. Nach der zwölften Saisonpleite wird die Luft für Holstein wieder dünner, das Polster auf die Abstiegsplätze schmolz auf drei Zähler zusammen.

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„Gefühlt war jeder Schuss ein Treffer. Von uns allen war das viel zu wenig, wir müssen uns alle sehr kritisch hinterfragen“, sagte der geschockte U19-Coach Dominik Glawogger.

Das Unheil nahm früh seinen Lauf. Ungarns U19-Nationalspieler Peter Beke verwertete einen Abpraller nach sechs Minuten zum 1:0 für den HSV. Nur kurz danach brachen die Rothosen erneut am Flügel durch, legten die Kugel zurück in den Rückraum, und Jonah Fabisch erzielte prompt den zweiten Treffer (8.). Bitter: Holstein bekam praktisch keinen Zugriff auf die flinken Hanseaten, die zögerliche KSV-Defensive kam oft mindestens einen Schritt zu spät.

Nach einem Kieler Ballverlust im Zentrum fackelten die Rothosen abermals nicht lange. Mit zwei schnellen Pässen überbrückte der HSV geschickt den Raum, Torjäger Beke ließ sich nicht lange bitten (19.). Der nächste Konter führte zum 4:0 (23.), einen Schuss aus mittlerer Distanz fälschte Jonas Sterner ins eigene Tor ab. Konsternierte Jungstörche sehnten den Pausenpfiff herbei, doch Flügelstürmer Robin Velasco erhöhte vorher auf 5:0 (37.).

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Umstellungen in der Viererkette brachten nur temporär eine trügerische Stabilität in den Defensivverbund der KSV. Leon Gino Schmidt markierte zwar per Foulelfmeter den Ehrentreffer (48.), aber schon bald setzte sich das muntere Scheibenschießen fort. Der kaum zu stoppende Peter Beke schnürte in Minute 67 den Dreierpack, die restlichen Buden für furios auftrumpfende Hansestädter steuerten abermals Velasco (58.) sowie Valentin Zalli (74.) und Saibo Ibraimo (87.) bei.

Kein erkennbarer Widerstand, kein Aufbäumen. Was war los? Fühlen sich die Jungstörche bereits zu sehr in der Komfortzone und haben den angestrebten Klassenerhalt in den Köpfen längst abgehakt? Der Coach kündigte eine knallharte Analyse an, in der anstehenden Trainingswoche sollen wichtige Defizite aufgearbeitet werden. Schnellstens müssen wieder bessere Leistungen her, sonst gerät der Ligaverbleib de facto in Gefahr. Vor allem Energie Cottbus sammelte zuletzt überzeugende Argumente, die Lausitzer rückten der KSV bei inzwischen lediglich noch drei Zählern Rückstand bereits dicht auf die Pelle.

HSV: Hegerfeldt – Damaschke, Ibraimo, Zumberi, Hein (81. Filimonov) – Ghubasaryan (62. Mirchev), Fabisch (70. Adou) – Kilo – Zalli, Beke (67. Ejesieme), Velasco.

KSV: Oberbeck – Sterner, Cissé (46. Reimers), Mihaljevic (46. Knuth), Kinitz – Saul – B. Wolff, Safronow – Wolf (67. Lipkow) – Jungehülsing (46. Schmidt), Zoch.

Schiedsrichter: Windeln (Heinsberg) – Tore: 1:0, 3:0, 7:1 Beke (6., 19., 67.), 2:0 Fabisch (8.), 4:0 Sterner (23., Eigentor), 5:0, 6:1 Velasco (37., 58.), 5:1 Schmidt (48., FE), 8:1 Zalli (74.), 9:1 Ibraimo (87.) – Zuschauer: 110.

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