03. Mai 2021 / 19:20 Uhr

Holstein Kiels Party-Plan: Zum 33. Platz drei?

Holstein Kiels Party-Plan: Zum 33. Platz drei?

Andreas Geidel
Empfängt mit seinem Team am Dienstag den SV Sandhausen: KSV Flügelflitzer Fabian Reese.
Empfängt mit seinem Team am Dienstag den SV Sandhausen: KSV Flügelflitzer Fabian Reese. © Claus Bergmann
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Hat Fußball-Zweitligist Holstein Kiel die 0:5-Packung aus dem Pokal-Halbfinale bei Borussia Dortmund aus den Klamotten geschüttelt? Die erste Antwort gibt’s am Dienstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen den SV Sandhausen. Es lockt der Sprung auf Relegationsplatz drei.

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Jeder Fußball-Interessierte weiß mittlerweile, welche Rucksäcke die Störche im Aufstiegsrennen mit sich führen: zwei 14-tägige Mannschafts-Quarantänen binnen sechs Wochen ohne Training und Wettkampf; aus der Zwangspause resultierend ein Mammut-Programm mit noch sechs Partien bis zum Saisonfinale am 23. Mai – die möglichen Relegationsspiele gegen den Tabellen-16. der Ersten Liga nicht einmal eingerechnet. Eine Extrembelastung für Kopf und Beine.Immerhin, fünf der sechs Endspiele finden im Holsteinstadion ohne zusätzlichen Reisestress statt. Als zusätzliche Hypothek lauert aber die Gelbe Gefahr: Mit Johannes van den Bergh, dem wieder zur Verfügung stehenden Alexander Mühling, Jonas Meffert, Jannik Dehm, Niklas Hauptmann und Hauke Wahl sind sechs aktuelle potenzielle Stammkräfte mit vier Gelben Karten vorbelastet. Es drohen Sperren.

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Ole Werner und sein Staff wissen um diese Problematik. Sie genieße zwar mit Blick auf die Aufstellung nicht oberste Priorität, spiele aber bei der Zusammenstellung der ersten Elf durchaus eine Rolle, wie der jüngste Cheftrainer im deutschen Profifußball bei der virtuellen Spieltags-PK am Montagnachmittag verriet.

Mit welcher Startelf soll Holstein Kiel gegen Sandhausen auflaufen?

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Doch wem hilft in dieser Situation ein Klagelied? Niemand! Und im Kreis der Störche mag dieses auch niemand anstimmen. Warum auch? Egal, was noch geschieht: Holstein Kiel hat nicht nur wegen des Jahrhundert-Triumphes gegen den FC Bayern am 13. Januar bundesweite Sympathien und sportliche Reputation gesammelt, mit dem Pokal-Halbfinale Vereinsgeschichte geschrieben, hat so viele Punkte (50) wie keine Zweitliga-Mannschaft zuvor im Klub zu diesem Zeitpunkt auf dem Konto. Hand aufs Herz: Wer hätte den Nordlichtern diese Erfolge zu Beginn des Spieljahres zugetraut? Sie können folglich nichts mehr verlieren, sie können nur Unermessliches gewinnen!

Linksverteidiger van den Bergh und Kapitän Wahl haben stellvertretend am Sonnabend in Dortmund ihr Ziel formuliert: Aufstieg! Werner wollte am Montag seinen beiden Führungskräften nicht widersprechen. Richtig so!

Die Fakten sind eindeutig. Mit der Optimalausbeute von sechs Siegen würde die KSV Holstein direkt und unabhängig von den Mitbewerbern aus Bochum (60 Zähler) und Fürth (57) ins Oberhaus fliegen. Mit vier Siegen wäre der KSV Holstein in der Endabrechnung zumindest Rang drei nicht mehr zu nehmen.

Eine Platzierung, die schon am Dienstag lockt. Es wäre ein Festtag ohne nachhaltig positive Konsequenz, aber auch einer ohne emotionale Einschränkungen: mit einem Dreier gegen Sandhausen am 33. Geburtstag von Ole Werner auf Rang drei ... Dass in diesem Fall ausgerechnet der Hamburger SV (52) überflügelt werden würde, weckt zusätzliche Phantasien.

Holstein-Sympathisant Jens aus Kronshagen hat sich bereits festgelegt. Der zuvor bekennende HSV-Fan hatte am Sonnabend anlässlich des Pokal-Matches in Dortmund seine Raute vom Mast geholt und passend zum Motto „Und heute sind wir alle Holstein“ die Störche-Fahne gehisst. Sie weht noch immer im Ostseewind ...

Holstein-Fahne im Vorgarten.

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