07. März 2019 / 11:19 Uhr

Holstein Women: Die Suche nach Unterstützung geht weiter

Holstein Women: Die Suche nach Unterstützung geht weiter

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Die Kieler Frauenfußballerinnen zeigten im Mai 2018 auf der Waldwiese ihre Solidarität mit den Holstein Women.
Die Kieler Frauenfußballerinnen zeigten im Mai 2018 auf der Waldwiese ihre Solidarität mit den Holstein Women. © Sonja Paar
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Frauenfußball - Regionalliga: Sponsorenakquise treibt Holsteins Fußball-Frauen um – TuS Felde Partner bei Talentsuche

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Im April des letzten Jahres sorgten die Holstein Women bundesweit für Schlagzeilen. Allerdings nicht auf, sondern neben dem Platz – mit einer Meldung, die deutschlandweit für Empörung und Protest sorgte. Die KSV Holstein, deren Männer im Frühjahr 2018 an die Tür zur Bundesliga klopften, hatte sich von seiner Frauen-Abteilung losgesagt. Aus finanziellen Gründen. Die Kosten in Höhe von kolportierten rund 100000 Euro jährlich sollten lieber in die Profis investiert werden.

"Wir hoffen sehr auf weitere Sponsoren"

Nachdem sogar Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sein Unverständnis geäußert hatte, nahm Holstein die Frauen wohl auch wegen des großen öffentlichen Drucks wieder auf. Allerdings unter der Bedingung, dass sich die Women eher kurz- als mittelfristig um eigene Sponsoren kümmern und so die Eigenfinanzierung sicherstellen. Knapp ein Jahr ist vergangen, Zeit für eine Zwischenbilanz. „Wir haben mit dem Unternehmen Graf seit letztem Sommer einen Hauptsponsor. Dazu neu Logistikwelt24 als Nebensponsor auf dem Ärmel und Autohaus Lass bereits seit einigen Jahren. Darüber sind wir sehr froh. Doch in diesem Bereich gibt es noch großen Nachholbedarf. Wir hoffen sehr auf weitere Sponsoren“, erklärt Holstein-Trainer Bernd Begunk, der zusammen mit Marian Thiessen und einer Orga-Crew auch abseits des Platzes gefordert ist.

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Auch die Spielerinnen bemühen sich selbst nach Kräften um Sponsoren. Vor dem Bundesliga-Heimspiel der KSV-Profis gegen Erzgebirge Aue (Freitag, 15. März), werden die Women im Holstein-Stadion zu sehen sein. Auf der Videowand. Mit einer eingespielten Botschaft wollen die Frauen für ihr eigenes Heimspiel gegen TuS Schwachhausen (Sonntag, 17. März) werben. „Wir sind dankbar, dass uns Holstein die Möglichkeit für eine Videobotschaft gibt“, hofft Bernd Begunk auf gute Resonanz.

Trainingsstätten bleiben ein Problem

Neben den Finanzen haben für die drei Frauenmannschaften vor allem adäquate Trainingsmöglichkeiten höchste Priorität. Während die Waldwiese als Austragungsort der Heimspiele den Ansprüchen genügt, entsprach die Qualität der Trainingsmöglichkeiten bei weitem nicht dem gewünschten Standard. „Wir brauchen schon Kunstrasen, um ganzjährig leistungsorientiert trainieren zu können“, so Begunk, dem im Nachwuchsleistungszentrum Projensdorf nur in seltenen Ausnahmefällen Zeiten für die Abwicklung eines vom Ausfall bedrohten Punktspiels zugestanden werden.

Überaus dankbar ist die Frauenabteilung deshalb für das Angebot des Post- und Telekom Sportvereins Kiel/Kronshagen. Ob ausgeliedert oder nicht erklärte sich der PTSK bereit, Zeiten für die Regionalliga-Truppe, die Zweite und die U17 der Holstein Women auf dem vereinseigenen Kunstrasenplatz zur Verfügung zu stellen. „Ein sehr angenehmes Miteinander ohne Druck. Die versuchen, wirklich alles möglich zu machen“, schwärmt Women-Coach Begunk, der sich allerdings große Sorgen um den Fortbestand des Frauenfußballs in Schleswig Holstein und seine Entwicklung macht.

Die Suche nach dem Profifußball in Schleswig-Holstein

Nach dem Abstieg des SV Henstedt Ulzburg gibt es keinen Bundesligaverein im nördlichsten Bundesland mehr. Andererseits wird die Regionalliga immer stärker, denn Vereinszusammenführungen wie Bergedorf mit Jesteburg und Havelse mit Limmer sorgen für veränderte Kräfteverhältnisse. „Es wird von Jahr zu Jahr schwerer, selbst in der Regionalliga zu bestehen. In Schleswig Holstein fehlt es an der Breite, um Talente zu finden, die leistungsorientiert spielen können und wollen“, trägt Begunk vor und fand inzwischen im TuS Felde einen Partner mit Perspektive. Felde hat mit 70 Mädchen die größte Fußball-Jugendabteilung im Kieler Einzugsgebiet und legt den Fokus auf die Nachwuchsarbeit.

„Wir werden ein Breitensportverein bleiben, der Fußball für alle anbieten wird. Aber wir wollen auch durch gute Nachwuchsarbeit Spielerinnen ausbilden, die im hochklassigen Frauen-Bereich bestehen. Langfristig wünschen wir uns eine U17-Bundesligamannschaft unter der Führung von Holstein“, legt TuS-Obmann Marc Schäfer seine Pläne dar. Nutznießer der gut ausgebildeten Jugend-Spielerinnen sollen am Ende die Women sein. Um die Mädchen aus der Region neugierig auf den Fußballsport zu machen, sollen gemeinsame Aktionen laufen.

Kämpfen um den Klassenerhalt

Dem Obmann schweben Benefizveranstaltungen, Sichtungslehrgänge, Sommerturniere vor. Ehe die ersten Talente soweit sind, müssen die Holstein Women um Ihr finanzielles Überleben in der Regionalliga kämpfen. Am Ball geht es für die KSV-Frauen am Sonntag (14 Uhr) beim TSV 03 Burg Gretesch weiter. Dort gelang den Kielerinnen seit Jahren kein Sieg. „In den letzten Spielen haben wir uns gegen Gretesch nicht mit Ruhm bekleckert. Die spielen sehr aggressiv“, glaubt Begunk, dass sich seine Mannschaft in den Testspielen gegen zwei B-Jugend Mannschaften die nötige Zweikampfhärte für die Regionalliga geholt hat.

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