26. Juli 2018 / 10:46 Uhr

Holstein Women haben das Zeug zum Titel

Holstein Women haben das Zeug zum Titel

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Zieht mit ihren erst 19 Jahren schon klug die Fäden im Holstein-Mittelfeld: Madita Thien (re.).
Zieht mit ihren erst 19 Jahren schon klug die Fäden im Holstein-Mittelfeld: Madita Thien (re.). © Uwe Paesler
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Ziel von Trainer Bernd Begunk: „Die Stärken stärken, die Schwächen schwächen“

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34 Punkte vor zwei Jahren, 39 Punkte im letzten Jahr: Steigern sich die Holstein Women erneut um fünf Punkte in der kommenden Saison, wäre der Titel drin, denn in diesem Jahr hätten 44 Punkte zur Meisterschaft gereicht. Doch die Regionalliga Nord ist durch die beiden Zweitliga-Absteiger TV Jahn Delmenhorst und SV Henstedt-Ulzburg deutlich stärker geworden.

Und von einem Titelgewinn will Trainer Bernd Begunk ohnehin nichts wissen. Der Coach bleibt im vagen, wenn er als Saisonziel ausgibt, „die Stärken zu stärken und die Schwächen zu schwächen“. Der Trainerfuchs arbeitet bevorzugt im Stillen mit seiner Mannschaft und tüftelt an Taktik und Spielsystemen. Spieltechnisch ist seine Mannschaft unter seiner Leitung in den letzten zwei Jahren enorm gereift. Bis auf drei Abgänge kann Begunk nicht nur auf das Gros seiner bewährten Spielerinnen zurückgreifen, sondern darf zudem eine Handvoll Nachwuchsspielerinnen aus der eigenen Talentschmiede begrüßen. „Sie alle haben einen tollen Charakter und sind sehr zuverlässig“, meint der Coach den gesamten Kader, der mit 20 Spielerinnen besetzt ist. Was das Team zu leisten im Stande ist, zeigten die Women gerade am Ende der letzten Saison. Selbst Ministerpräsident Daniel Günther war beeindruckt, der im April dem 5:1-Triumph gegen Werder Bremen II beiwohnte.

Im Mittelfeld zieht inzwischen die quirlige und mit ihren19 Jahren überraschend abgeklärte Madita Thien die Fäden. Sarah Begunk sichert als Sechser nach hinten ab und eröffnet klug die Holstein Spielzüge. Die Innenverteidigung mit Jasmin Grosnick und Liv Karlitschek hat an Stabilität gewonnen. Und im Angriff wurde Lina Staben mit 23 Treffern Torschützenkönigin. In Warteposition stehen zudem die torhungrige Lisa Wippich, die durch eine langwierige Verletzung zurückgeworfen worden war, und die U17-Spielerin Anne Selk, die bereits im letzten Jahr zu Einsatzzeiten kam und zu gefallen wusste. Gute Aussichten, wenn die Spielerinnen nur ihr Phlegma ablegen würden und vor allem im Abschluss noch mehr Effizienz an den Tag legen. „Unsere Leistung muss stabiler werden“, fasst sich Begunk kurz, trifft aber genau den Punkt.

Das Zeug, um die Meisterschaft mitzuspielen, hat die Mannschaft. Selbst unter Druck rief die Mannschaft ihr Potenzial ab. Den vorübergehenden Rausschmiss aus dem Storchennest beantworteten die bis ins Mark getroffenen Spielerinnen mit einer Siegesserie, die bis zum letzten Saisonspiel anhielt. Eine starke Reaktion, die Hoffnungen schürt und Fragen aufwirft. Unter anderem, ob sich die Holstein Women die eingleisige Zweite Bundesliga leisten können und wollen. Die Mannschaft hätte es verdient.

Abgänge: Lisa Block (zurück nach NRW), Sandra Müller (verletzungsbedingte Pause),Lis Piotron (ab September Studium in England).

Kader - Tor: Viktoria Bendt, Karina Köpcke. Abwehr: Jasmin Grosnick, Charlotte Claasen (eigene U17), Jule Ziegler, Johanna Labuj, Melissa Möller, Janne Diercks. Mittelfeld: Selina Amrein, Sarah Begunk, Michelle Hoheisel (eigene U17), Luiza Zimmermann, Madita Thien, Fjolla Brahimi (eigene U17), Sandra Krohn (TSV Selent), Tabea Lycke, Samantha Carone. Angriff: Lisa Wippich, Anna Selk (eigene U17), Lina Staben.

Trainer/Sportlicher Leiter: Bernd Begunk. Athletiktrainer: Asmus Nehlsen. Organisation: Marian Thiessen. Physiotherapeut: Tobias Feldmann. Torwart-Trainer: Harald Zwatz.

Favoriten: Henstedt-Ulzburg, Delmenhorst.

Saisonauftakt am kommenden Sonntag um 16 Uhr auf der Waldwiese: Freundschaftsspielgegen deutschen Double-Sieger 2017/18 VfL Wolfsburg.

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