10. Oktober 2021 / 18:31 Uhr

Holstein Women unterliegen dem ATS Buntentor

Holstein Women unterliegen dem ATS Buntentor

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Sarah Begunk hat Torfrau Marie Reinwand ausgespielt, verfehlt jedoch das Tor.
Sarah Begunk hat Torfrau Marie Reinwand ausgespielt, verfehlt jedoch das Tor. © Uwe Paesler
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Siege und Niederlagen wechselten sich für die Holstein Women in der laufenden Saison in der Frauen-Regionalliga Nord bis dato stetig ab. Dieser Trend fand nun am fünften Spieltag allerdings ein Ende, da das Heimspiel der Holstein Women gegen den ATS Buntentor mit einer 0:1-Heimniederlage endete.

Eine Pleite, die jedoch durchaus vermeidbar war. Zwar hatten die Women definitiv nicht ihren besten Tag, doch schlechter als die Gäste aus Bremen waren sie nun auch nicht. Im Grunde hätte eigentlich keines der beiden Teams einen Punktgewinn verdient gehabt, denn das was den Zuschauern geboten wurde, war ziemlich schwere Kost. Nichts für Freunde des gepflegten Kombinationsfußballs oder einer durchdachten Spielweise.

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Beide Mannschaften überboten sich in der Zurschaustellung fußballerischer Mängel. Besonders deutlich waren beispielsweise die eklatanten Defizite bei der Ballannahme. Darüber hinaus gab es auch extrem viele Fehler im Passspiel. Müsste man die Darbietung mit einer Vokabel umschreiben, dann wäre der Begriff “überhastet“ wohl der passendste Ausdruck, denn überhastet waren die Aktionen der auf dem Spielfeld befindlichen Akteure fast immer. Anstatt auch mal Ruhe ins Spiel zu bringen und den Ball überlegt an den Mitspieler zu bringen, wurde lieber ein schnelles Abspiel bevorzugt, so dass das Spielgerät permanent die Seiten wechselte.

Da flüssige Kombinationen nicht möglich waren, versuchten es beide Teams bevorzugt mit langen Bällen. Chancen zur Folge hatte dies jedoch kaum, da fast immer die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten in die Höhe ging. Dieser lag mit seinen Entscheidungen jedoch mehrfach daneben und wusste offenbar nicht, dass es im Fußball auch so etwas wie passives Abseits gibt.

Torgelegenheiten waren daher insgesamt von überschaubarer Natur. Dennoch gelang den Gästen nach 17 Minuten der Führungstreffer, bei dem die Holstein Women jedoch kräftig mithalfen. Als Buntentors-Spielerin Loa Lieberum im Zweikampf mit Samatha Carone und Lisa Wiedemann zu Fall kam, zeigte Schiedsrichterin Jasmin Matysiak auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Ylenia Sachau dann souverän.

Zwar taten sich die Women nach den Rückstand immer noch schwer mit dem Kreieren durchdachter Spielzüge, doch der Ausgleich wäre problemlos im Bereich des Möglichen gewesen. Allein Sarah Begunk (34./65./90.) hatte drei aussichtsreiche Chancen, die sie jedoch ungenutzt ließ. Das 1:1 auf dem Fuß hatte zudem Ronja Jürgensen, die frei vor Gäste-Keeperin Marie Freiwald auftauchte, aber das Abspiel im letzten Moment verpasste (50.).

„Uns fehlte es an der nötigen Zweikampfhärte. Dass es bei uns technische Unfertigkeiten gibt, wissen wir. Die Ursachen dafür liegen tiefer und zwar in den grundlegenden Strukturen. Wir haben Spielerinnen im Kader, die zuvor in der Kreisliga kickten und nun Regionalliga spielen müssen. Damit müssen wir leben. Nichtsdestotrotz hätten wir dieses Spiel positiver gestalten können, schließlich hatten wir vier Hundertprozentige“, erklärte KSV-Coach Bernd Begunk.