11. Dezember 2018 / 10:32 Uhr

Holsteins U19 nach 3:2-Spitzenspiel-Triumph auf Bundesliga-Wiederaufstiegskurs

Holsteins U19 nach 3:2-Spitzenspiel-Triumph auf Bundesliga-Wiederaufstiegskurs

Jürgen Schinke
Kieler Nachrichten
Noé Lipkow (Mitte) war in der Nachspielzeit der gefeierte Held. Holsteins eingewechselter eigentlich noch U<EI>17-Stürmer machte per Hacke und per Kopf den Last-Minute-Sieg perfekt.
Noé Lipkow (Mitte) war in der Nachspielzeit der gefeierte Held. Holsteins eingewechselter eigentlich noch U17-Stürmer machte per Hacke und per Kopf den Last-Minute-Sieg perfekt. © Jürgen Schinke
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Das Schlussszenario war symptomatisch für die ganze Dramatik eines hitzig geführten Kicks, der in seinem Verlauf manch' überraschende Wendung nahm. Während glückstrunkene Jungstörche im Gefühlsüberschwang zum erlösenden Jubelsturm im Eimsbütteler Strafraum ansetzten, lagen geschlagene Hamburger enttäuscht am Boden.

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Zuvor hatte Verfolger Eimsbütteler TV dem Ligaprimus aus Kiel ein mit offenem Visier ausgetragenes Duell geliefert, das am Ende per doppeltem Knalleffekt mit 3:2 (1:2) an Holsteins A-Jugend ging. Kurios: In der sich zuspitzenden Schlusssequenz des Regionalliga-Gipfels stach „Joker“ Noé Lipkow als Doppelpacker. Dabei avancierte bei den Jungstörchen in fast sensationeller Manier ausgerechnet der Kicker zum „Helden des Tages“, den U19-Cheftrainer Dominik Glawogger unter der Woche kurzfristig in den Kader befördert hatte. Mit dem Last-Minute-Sieg am letzten Spieltag der Hinrunde ist nicht nur die inoffizielle Herbstmeisterschaft unter Dach und Fach, der letztjährige Absteiger liegt in Sachen Bundesliga-Rückkehr auf Kurs.

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„Das“, sagte der Coach, „war endlich wieder einmal ein Gegner, der uns richtig gefordert hat.“ Holstein startete schwungvoll. Außenverteidiger Raoul Cissé steckte die Kugel auf dem rechten Flügel zum agilen Jan Matti Seidel durch, dessen Maßflanke köpfte der am langen Pfosten lauernde Jesper Tiedemann wuchtig zur 1:0-Führung ein (8.). Den Kunstrasenplatz am Lokstedter Steindamm säumte eine dem Regionalliga-Gipfel angemessene Kulisse, die von Tempo, Rasse und fünf sehenswerten Treffern schnell in den Bann gezogen werden sollte.

Dabei boten die Gastgeber dem Spitzenreiter vehement die Stirn. Trotz aller Warnungen im Vorfeld ließ die KSV-Abwehr Eimsbüttel Torjäger Dominik Akyol bei einem Eckball für einen Sekundenbruchteil aus den Augen und schon schnappte der Goalgetter zum Ausgleich zu (20.). Kurz vor dem Pausenpfiff demonstrierte der flinke Angreifer erneut seine Qualitäten, diesmal nutzte der ligaintern Führende der Torschützenliste einen Klasse-Konter eiskalt zum 2:1 (42.).

Den Schreck musste Holstein erst einmal verdauen, erst nach dem Seitenwechsel fanden Kapitän Seidel und Co. wieder zurück zur Linie. Und es war jede Menge Geduld gefordert, denn die ab der 70. Minute nach Gelbrot in Unterzahl agierenden Hausherren verteidigten den Vorsprung mit Mann und Maus. Seidel per Kopf und Njinmah scheiterten aussichtsreich, und auch die eine oder andere Regelwidrigkeit an einem gefoulten Kieler im Strafraum blieb ungeahndet. Ein wahrlich goldenes Händchen bewies Trainer Glawogger in der Hektik der bereits tobenden Schlussphase. So warf der Coach mit Noé Lipkow einen U17-Stürmer in die letzten Attacken und landete einen Glücksgriff. Der großgewachsene Angreifer benötigte gerade einmal 120 Sekunden, um den Ausgleich mit der Hacke zu erzielen. Und in der Nachspielzeit war sein Traumeinstand endgültig perfekt, als der Joker eine Cissé-Flanke zum 3:2-Happy End einnickte (90. +1).

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Holstein: Rau – Cissé, Melahn (76. Lipkow), Petersen, Borgmann (60. Schmidtke) – Wolf (60. Helbing), Wansiedler (46. Tiessen) – Seidel, Tiedemann, Njinmah, Schmidt (89. Hinterleitner).Tore: 0:1 Tiedemann (8.), 1:1 Akyol (20.), 2:1 Akyol (42.), 2:2 Lipkow (78.), 2:3 Lipkow (90. +1) – Zuschauer: 230.