27. März 2020 / 12:54 Uhr

"Homeoffice" für Sportschülerin Tjara Hsu aus Velten

"Homeoffice" für Sportschülerin Tjara Hsu aus Velten

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Sport Bilder des Tages 26. BAUHAUS Junioren-Gala; Mannheim, 29.06.2019 Tjara HSU (GER/SV electronic Hohen Neuendorf); 26. BAUHAUS Junioren-Gala im Michael-Hoffmann-Stadion in Mannheim (Baden-Wuerttemberg). *** 26 BAUHAUS Junior Gala Mannheim, 29 06 2019 Tjara HSU GER SV electronic Hohen Neuendorf 26 BAUHAUS Junior Gala in the Michael Hoffmann Stadium in Mannheim Baden Wuerttemberg xrsx
Sportschülerin Tjara Hsu, in ihrer Spezialdisziplin Speerwurf ein viel versprechendes Talent, muss aktuell daheim trainieren. © imago images / Beautiful Sports
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Leichtathletik: Die 18-Jährige vom SV electronic Hohen Neuendorf muss nach der vorübergehenden Schließung der Sportschule Potsdam daheim trainieren – der WM-Traum lebt trotzdem weiter.

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Normalerweise beginnt der Tag von Sportschülerin Tjara Hsu „um 7.30 Uhr mit dem Schulstart“, wie sie sagt. „Im Anschluss ist dann von 9.30 bis 11.45 Uhr Training. Dann folgen noch einmal Schulstunden, ehe der Tag mit einer weiteren Trainingseinheit endet.“ Doch dieser Ablauf hat sich für die Veltenerin in den vergangenen Tagen gewandelt, da die Potsdamer Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ aufgrund der Eindämmung des Coronavirus geschlossen bleibt. Dies betrifft neben rund „600 sportbegeisterten Kindern und Jugendlichen“, wie es auf der Schulinternetseite steht, eben auch Tjara Hsu vom SV electronic Hohen Neuendorf, die seitdem in den heimischen vier Wänden trainieren und ihre Schulaufgaben erledigen muss.

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„Zum Anfang war das schon etwas komisch, da ich ja mein Leben im Internat gewöhnt war und wenn dann nur am Wochenende zu Hause war“, sagt die 18-Jährige. „Aber es hat sich alles gut eingependelt und ich erledige meine Aufgaben. Ich fange relativ früh an, damit ich alles schaffe.“

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Seit über vier Jahren trainiert die Veltenerin schon in der brandenburgischen Landeshauptstadt und geht auf die Eliteschule des Sports – angefangen hatte aber alles beim SV electronic Hohen Neuendorf, für den sie weiter startet. So auch im vergangenen Jahr, als sie beim Europäischen Olympischen Jugendfestival in Baku (Aserbaidschan) dabei war und im Finale mit dem Speer Rang neun belegte – die seinerzeit 17-Jährige beförderte ihr Sportgerät auf eine Weite von 43,45 Metern. Überhaupt hat sich die Sportlerin aus Oberhavel dem Speerwurf verschrieben, auch wenn sie im Stabhochsprung eine gute Figur abgibt. „Ich will schon bei der Disziplin Speerwurf bleiben“, so Hsu, die dieses Jahr einen sportlichen Höhepunkt hat: Die U20-Weltmeisterschaft in Kenia.

Doch der Weltleichtathletik-Verband hat die im Juli geplante WM für den Nachwuchs wegen der Coronavirus-Pandemie bereits abgesagt. Auch Kenias Regierung und der nationale Verband stimmten für die Absetzung. Die WM, die vom 7. bis 12. Juli in der Hauptstadt Nairobi geplant war, soll nachgeholt werden, hieß es vom Weltverband. Man arbeite momentan an einem „alternativen Datum, das wir hoffentlich in den kommenden Wochen bekanntgeben können“, heißt es auf der Verbandsseite.

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Brandenburgs Sportler des Jahres seit 1998. ©

„Ich bin da schon ein wenig traurig, aber es war sowieso unwahrscheinlich, dass die Weltmeisterschaft an diesem Datum steigen kann, da ja auch die Qualifikationswettkämpfe aktuell wegfallen“, sagt die Leichtathletin, die zudem ein langfristiges Ziel verfolgt: die Olympischen Spiele. „Das ist schon ein Traum von mir. Das möchte ich später gerne realisieren.“

Hsu: "Kann zum Glück viel draußen trainieren"

Wie die U20-WM wurden mittlerweile auch die Spiele unter den fünf Ringen in Tokio abgesagt. Für Hsu „am Ende die richtige Entscheidung“. Trotz der vielen nationalen Wettkampfabsagen fällt die Speerwerferin aber in kein Motivationsloch. Akribisch werden die Trainingspläne und Schulaufgaben absolviert. „Ich kann zum Glück viel draußen trainieren“, so die Sportschülerin, über die Trainerin Kerstin Paech sagt: „Sie hatte immer den Willen, sich weiter zu verbessern.“ So auch in der aktuellen Zeit, wo Tjara Hsu für sich allein trainieren muss. „Aber diese Phase ist auch irgendwann vorbei und dann will ich keinen Trainingsrückstand oder Formverlust haben. Denn die nächsten Wettkämpfe stehen dann an und da will ich meine Leistung bringen, um meine Zielstellungen auch zu erreichen“, so Hsu, die hofft, „nach Ostern zurück zur Sportschule gehen zu können.“

Dann würde die gewohnte Alltagsroutine schnell wieder Einzug halten. Immerhin beginnen dann wieder jeden Tag pünktlich um halb 8 Uhr am Luftschiffhafen in Potsdam der Unterricht und das Training für die Speerwerferin.