18. Februar 2019 / 09:22 Uhr

"Da kann man nicht viel zu sagen": 96-Manager Horst Heldt stellt Qualitätsfrage (nicht) 

"Da kann man nicht viel zu sagen": 96-Manager Horst Heldt stellt Qualitätsfrage (nicht) 

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Manager Horst Heldt ist vom Auftritt von Hannover 96 bei der TSG 1899 Hoffenheim wenig angetan.
Manager Horst Heldt ist vom Auftritt von Hannover 96 bei der TSG 1899 Hoffenheim wenig angetan. © imago/Nordphoto
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Fehlt Hannover 96 die nötige Qualität für die Bundesliga? Im Interview bezieht Horst Heldt, Manager der Roten, Stellung. Die Spieler seien allesamt befähigt, im Oberhaus zu spielen. Allerdings spiele auch der Kopf eine große Rolle - und da habe man derzeit ein Problem.

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Horst Heldt, was sagt man nach so einem Auftritt von Hannover 96?

Da kann man nicht viel zu sagen, außer dass wir nach zwölf Minuten schon zwei Tore bekommen haben. Dann kommt das zum Tragen, was wir nicht gebrauchen können: Verunsicherung, sich nicht wehren, da fließt alles ineinander. Insgesamt war das kein Auftritt, der uns befähigt, Punkte mitzunehmen. Es hätte noch höher ausfallen können.

Ist der Aufwind aus dem Nürnberg-Spiel schon wieder vorbei?

Nein. Aber wenn du nach zwölf Minuten mit zwei Toren hinten liegst, ist es verdammt schwer. Bis zum 0:1 ist nichts passiert – wir haben einen Eckball, es steht 0:0 und wir kriegen dadurch ein Tor. So was darf einfach nicht passieren. Wenn du einen Matchplan hast, und du liegst nach zwölf Minuten 0:2 hinten, dann ist das schlecht, und der Matchplan ist hin. Da geht das, was wir gut gemacht hatten, wieder flöten.

Bilder der Partie TSG Hoffenheim – Hannover 96

Genki Haraguchi will Tempo aufnehmen. Zur Galerie
Genki Haraguchi will Tempo aufnehmen. ©
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96 hat sich regelrecht ergeben. War das ein abstiegsreifer Auftritt?

Nein, aber klar müssen wir ein anderes Gesicht zeigen. Nächste Woche kommt eine Mannschaft (Frankfurt), die eine ähnliche Power hat. Wenn man sich da nicht wehrt, und das haben wir nicht, dann reicht es in der Tat nicht. Das müssen wir verändern und besser machen.

Das Team ist überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Warum?

Heute haben wir sehr schnell hinten gelegen, und dann war das einfach nicht die dementsprechende Leistung von vielen, die man braucht. Es heißt nicht umsonst Abstiegskampf, da muss man sich wehren. Und das haben wir zu wenig gemacht. Es fehlen Nuancen. Die fehlen uns schon die ganze Saison. Das muss man verändern – und das ist noch möglich.

Mehr über Hannover 96

Wenigstens haben die Kellerkonkurrenten auch verloren ...

Klar, die Situation verändert sich nicht großartig. Aber es wäre von Vorteil, einen Schritt nach vorn zu machen. Wir können uns nicht ständig darauf verlassen, dass die anderen nicht punkten. Wir müssen auf uns schauen und darauf, wie wir unsere Art verändern können.

Sind Sie überzeugt, dass der Kader gut genug für den Klassenerhalt ist?

Ich bin überzeugt, dass das keine Qualitätsfrage ist. Das Ganze findet im Kopf statt. Aber natürlich kann man die Frage stellen, denn das mit dem Kopf ist ja auch eine Qualitätsfrage. Und das kriegen viele Spieler bei uns zurzeit nicht hin. Wenn man den Kopf als Qualitätsfrage miteinbezieht, dann haben wir ein Qualitätsproblem. Weil wir das nicht in den Griff bekommen.

Aber das ist nicht das Thema, dass sie nicht Fußball spielen können. Die sind alle befähigt, in der 1. Liga zu spielen. Wir sind im Abstiegskampf, da ist der Druck, die Psyche eine ganz besondere Herausforderung.

Die Stimmen zur Niederlage von Hannover 96 bei der TSG Hoffenheim:

Thomas Doll: Ich hatte wirklich gedacht, dass wir schon einen kleinen Schritt weiter sind nach dem Spiel gegen Nürnberg. Ein blutleerer Auftritt, wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Da erwarte ich ein bisschen mehr Mut. Wir sind wie das Kaninchen vor der Schlange durch die Gegend gelaufen. Wir sollten schleunigst ein anderes Gesicht zeigen, sollten jetzt schon ein bisschen die Kurve kriegen. Das einzig Positive an diesem blöden Spieltag ist, dass alle anderen auch verloren haben. Zur Galerie
Thomas Doll: "Ich hatte wirklich gedacht, dass wir schon einen kleinen Schritt weiter sind nach dem Spiel gegen Nürnberg. Ein blutleerer Auftritt, wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Da erwarte ich ein bisschen mehr Mut. Wir sind wie das Kaninchen vor der Schlange durch die Gegend gelaufen. Wir sollten schleunigst ein anderes Gesicht zeigen, sollten jetzt schon ein bisschen die Kurve kriegen. Das einzig Positive an diesem blöden Spieltag ist, dass alle anderen auch verloren haben." ©

Was stimmt Sie nach diesem Spiel positiv, dass die Rettung gelingt?

Es ist nach wie vor alles möglich, weil alle um uns herum ähnliche Probleme haben. Es ist eng zusammen. Sicherlich ist unser Restprogramm, in Anführungsstrichen, etwas leichter. Es gibt noch Themen, die einen hoffnungsvoll stimmen. Wenn ich das Spiel zum Anlass nehme, ist das sicherlich nicht einfach.

Aber das Spiel ist weg, wir haben es verloren, jetzt geht es weiter.Der Abstiegskampf ist langatmig, es gibt Nackenschläge. Wer das nicht aushalten kann, der schafft es auch nicht. Man muss sich wehren, man muss die Ruhe bewahren. Wenn man die Nerven verliert, ist das Thema erledigt. All das darf nicht passieren, und dafür müssen wir sorgen.

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