11. August 2020 / 20:01 Uhr

Hosiner träumt vom Aufstieg mit Dynamo Dresden

Hosiner träumt vom Aufstieg mit Dynamo Dresden

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Philipp Hosiner, SG Dynamo Dresden
Der aus Chemnitz nach Dresden gewechselte Routinier Philipp Hosiner nimmt im Training einen hohen Ball an. © Steffen Manig
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Der neue Mittelstürmer Philipp Hosiner will bei der SG Dynamo Dresden die Erinnerung an den Abstieg mit dem Chemnitzer FC tilgen und dem Lob eines Landsmannes gerecht werden.

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Dresden. Zu einem Treffer bei seinem 45-minütigen Debüt in Schwarz und Gelb hat es für Philipp Hosiner am vergangenen Sonntag beim 2:3 im ersten Test gegen Hertha BSC II noch nicht gereicht, doch das ist kein Anlass zur Sorge. Der neue Torjäger von Dynamo Dresden hat schon oft genug in seiner Karriere bewiesen, dass er weiß, wie man auch gegen harte Gegenwehr das Runde ins Eckige befördert.

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Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. ©

Der 31 Jahre alte Österreicher war 2013 Meister mit Austria Wien, im gleichen Jahr mit 32 Treffern Torschützenkönig in der Bundesliga seines Heimatlandes. Auch wenn der Ex-Nationalspieler der Alpenrepublik inzwischen altersmäßig die 30 überschritten hat und nur noch drittklassig spielt, hat er seinen Torinstinkt nicht verloren, denn in der vergangenen Saison avancierte der Mittelstürmer mit 19 Treffern für den Chemnitzer FC zum drittbesten Schützen der 3. Liga. Nur Kwasi Okyere Wriedt (FC Bayern II/24 Treffer) und Albert Bunjaku (Viktoria Köln/20 Tore) waren noch erfolgreicher. Sie bestritten aber auch fünf bzw. acht Spiele mehr als Hosiner, der als späte Verpflichtung von Sturm Graz erst am 8. Spieltag der abgelaufenen Saison von den Himmelblauen eingesetzt werden konnte, zweimal wegen einer Gelbsperre und nur einmal aus einem anderen Grund im CFC-Team fehlte. An dem gebürtigen Eisenstädter lag es sicher nicht, dass die Chemnitzer den Klassenerhalt am Ende hauchdünn verpassten. Ganze zwei Tore fehlten dem sächsischen Rivalen am Ende gegenüber dem FSV Zwickau – wohl auch weil Hosiner wegen einer äußerst zweifelhaften zehnten Gelben Karte am 36. Spieltag beim 1:1 beim KFC Uerdingen im vorentscheidenden Auswärtsspiel am 37. Spieltag in Zwickau nur zuschauen konnte. Der CFC verlor das so wichtige das Derby prompt mit 1:2. Dass die Himmelblauen absteigen mussten, nagt immer noch an dem Burgenländer. Dynamo-TV sagte er: „Das war extrem bitter. Das war keine schöne Erfahrung – die möchte ich nie wieder machen!“

Peter Pacult lobt den Stürmer

Ganz im Gegenteil: Dynamo möchte er mit seiner Abschlussstärke, seinem Spielverständnis und auch seiner Persönlichkeit möglichst rasch zur Rückkehr in die 2. Bundesliga verhelfen. Ex-Trainer Peter Pacult beglückwünschte die Schwarz-Gelben zur Verpflichtung des Torjägers mit den Worten: „Das ist ein feiner Mensch und ein sehr guter Fußballer.“ Pacults Urteil schmeichelt Hosiner: „Er war als Spieler und als Trainer eine Legende. Wenn so einer solche Worte über einen verliert, fühlt man sich natürlich geehrt.“ Der fünffache A-Auswahlspieler Österreichs weiß aber auch: „Von Worten allein steigt man auch nicht auf.“ Seine Leistung müsse er jeden Tag aufs Neue bringen: „Ich muss das bestätigen. Seit dem ersten Training will ich zeigen, warum ich geholt wurde.“

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Wie man viele Tore schießt, das hat er sich ein kleines bisschen auch von seinem großen Vorbild abgeguckt: vom französischen Weltmeister von 1998, Thierry Henry. „Ich verehre ihn einfach, habe schon als Kind seine Videos geschaut. Das mache ich jetzt noch“, gestand Hosiner Dynamo-TV seine Begeisterung für den einstigen Arsenal- und Barca-Superstar, der heute in Kanada Montreal Impact trainiert.

Gogia und Leistner haben nicht gelogen

Gut informiert war Hosiner auch über Dynamo, als der Verein im Sommer an ihn herantrat und im Wettstreit mit anderen Vereinen schließlich den Zuschlag bekam. Einerseits kannte Hosiner das Harbig-Stadion und die vor Corona übliche Stimmung dort schon aus Gastauftritten mit gegnerischen Teams, andererseits hätten ihm seine Ex-Kameraden bei Union Berlin, Akaki Gogia und Toni Leistner, nur Gutes über die Sportgemeinschaft erzählt, erklärte er jüngst. Die ersten Eindrücke von der Stadt hätten sich mit Berichten der einstigen Mitspieler auch gedeckt. Die Trainingsbedingungen im Ostragehege seien ohnehin auf Bundesliga-Niveau: „Hier passt einfach alles.“ Warum also sollte Hosiner ausgerechnet hier das Toreschießen verlernen?