18. November 2018 / 11:47 Uhr

DFB-Legende Hrubesch: „Mehr echte Typen bei den Frauen als bei Männern“

DFB-Legende Hrubesch: „Mehr echte Typen bei den Frauen als bei Männern“

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Horst Hrubesch feierte beim DFB zahlreiche Erfolge als Trainer.
Horst Hrubesch feierte beim DFB zahlreiche Erfolge als Trainer. © 2016 Getty Images
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Nach einer langen, bewegten Karriere verabschiedet sich Horst Hrubesch Ende des Jahres in den verdienten Ruhestand. In einem Interview sprach die DFB-Legende über seine Zeit als Fußballlehrer, den Bundestrainer Joachim Löw und die Frauennationalmannschaft.

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Seit beinahe 20 Jahren wandert Horst Hrubesch beim DFB von Station zu Station. Der 67-Jährige kam überall dort zum Einsatz, wo der Verband dringend frischen Wind benötigte: Als Assistent bei der Nationalmannschaft, als Trainer bei den U19-, U20- und U21-Junioren und zuletzt sogar als Interimscoach bei der Frauennationalmannschaft. Dabei arbeitete der einstige Profi stets mit großem Erfolg, gewann 2008 und 2009 mit dem Nachwuchs die EM und 2016 Olympiasilber. Nun soll endgültig Schluss sein – selbst wenn plötzlich das Telefon klingeln sollte.

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Hrubesch will nicht Bundestrainer werden

„Wenn Sie darauf abzielen wollen, ob ich als Bundestrainer einspringen würde: Nein!“, betonte Hrubesch bei der Bild am Sonntag auf die Frage, was bei einem Abschied von Joachim Löw geschehen würde: „Zumal ich sicher bin, dass Löw nicht zurücktritt. Am 31. Dezember ist definitiv Feierabend. Nun ist meine Frau mal dran“, so die HSV-Legende weiter.

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„Ich bin im April 2019 seit 20 Jahren beim DFB. Allein zu checken, wie dieser riesige Verband funktioniert, hat zwei Jahre gedauert. Im Laufe der Jahre wurde das ein Geben und Nehmen, da war immer Esprit drin. Und ich hatte immer das Glück, exzellente Mitarbeiter zu haben“, blickte der 67-Jährige auf seine erfolgreiche Karriere zurück.

Hrubesch begeistert von Frauennationalmannschaft

Dabei betreute der Fußballlehrer zahlreiche künftige Nationalspieler. Doch besonders stachen zwei Spieler hervor, die heute nicht mehr Teil der Löw-Mannschaft sind. „Die Bender-Zwillinge, Lars und Sven. Charakterlich top, die schonen sich nie. Die stehen für mich für einen ehrlichen Fußball“, schwärmte Hrubesch und zeigte sich auch von den DFB-Frauen beeindruckt: „In der Frauennationalmannschaft hatten wir auch ein paar Granaten drin. Bei denen gab es mehr echte Typen im Team als bei den Männern. Zum Abschluss noch mal die Mädels zu übernehmen war einfach eine großartige Geschichte“, sagte der 67-Jährige und kritisierte den Verband: „Wir müssen auf jeden Fall mehr tun in Sachen Marketing. Das sind alles klasse Mädels.“

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Seinen Erfolg und seine Beliebtheit bei Spielerinnen und Spielern schreibt Hrubesch auch seiner ehrlichen Art zu. „Ich versuche einfach, nicht zu lügen. Ich erzähle keine Geschichten. Meine Aussagen sind eindeutig und klar. Mir ist lieber, die Spieler sagen mir, dass sie mich für ein Arschloch halten, anstatt dass sie schweigen und mich aber spüren lassen, dass sie mich für ein Arschloch halten. Dann weiß ich wenigstens, woran ich bin.“

Dementsprechend offen steht der Fußballlehrer zu seiner Meinung über Niederlagen. „Diesen Spruch, dass man aus Niederlagen am meisten lernt, habe ich immer gehasst. Das ist Schwachsinn! Was lerne ich denn daraus? Du bist sauer, enttäuscht, grübelst über Fehler – das bringt viel weniger als wenn du siehst, dass Dinge funktionieren.“