21. Mai 2019 / 09:33 Uhr

HSC-Aufstiegstrainer Martin Polomka über die Regionalliga: "Da spielen Profis gegen unsere Schüler"

HSC-Aufstiegstrainer Martin Polomka über die Regionalliga: "Da spielen Profis gegen unsere Schüler"

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Polomka nimmt derzeit am laufenden Band Gratulationen entgegen: Das ist ein unglaubliches Gefühl. Da hat man den ganzen Tag ein Lächeln im Gesicht.
Martin Polomka nimmt derzeit am laufenden Band Gratulationen entgegen: "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Da hat man den ganzen Tag ein Lächeln im Gesicht." © Julian Berndt
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Nach dem Aufstieg ist vor dem Klassenerhalt? Das ist jedenfalls das Ziel des HSC Hannover in der nächsten Saison, wenn es in der Regionalliga um Punkte geht. Der SPORTBUZZER hat mit Erfolgstrainer Martin Polomka über die vergangene Saison, die große Aufstiegsfeier und die bevorstehende Mammutaufgabe gesprochen.

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Herr Polomka, haben Sie schon realisiert, was Sie mit dem HSC erreicht haben?

Noch nicht so richtig. Es hört mit den Gratulationen auch immer noch nicht auf. Ich bekomme immer noch neue Nachrichten. Einige konnte ich noch gar nicht beantworten. Beim Bäcker, im Reisebüro, in der Bank und auf der Lister Meile wird man in diesen Tagen von Fremden angesprochen. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Da hat man den ganzen Tag ein Lächeln im Gesicht.

Sie haben zunächst beim HSC gefeiert, später in der Baggi. Wie war die Sause?

Es war überragend, wir wurden von 250 Leuten am Vereinsgelände mit Tröten empfangen. Später in der Stadt war es auch super. Im Laufe des Abends und der Nacht kamen viele Fußballer von anderen Vereinen, unter anderem vom VfV Hildesheim, 1. FC Wunstorf, Arminia und 96 II, und haben uns aufrichtig gratuliert.

Wie lange haben Sie gefeiert?

Ich bin morgens um 4 Uhr nach Hause gegangen. Gefühlt fing die Party für die Spieler zu dem Zeitpunkt erst so richtig an (lacht).

Wer war denn beim Feiern ganz vorne dabei?

Unser Kapitän Ferhat Bikmaz ist nicht nur auf dem Platz ein überragender Anführer, er geht auch beim Feiern vorneweg. Aber noch einige andere haben richtig lange ausgehalten.

Könnte für Sie die Regionalliga schon morgen starten?

Nein, noch nicht. Dafür sind die Erlebnisse vom letzten Wochenende noch zu frisch. Wir müssen erst einmal alle zur Ruhe kommen. Wir planen natürlich schon für die neue Saison und haben mit Luca Ritzka vom SC Hemmingen-Westerfeld und Rodi Hezo vom Heeßeler SV zwei Spieler schon verpflichtet.

Auf was legen Sie bei neuen Spielern wert?

Sie müssen in das Team passen. Und wir verfolgen die Philosophie, dass sie aus der Region Hannover stammen. Denn bei uns steht Hannover auf dem Trikot, da soll auch Hannover drin sein. Ich finde diese Idee sehr sympathisch und authentisch. Wir werden deshalb keinen Spieler verpflichten, der aus einer anderen Ecke der Republik kommt.

Im vergangenen Jahr haben Sie Probetrainings für ambitionierte Fußballer angeboten und Igor Antunovic dadurch entdeckt. Gibt es das in diesem Jahr wieder?

Ja, es besteht die Möglichkeit, sich über die HSC-Homepage zu bewerben. Wir wählen 20 Fußballer anhand der Vita aus, die wir dann am nächsten Freitag und Sonnabend zu zwei Einheiten bei uns einladen. Vielleicht gelingt uns wieder so ein Glücksgriff wie bei Igor, der aus der Kreisliga von Croatia kam.

Was für ein Gesicht wird die neue Mannschaft haben?

Der Kern wird auf jeden Fall bleiben. Wir werden in den nächsten Tagen aber sicherlich noch den einen oder anderen Neuen präsentieren können.

So feierte der HSC Hannover den Aufstieg in die Regionalliga:

So ausgelassen feierte der HSC Hannover den Aufstieg in die Regionalliga. Zur Galerie
So ausgelassen feierte der HSC Hannover den Aufstieg in die Regionalliga. ©
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Wie schwer wird die Mission Klassenerhalt?

Wenn ich dabei von einer Mammutaufgabe spreche, ist das fast noch untertrieben. Da spielen Profis gegen unsere Schüler, Studenten und Arbeiter. Aber die Mannschaft ist charakterlich einfach super. Und genau das sind die Dinge, auf die es in der neuen Saison auch ankommen wird.

Die Mannschaft muss die Mentalität und auch die Euphorie aus dieser Saison mitnehmen. Wenn wir weiter so ein funktionierendes Team bleiben, dann können wir dort bestehen. Denn mit Kampf, Einsatz, Leidenschaft und Identifikation mit dem Verein kann man viele andere Tugenden ausgleichen.

Wie müssen Sie sich taktisch auf die neue Liga einstellen?

Wir haben in der Oberligasaison in keinem Spiel mit demselben System gespielt wie in der Partie zuvor. Wir haben uns immer sehr intensiv und gewissenhaft auf den Gegner eingestellt und uns im Trainerteam etwas Besonderes einfallen lassen. Das ist für die Jungs sehr fordernd. Aber man sieht, was dadurch alles möglich ist. Und so wird es auch in der neuen Saison sein. Ich verspreche den Zuschauern, dass wir in der Regionalliga wieder einen attraktiven und interessanten Fußball spielen werden.

Es gab eine Regel, dass die Spieler nach einem Sieg am darauffolgenden Donnerstag beim Training Pizza und Cola bekommen. Ist das auch nach dem 3:2 in Hagen so?

Ja, wir kommen am Donnerstag alle noch einmal in der Kabine zusammen und essen Pizza und trinken eine Cola. Aber wir werden nicht mehr trainieren. Die Jungs haben seit Beginn der Vorbereitung im vergangenen Sommer 51 Spiele in den Knochen, das reicht jetzt.

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Wann geht es wieder los?

Ich bin ein Freund davon, die Vorbereitung möglichst kurz zu halten und beschränke mich daher auf vier Wochen. Trainingsauftakt ist am 1. Juli, das erste Testspiel ist am 6. Juli gegen den VfV Hildesheim. Zwei Tage später bestreiten wir das Eröffnungsspiel beim Porta Pokal in Ramlingen.

Wie viele Testspiele wird es noch geben?

Als Titelverteidiger wollen wir natürlich beim SPORTBUZZER-Cup wieder antreten. Und wir versuchen noch, zu unserer Saisoneröffnung und anlässlich des Stadionumbaus ein Testspiel gegen einen Bundesligisten zu organisieren. Aber ich möchte meine Herangehensweise in dieser Vorbereitung ein wenig ändern und möglichst wenig spielen, dafür mehr mit den Jungs in Trainingseinheiten arbeiten.

Geht es noch in ein Trainingslager?

Nein, im Sommer haben wir uns bewusst dagegen entschieden. Denn wir haben beim HSC ideale Bedingungen und alle Möglichkeiten. Im Winter wollen wir allerdings gerne für eine Woche in ein Trainingslager fliegen. Spanien oder Türkei sind dabei die Optionen.

Auf welche Gegner freuen Sie sich besonders?

Einmal wird es schön sein, Christian Schulz bei 96 II zu sehen. Mit ihm habe ich meinen Trainerschein gemacht. Dazu wird es natürlich ein besonderes Spiel, wenn die Stadt Hannover gegen die Region antritt. HSC gegen Havelse wird deshalb schon eine geile Geschichte.

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