01. September 2019 / 20:19 Uhr

HSC Hannover liefert gegen Lübeck "ein ganz tolles Spiel" ab, doch belohnt sich nicht mit Punkten

HSC Hannover liefert gegen Lübeck "ein ganz tolles Spiel" ab, doch belohnt sich nicht mit Punkten

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Da durfte jemand früher unter die Dusche: Gelb-
Rot gegen Björn Lambach nach wiederholtem Foulspiel.
Da durfte jemand früher unter die Dusche: Gelb- Rot gegen Björn Lambach nach wiederholtem Foulspiel. © Florian Petrow
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Der HSC Hannover spielte eine starke Partie gegen das Top-Team VfB Lübeck, etwas Zählbares sprang dabei aber nicht heraus. HSC-Stürmer Almir Kasumovic bringt die Gefühlslage auf den Punkt: Er würde lieber "mal scheiße spielen und dafür die drei Punkte einfahren". 

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Wieder stark gespielt und dennoch keine Punkte. So langsam nervt es die HSC-Spieler: „Ich würde gerne mal scheiße spielen und dafür die drei Punkte einfahren“, sagte Stürmer Almir Kasumovic nach dem 1:2 gegen das Spitzenteam VfB Lübeck. „Das war wieder ein ganz tolles Spiel meiner Mannschaft“, lobte Trainer Martin Polomka den Aufsteiger. Das tröstete Kasumovic zunächst aber nicht: „Die Niederlage tut weh, auch wenn wir es gegen einen Drittligaaspiranten als Neuling richtig gut gemacht haben.“ Der HSC spielte mutig, erstmals in dieser Saison mit zwei Spitzen. „Wir wollen am Spiel teilhaben. Etwas Harakiri gehört dann auch bei uns dazu“, sagte er lächelnd.

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Bilder vom Hinrundenspiel der Regionalliga Nord zwischen dem HSC Hannover und VfB Lübeck

Hannovers Gürkan Öney (rechts) wird unfair geblockt. Zur Galerie
Hannovers Gürkan Öney (rechts) wird unfair geblockt. ©

Arslan mit der Führung, Masur trifft zum Ausgleich

Die besseren Chancen im Spiel hatten die Gäste, die von etwa 150 Fans angefeuert wurden. Immer wieder rettete Sascha Algermissen in höchster Not. Und wenn der Torwart schon geschlagen war, sprangen seine Vorderleute ein. So rettete Gürkan Öney bei einem Nachschuss von Marcel Schelle (28.). In der 37. Minute half sogar die Unterkante der Latte mit – Nicolas Hebisch drosch den Ball aus kurzer Distanz aus dem Gewühl an das Aluminium. Die besten Möglichkeiten für die Gastgeber ließen Björn Masur mit einem Schuss aus 18 Metern und Maurice Kleinert, der nach einer Hereingabe von Torben Deppe den Ball aus fünf Metern nicht richtig traf, ungenutzt. Ein Ballverlust im Mittelfeld leitete die Führung der Lübecker ein. Der VfB schaltete schnell um, Ahmet Arslan wurde steil geschickt, umkurvte Algermissen und schob ins leere Tor ein (42.). „Das war blöd für uns“, sagte Kasumovic.

Doch der HSC nutzte diese Portion Wut im Bauch, um mit neuer Energie in die zweite Hälfte zu starten. Zwar gehörte die erste Aktion den Lübeckern, doch Hebisch verpasste eine Hereingabe knapp (52.). Yannick Bahls bereitete mit großem Kämpferherz den Ausgleich vor. Er gewann auf dem rechten Flügel einen Zweikampf gegen Sören Lippert, flankte in die Mitte, wo Masur nur noch den Fuß hinhalten musste (56.). Plötzlich lief es beim HSC. „Wir waren dran“, so Kasumovic. „Da kam die zweite Luft“, nannte es der HSC-Trainer. Die beste Chance parierte Torwart Lukas Raeder – er lenkte einen Schuss von Björn Lambach aus 25 Metern zur Ecke (67.).

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Gelb-Rote Karte der "Genickbruch"

Nur fünf Minuten später stand Lambach wieder im Fokus – er sah nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. „Das war unser Genickbruch“, fand Kasumovic. Auch Polomka war der Meinung: „Wenn es diese Karte nicht gibt, läuft das Spiel vielleicht anders.“ Es lief aber zugunsten der Lübecker. Nach einer Flanke von Florian Riedel konnte Hebisch frei einköpfen (76.). Die mitgereisten Fans jubelten ausgelassen und demolierten eines der in der Sommerpause angebrachten Zaunelemente. Polizisten eilten schnell über das Feld herbei, um zu verhindern, dass die Anhänger auf den Platz gelangen können. Die Fans beruhigten sich schnell wieder und feuerten ihr Team lautstark an. Sie hätten fast noch das 3:1 bejubeln können, doch Algermissen verhinderte dies. Nach dem Spiel lobte VfB-Trainer Rolf Landerl den Aufsteiger: „Es war eine harte Partie, der HSC hat aufopferungsvoll gekämpft.“