10. Mai 2020 / 14:01 Uhr

Gegenwind für den Norddeutschen Fußball-Verband - nicht nur vom HSC 

Gegenwind für den Norddeutschen Fußball-Verband - nicht nur vom HSC 

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Weiß nicht, wie es weitergeht: HSC-Trainer Martin Polomka
Weiß nicht, wie es weitergeht: HSC-Trainer Martin Polomka © Florian Petrow
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Das Vorgehen des Norddeutschen Fußball-Verbandes in der Corona-Krise stieß zahlreichen Vereinen sauer auf - auch dem HSC Hannover. Pablo Thiam, sportlicher Leiter des Nachwuchses vom VfL Wolfsburg, kritisiert, dass "die Vereine bisher nicht mit ins Boot geholt" wurden. 

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Die Zeichen deuten auch beim Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) auf einen außerordentlichen Verbandstag – und Streit. Oder zumindest heftige Diskussionen. Das Vorgehen des Verbandes, eine Umfrage zu versenden, den Vereinen der Regionalliga Nord 66 Stunden Zeit für die Antwort zu geben, eine rechtsverbindliche Gegenzeichnung zu verlangen und nur ein Abbruchszenario mit Auf- und Absteigern zur Wahl zu stellen, stieß zahlreichen Vereinen sauer auf.

Darunter, verständlicherweise, Schlusslicht HSC Hannover. Aber auch der VfL Wolfsburg II, der Heider SV und weitere Klubs kündigten an, ihre Umfrage ohne Ergebnis, aber mit Begründung zurückzuschicken. „Die Vereine wurden bisher nicht mit ins Boot geholt“, kritisierte Pablo Thiam, Sportlicher Leiter des VfL-Nachwuchses. „Wir fühlen uns als Verein im Verband nicht gut repräsentiert.“

Ein Überblick: Das ist der Status quo bei Deutschlands Landesverbänden. Stand: 21. Mai 2020.

<b>Schleswig-Holstein:</b> Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit, wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert.

 Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  Zur Galerie
Schleswig-Holstein: Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. "Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit", wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert. Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  ©

Wird auch auf norddeutscher Ebene ein Verbandstag nötig?

Spannend zu beobachten sein wird, wie der NFV mit diesem Gegenwind umgeht. Für den 14. Mai hat der NFV eine Videokonferenz mit allen Beteiligten anberaumt. Sollte sich dort eine Mehrheit für den Abbruch der Saison aussprechen, würde auch auf norddeutscher Ebene ein Verbandstag nötig werden.