08. April 2021 / 14:20 Uhr

Ärger mit dem Gesundheitsamt: Jetzt darf auch der HSC Hannover trainieren

Ärger mit dem Gesundheitsamt: Jetzt darf auch der HSC Hannover trainieren

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tote Hose: Frank Kittel will, dass das schon bald der Vergangenheit angehört. 
Tote Hose: Frank Kittel will, dass das schon bald der Vergangenheit angehört.  © Florian Petrow
Anzeige

Der HSC Hannover ist mehrere Male beim Gesundheitsamt abgeblitzt. Bei den Mitgliedern hat das zu Unzufriedenheit gesorgt. Nun hat die Behörde eingelenkt, der Verein darf endlich Training anbieten. 

Anzeige

Die Fragen in den vergangenen Tagen sind immer drängender geworden: „Warum dürfen andere trainieren und wir nicht? Was macht ihr falsch?“ Frank Kittel, Manager der HSC-Fußballer, hat zuletzt mit vielen aufgebrachten Mitgliedern sprechen müssen.

Anzeige

Aber der Reihe nach: Sportvereine in Niedersachsen dürfen seit dem 5. März wieder Training anbieten – allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Haushalts darf Sport ausgeübt werden. Viele Klubs aus der Hochinzidenzkommune Hannover – die Corona-Neuerkrankungsrate liegt hier seit Wochen über dem kritischen Wert von 100 – haben nicht lange gezögert. Erarbeiteten Hygienekonzepte, steckten Felder ab, sperrten Kabinen, regelten die Zufahrtswege, führten Namenslisten – um ihren Mitgliedern und sich selbst eine Perspektive zu bieten, um den Nachwuchs in Bewegung zu bringen. So auch der HSC.

Die Bilder der Saison 2020/21 in Hannovers Amateurfußball

Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Zur Galerie
Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Anfrage an die Behörde

Der Unterschied: „Trotz mehrfacher Anfrage beim Gesundheitsamt haben wir immer wieder eine Ablehnung bekommen“, erzählt Kittel, „mit dem Hinweis, dass es aufgrund der hohen Inzidenz keine andere Antwort geben kann.“ Während der TuS Altwarmbüchen, SV Arminia, TSV Bemerode, TSV Kirchrode, die JSG Hannover-West oder die 96-Fußballschule schon wieder zu zweit auf dem Platz standen, musste der HSC seine Mitglieder vertrösten. Kittel gab die drängenden Fragen der Eltern und Trainer an die Behörde weiter, deren Antwort im Wortsinn: „Wir werden das intern noch mal besprechen.“ Wobei es dem HSC ja nicht darum geht und ging, anderen Vereinen in die Suppe zu spucken.

Als dann auch die Nachwuchsabteilung des TSV Havelse ankündigte, wieder ins Individualtraining einsteigen zu dürfen, fragte Kittel erneut an. Die Antwort aus dem Team Recht, Kommunikation und Analyse: „Die Aufteilung eines Platzes in acht Segmente mit jeweils zwei Sporttreibenden ist insofern zulässig, solange kein gemeinsames Training durch einen Trainer stattfindet.“ Was ja leicht umzusetzen ist.

Grundsätzlich nehme das Gesundheitsamt seine Aufgabe, Infektionsketten zu vermeiden, sehr ernst, betont Christoph Borschel, Sprecher der Region, auf Anfrage: „Dazu gehört auch, dass jede Entscheidung, gründlich abgewogen und individuell getroffen werden muss – und auch wird. Beim Sport kommt es beispielsweise genau darauf an, welche Art von Training angeboten werden soll.“ Und: „Das Gesundheitsamt muss das Hygienekonzept nicht abnehmen – es muss aber auf Verlangen vorgelegt werden können.“ Die Schilderungen der HSC-Verantwortlichen klingen anders: „Wir hätten nichts anderes anbieten wollen, als es die anderen Vereine auch gemacht haben“, sagt Kittel.

Festzuhalten bleibt, dass es in der Kommunikation zwischen dem HSC und der Region ordentlich gehapert hat – und der Verein seine Mitglieder nun schnellstmöglich zurück auf den Platz bringen will. Die aktuell geltende Corona-Verordnung gilt im Übrigen bis zum 18. April.