10. November 2019 / 18:37 Uhr

Kuriose Elfer-Entscheidung im Derby: HSC verliert knapp gegen Havelse 

Kuriose Elfer-Entscheidung im Derby: HSC verliert knapp gegen Havelse 

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Yannik Jaeschke mit dem HSC-Keeper Pascal Geerts im Zweikampf
Yannik Jaeschke mit dem HSC-Keeper Pascal Geerts im Zweikampf © Debbie Jayne Kinsey
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710 Zuschauer an der Constantinstraße sahen ein hartumkämpftes Regionalliga-Derby zwischen dem HSC und den Gästen aus Havelse. Mit 2:1 konnten die Gäste das Derby für sich entscheiden. Ganz ohne Aufreger lief das Derby nicht ab: Ein Elfmeter sorgte für Aufregung.

Er bezeichnet sich eher als ruhig, in der Kabine bei der Siegesfeier war Vico Meien aber mittendrin. Schließlich hatte der Mittelfeldspieler mit seinem Treffer erheblich mit zum 2:1 (1:0)-Erfolg des TSV Havelse im Regionalligaderby beim HSC Hannover beigetragen. „Dass ich getroffen habe ist aber nebensächlich.“ Den Jurastudenten beschäftigte viel mehr, dass es der TSV beim Aufsteiger in der Schlussphase unnötig spannend gestaltet hatte – und das nach dem 3:2 bei Hannover 96 II vor einer Woche nun schon zum zweiten Mal in Folge. „Es würde mich freuen, wenn wir mal die Null halten würden“, sagte Meien.

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Mohamed Darwish vom HSC mit Tobias Foelster im Kopfballduell Zur Galerie
Mohamed Darwish vom HSC mit Tobias Foelster im Kopfballduell ©

Kurioser Elfer sorgt für Aufregung

Weniger gute Laune herrschte im Lager des HSC, bei denen der frühere Havelser Ferhat Bikmaz eine zentrale Rolle einnahm. Er trat zum Elfmeter an, nachdem Leon Damers Gegenspieler im Zweikampf zu Boden stürzte (68. Minute). „Das war kein Elfmeter“, kritisierte TSV-Trainer Jan Zimmermann die Entscheidung von Schiedsrichterin Susann Kunkel. Bikmaz chippte den Ball Richtung Tor, die Kugel prallte gegen die Latte, durch den Drall hinter die Linie und anschließend wieder aus dem Tor heraus.

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"Es ist unglaublich, dass man das auf dem Niveau nicht sieht"

Bikmaz köpfte den Abpraller zwar ins Tor, wurde aber in seinem kurzen Jubel unterbrochen. Da er den Ball zweifach gespielt hatte, gab es Freistoß für die Havelser. Wäre der Ball von Schlussmann Alexander Dlugaiczyk abgeprallt, wäre es ein regulärer Treffer gewesen. Wie HSC-Trainer Martin Polomka anschließend per Handyvideo demonstrierte, hätte es trotzdem schon der Anschlusstreffer sein müssen. „Der Ball war 20 Zentimeter hinter der Linie. Es ist unglaublich, dass man das auf dem Niveau nicht sieht“, schimpfte er.

Der Elfmeter von Ferhat Bikmaz.

"Vor einem Jahr, in der Oberliga, wäre der Ball noch reingegangen"

Beim nächsten Elfmeter wird Ferhat Bikmaz nicht mehr antreten. „Ich habe noch nie zwei Strafstöße in Folge verschossen“, sagt der Kapitän des HSC und fügt an: "„Es gibt ein Video, das deutlich zeigt, dass der Ball 20 Zentimeter hinter der Linie ist." Für Bikmaz passt es zu der aktuellen Situation des Aufsteigers: „Wir haben einfach kein Glück. Vor einem Jahr, in der Oberliga, wäre der Ball noch reingegangen.“ Der Elfmeterschütze zeigte sich anschließend einsichtig, dass er den Ball womöglich besser mit Wucht in die Maschen hätte donnern sollen. „Ich kenne Gecko schon lange und weiß, dass er ein wahrer Elferkiller ist. Ich ging davon aus, dass er in eine Ecke springt, deshalb wollte ich chippen.“

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Spannung gegen Ende

Dass der HSC am Ende doch noch einmal heran kam, schmeckte Zimmermann gar nicht. „Mit der Art und Weise unseres Spiels bin ich nicht voll zufrieden. Nach dem 2:0 sind wir aus der Ordnung gekommen.“ Yannick Bahls nutzte die Unordnung für seinen Treffer aus kurzer Distanz (83.). In der dritten Nachspielminute setzte Rodi Hezo noch zu einem Fallrückzieher aus 14 Metern an, doch Dlugaiczyk war auf dem Posten. Die mitgereisten Havelser Fans dankten ihm die Parade mit „Gecko, Gecko“-Sprechchören.

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11 Tore ©

Für Meien, der im zentralen Mittelfeld wieder eine starke Leistung ablieferte und von Woche zu Woche ein größeres Selbstvertrauen bekommt, machen diese Derbysiege „besonders viel Spaß“. Allerdings betonte er auch: „Es sind auch nur sechs Punkte und wir dürfen uns darauf nicht ausruhen.“

"Das ist Schlamützenfußball"

Kurz vor Meiens Treffer feuerte Zimmermann sein Team energisch an: „Das ist Schlafmützenfußball. Jetzt machen wir mal mehr Druck.“ Prompt kam der Ball nach Freistoß von Leon Damer zu Meien, der den Ball unbedrängt einköpfte. „Mein Tor selber habe ich gar nicht gesehen“, sagte er lachend. Zu viele Spieler standen im Weg. Schließlich merkte er es und jubelte mit den Kollegen. Wieder einmal erwies sich ein Freistoß als effektive Waffe.

Auch der zweite Treffer resultierte aus einem ruhenden Ball. Wieder erfolgte die Vorarbeit durch Damer, der von Yannick Bahls zu Fall gebracht wurde. Deniz Cicek verwandelte sicher (50.).

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