11. Mai 2020 / 16:33 Uhr

HSG Göttingen verzichtet auf die Oberliga

HSG Göttingen verzichtet auf die Oberliga

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
HSG-Trainer Uwe Viebrans und sein Team haben gemeinsam beschlossen, in der kommenden Saison in der Landesliga zu starten.
HSG-Trainer Uwe Viebrans und sein Team haben gemeinsam beschlossen, in der kommenden Saison in der Landesliga zu starten. © Peter Heller
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Sie hätten weiter in der Oberliga spielen können, haben sich aber dagegen entschieden: die Handballerinnen der HSG Göttingen. Die Mannschaft wird in Zukunft in der Landesliga antreten.

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Die Handballerinnen der HSG Göttingen verzichten in der kommenden Saison auf ihre Startberechtigung in der vierthöchsten Spielklasse und planen mit der Punktrunde in der Landesliga Braunschweig. Dies hat HSG-Trainer Uwe Viebrans am Montag bestätigt. Damit nimmt der Tabellenvorletzte die Option nicht wahr, nach der es in den einzelnen Spielklassen keinen Absteiger gibt. Dies hatte der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) im April bekannt gegeben, nachdem die laufende Saison wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde.

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Belastungen nur schwer einschätzbar

Ein weiteres Jahr in der Oberliga, dass ist für die HSG Göttingen aufgrund der sich abzeichnenden Belastungen nicht zu stemmen. Denn durch den Verzicht auf Absteiger wird sich die Zahl der Mannschaften in der Oberliga erhöhen. Vermutlich von 14 auf 17. Die Folge: Mehr Spieltage, „im Extremfall bis auf 34“, so HSG-Trainer Uwe Viebrans, wenn auch noch Mannschaften aus der dritten Liga dazukommen, die beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen die derzeitige Spielklasse nicht mehr halten können. Und: Verzögert sich durch Corona der Start in die Saison, bliebe als Option damit nur noch einer Verlängerung der Spielrunde bis in den Sommer 2021. In jedem Fall wird die nächste Saison eine besonders herausfordernde.

Für die HSG Göttingen derzeit nicht zu meistern, wobei Trainer Viebrans auch familiäre und berufliche Verpflichtungen seiner Spielerinnen zu bedenken gibt. Allein fünf Handballerinnen sind in Pflegeeinrichtungen beschäftigt, die Nacht- und Wochenenddienste erfordern. Dazu fallen zwei wichtige Leistungsträgerinnen in den nächsten Monaten gänzlich aus. Nach der Babypause einiger Spielerinnen in den zurückliegenden Saisonzeiten sind jetzt Torjägerin Michelle Rösler (25) und Linksaußen Marieke Lieseberg (24) schwanger.

Alle haben Zusage für Landesliga gegeben

Wie und wann es nach der erzwungenen Handballpause weitergeht, das steht in den Sternen. „Und so haben wir eine Entscheidung gefällt, die ich nicht allein als Verantwortlicher der HSG getroffen habe“, betont Viebrans. „Alle Spielerinnen waren damit eingebunden, alle haben die Zusage für die Landesliga gegeben.“ Man habe alle Faktoren mit der Mannschaft durchgespielt und sei im Gesamtergebnis „meines Erachtens zu dem weisen Entschluss gekommen, freiwillig den Weg in die Landesliga zu gehen, anstatt nicht zu wissen, wann wir antreten können und wie wir die Spiele unterbringen können“, so Viebrans, der zusammen mit dem Teams „ein mögliches Chaos“ verhindern will. Mit dem „Abstieg“ in die Landesliga habe man aber nicht den Stress. Man wolle Freude am Handball haben und mit der Moral und richtigen Einstellung oben mitspielen und vielleicht wieder aufsteigen.

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Die Starttermine in die Saison 2020/21 sind von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und möglichen Lockerungen abhängig: Der Deutscher Handballbund und die Landesverbände bleiben auf allen Ebenen im Austausch mit Politik und Behörden. „Wichtig für den Handball und generell für den Mannschaftssport ist, dass wir in einer sinnvollen Diskussion um Lockerungen Gehör finden, um den Handballsport – den Umständen angepasst – wieder zurück in die Hallen zu bringen“, sagt in diesem Zusammenhang Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbundes.