08. Mai 2022 / 19:32 Uhr

HSG Schaumburg Nord verschludert wichtigen Sieg gegen TV Jahn Duderstadt

HSG Schaumburg Nord verschludert wichtigen Sieg gegen TV Jahn Duderstadt

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
x-Marcel Rose
Marcel Rose, bester HSG-Werfer, scheitert einmal mehr an Duderstadts Keeper Paul Koch. © Uwe Kläfker
Anzeige

Schaumburger Oberliga-Handballer vergeben gegen den Tabellennachbarn aus Duderstadt beste Chancen, darunter vier Siebenmeter. Auch die letzte Abwehr-Aktion misslingt. Coach Tonkunas zürnt, sieht am Ende aber doch noch einen kleinen Sonnenstrahl.

Die mit Blitzen garnierten dunken Wolken über dem Kopf von Saulius Tonkunas waren zwar nicht sichtbar, aber es brodelte im Litauer. Der Trainer des Handball-Oberligisten HSG Schaumburg Nord hatte den Sieg gegen den direkten Konkurrenten TV Jahn Duderstadt leichtfertig aus der Hand gegeben, musste im Kampf gegen den Abstieg mit einem 28:28 (15:13) leben. Das Spiel war nicht aus dem Feinkost-Regal, lebte aber vom Kampf der Kontrahenten.

Anzeige

Vor allem die letzte Szene regte den Coach auf. Drei Sekunden vor dem Abpfiff lief Duderstadts Torgarant Stjepan Knezic von links nach rechts und erzielte den Ausgleich. "Ich hatte es vorhergesagt. Clevere Teams fressen den vorher auf", zürnte der Litauer, war dabei aber nicht wörtlich zu nehmen. "Einer muss raus, das Stop-Foul muss kommen."

Dabei hatte die HSG über weite Strecken gar nicht so viel falsch gemacht, ging aber mit besten Torchancen zunehmend schludrig um, was sich dann auch rächen sollte. Aus einem 5:7-Rückstand machte die HSG zur Pause eine 15:13-Führung. Die Abwehr packte gut zu, Keeper Niklas Blomberg steuerte zahlreiche Paraden bei, hielt unter anderem zwei Siebenmeter. Aber auch die Duderstädter hatten gute Torhüter im Gepäck, Julian Krüger verhinderte einen höheren Rückstand.

Anzeige
DSC_5474 Zur Galerie
DSC_5474 ©

Nach dem Seitenwechsel deckte die HSG den linken Rückraumspieler Stjepan Knezic (neun Tore) offensiver, ganz auszuschalten war der Auslöser zahlreicher Jahn-Aktionen aber nicht. Es war viel Hektik im Spiel, es ging zur Sache und es gab strittige Entscheidungen. Klar war dagegen die Rote Karte gegen Schaumburgs Youngster Tim Deseniß, der den durchgebrochenen Knezic abräumte und die Rote Karte sah (36.). Die enge personelle Decke wurde noch dünner.

Nach einem Konter stellte Marcel Rose auf 26:23, im Anschluss scheiterte Mirko Thieme per Siebenmeter. Aber auch der TV zeigte Nerven, setzte einen Strafwurf an die Latte (52.). Aber die Gastgeber nutzten die Gunst der Stunde nicht, Thieme scheiterte frei am eingewchselten Duderstädter Keeper Paul Koch. "Wir müssen in dieser Phase auf vier oder fünf Tore wegziehen", ärgerte sich Tonkunas über "zu viel Larifari". So arbeiten sich die Gäste heran, glichen durch Knezic zum 26:26 aus (54.). Es wurde ein zähes Ringen um jedes Tor.

Das waren die Nerven, der Druck

Nach feiner Vorarbeit des noch gehandicapten Andreas Lüer stellte Rose auf 27:26 und anschließend hatte Routinier Martin Engel und Rose (per Siebenmeter) klare Gelegenheiten, den Sack zuzumachen. "Das waren die Nerven, der Druck", erklärte Tonkunas die Blockade. Aber der Gegner habe auch Druck gehabt. Zur Krönung setzte Rose einen Siebenmeter neben das Tor, aber Andreas Lüer hämmerte den Ball 68 Sekunden vor der Schlusssirene zum 28:27 ins Tor – aber das langte nicht.

Vielleicht ist der Punkt noch Gold wert

Die imaginären Wolken über Tonkunas lichteten sich etwas, ließen einen sogar noch einen Sonnenstrahl durch. "Vielleicht ist der Punkt noch Gold wert.

HSG: Rose 9, Graafmann 8/3, Blazek 7, Lüer 4.