15. August 2022 / 12:49 Uhr

HSV lehnt 120-Millionen-Angebot von Kühne ab - Aufsichtsrats-Boss Jansen erklärt Entscheidung

HSV lehnt 120-Millionen-Angebot von Kühne ab - Aufsichtsrats-Boss Jansen erklärt Entscheidung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der HSV-Aufsichtsratsvorsitzende Marcell Jansen spricht über die Pläne von Investor Klaus-Michael Kühne.
Der HSV-Aufsichtsratsvorsitzende Marcell Jansen spricht über die Pläne von Investor Klaus-Michael Kühne. © IMAGO/MIS, Oliver Ruhnke (Montage)
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Der Hamburger SV wird auf das 120-Millionen-Angebot von Investor Klaus-Michael Kühne nicht eingehen. Aufsichtsratschef Marcell Jansen erklärt die Entscheidung, kündigt zugleich aber weitere Gespräche mit dem Mäzen an.

Der Hamburger SV wird die von Investor Klaus-Michael Kühne angebotene und mit zahlreichen Bedingungen verbundene Finanzspritze in Höhe von 120 Millionen Euro ablehnen. Aufsichtsratschef Marcell Janßen erklärte am Montag in einem auf der Klub-Homepage veröffentlichten Interview, dass "das an uns herangetragene Angebot ist in dieser Form nicht umsetzbar" sei und man Kühnes Vorstoß "vor allem als weiteren Impuls" ansehe.

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Kühnes Angebot sieht unter anderem vor, dass der Unternehmer durch das finanzielle Engagement seinen Einfluss und seine Macht im Verein weiter ausbaut. Unter anderem will er den Aufsichtsrat auf fünf Mitglieder verkleinern und dort zwei Sitze statt wie bisher einen einnehmen. Ein zentraler weiterer Punkt ist, das Kühne seinen Anteil an der AG von derzeit 15,21 auf etwa 39,90 Prozent ausbauen will. Weitere zehn Prozent würden kleinere Gesellschafter halten. Der HSV e.V. soll seine Beteiligung von 75,1 auf 50,1 Prozent reduzieren.

Dazu wäre eine Satzungsänderung des Vereins notwendig, die auf einer Mitgliederversammlung eine Dreiviertel-Mehrheit benötigt. Dass dies eintritt, gilt als unwahrscheinlich. Zuletzt hatte es aus der Fan-Szene bereits laustarken Protest gegen das Angebot Kühnes gegeben. "Der Vorstoß zeigt einmal mehr, wie sehr Herr Kühne dem HSV weiterhin verbunden ist und eine positive Entwicklung sehen möchte", meinte Jansen derweil: "Genau diesen Anspruch haben alle Gremien und alle Entscheidungsträger auch. Zu dem konkreten Angebot verbunden mit dem Maßnahmenkatalog von Herrn Kühne ist zu sagen, dass wir als Präsidium seinerzeit den klaren Auftrag der Mitgliedschaft erhalten haben, die Grenzen für Anteilsverkäufe in unserer Satzung zu verankern. Das haben wir gemacht."

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Jansen betonte die Bedeutung von "demokratischer Partizipation, wirtschaftlicher Sicherheit und Handlungsfähigkeit". Man wolle "natürlich mit Herrn Kühne im engen Dialog sein und nach vorn blicken", sagte Jansen, verwies dann aber darauf, dass der Zweitligist die von Kühne offerierten Millionen unter den gegeben Umständen nicht annehmen werde. "Selbstverständlich werde ich mich auch direkt und persönlich mit Herrn Kühne zu seinem Angebot austauschen, wobei ich betonen möchte, dass es zu keiner Zeit einen Abbruch der Kommunikation mit Herrn Kühne gab", sagte der HSV-Boss.