10. November 2017 / 07:12 Uhr

Langjähriger HSV-Aufsichtsrat: "Wenn Kühne sich zurückzieht, sind wir fertig!"

Langjähriger HSV-Aufsichtsrat: "Wenn Kühne sich zurückzieht, sind wir fertig!"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Was macht Klaus-Michael Kühne mit dem HSV? Die Befürchtungen sind groß.
Was macht Klaus-Michael Kühne mit dem HSV? Die Befürchtungen sind groß. © imago
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Der Investor droht zum wiederholten Mal mit Zahlungsstopp, will kein Geld mehr in den klammen Bundesliga-Dino schießen. Schlimme Szenarien machen bereits die Runde. Kommt es für den HSV jetzt wie für 1860 München?

Der HSV steckt im Kühne-Dilemma!

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Zieht der Investor sich wie angekündigt zurück, wird die Lage beim Bundesliga-Dino brisant. Denn es gilt als möglich, dass die Hamburger in diesem Fall Probleme mit der Lizenz bekommen könnten - sowohl für die 1., als auch für die 2. Bundesliga. Die Aussagen von Klaus-Michael Kühne und die unverhohlenen Drohungen, er wurde sein Engagement einstellen, wenn der Aufsichtsrat nicht nach seinen expliziten Wünschen zusammengestellt wird, sorgen in Hamburg für Chaos.

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"Wenn sich Kühne zurückzieht und wir auch noch 50 bis 100 Millionen zurückzahlen sollen, dann sind wir fertig", sagt der langjährige HSV-Aufsichtsrat Jürgen Hunke bei Sport1. Die Nerven liegen blank, es gibt erste Medien, die gewisse Parallelen zum TSV 1860 München erkennen, der 2004 aus der Bundesliga abstieg und mittlerweile in der Regionalliga spielt. Ex-Aufsichtsrat Manfred Ertl nennt Kühne einen "brodelnden Vulkan, der zwischendurch eruptiert. Der verprellt hier alle!" Die Lage ist bedrohlicher, als vom Vorstand dargestellt, sagen die Kühne-Skeptiker.

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"HSV wird ein Problem mit der DFL bekommen"

Vorstandschef Heribert Bruchhagen gab nach ersten Meldungen über mögliche Probleme im Lizenzierungsverfahren Entwarnung. Man werde keine Probleme bei der Erstliga-Lizenz haben, sagte der frühere Frankfurter. Gilt das aber auch für die 2. Bundesliga? Dazu machte Bruchhagen keine Angaben, einige Insider bezweifeln, dass der HSV einen Abstieg verkraften würde. Allein die TV-Gelder würden den Hamburgern massiv gekürzt. Im letzten Jahr konnte der HSV die Bedingungen der DFL nur erfüllen, weil Kühne mit einem Darlehen über 18 Millionen Euro einsprang.

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Jetzt schaltet sich auch Ex-HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow ein, kontert: "Herr Kühne kann nicht einfach von heute auf morgen sagen: 'Ich bin raus.' Für seine 20 Prozent Aktienanteile muss er erst mal einen Käufer finden." Doch auch Jarchow sieht den HSV in einer ernsten Schieflage: "Sollte diese beherrschende Einflussnahme weitergehen, dann wird der HSV irgendwann ein Problem mit der DFL bekommen..." Nimmt der HSV den gleichen Weg wie der TSV 1860? Möglich erscheint zurzeit alles.

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Alex Silva, Thiago Neves und auch Jonathan Pitroipa schafften den Durchbruch beim HSV nicht. Sie waren nicht die einzigen. Wer noch? Das erfahrt Ihr in der Bildergalerie. ©

Immerhin: Hoffnung macht dem Klub, dass Kühne nicht so einfach raus kann - selbst, wenn er wollte. Jarchow: "Die Darlehensverträge können nicht einfach gekündigt werden."

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