03. Mai 2021 / 14:20 Uhr

HSV-Boss Boldt begründet Trennung: Distanz zwischen Thioune und den Spielern "war spürbar"

HSV-Boss Boldt begründet Trennung: Distanz zwischen Thioune und den Spielern "war spürbar"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt
 (links) spricht über die Entlassung von Daniel Thioune. 
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (links) spricht über die Entlassung von Daniel Thioune.  © Getty Images (Montage)
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Das Saisonziel Aufstieg ist erneut in Gefahr. Und der Hamburger SV handelt drei Spieltage vor Schluss: Cheftrainer Daniel Thioune ist weg, Horst Hrubesch soll das Team noch in die Bundesliga führen. HSV-Sportvorstand Jonas Boldt erklärt die Entscheidungen.

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Vereinslegende Horst Hrubesch soll den strauchelnden Hamburger SV doch noch zum Bundesliga-Aufstieg führen. Der Zweitligist aus dem Norden gab am Montag die Trennung von Cheftrainer Daniel Thioune bekannt und setzt in den verbleibenden drei Saisonspielen auf den aktuellen Nachwuchschef Hrubesch. Auf einer Pressekonferenz am Montagmittag sprach HSV-Sportvorstand Jonas Boldt über den Trainer-Wechsel. Und kritisiert Thioune an einigen Stellen.

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"Wir hatten gar keine Zweifel, zusammen durch Durststrecken zu gehen. Aber die aktuelle Entwicklung: Angefangen mit dem Hannover-Spiel, dann gegen Darmstadt. Dann kamen einige Sachen zusammen. Das macht was mit einer Mannschaft. Die Beziehung zwischen Spieler und Trainer hat immer wieder gewackelt", erklärte Boldt. Thioune war erst zu Saisonbeginn vom VfL Osnabrück gekommen. Sein Vertrag war bis Sommer 2022 datiert. Doch unter der Regie des 46-Jährigen gelangen dem HSV in bislang 14 Spielen der Rückrunde nur drei Siege und 16 Punkte.

"Der Trainer hat nach seinen Möglichkeiten alles versucht, aber das ist auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen. Nach dem KSC-Spiel war er sichtlich angeknockt. Die Distanz zwischen ihm und den Spielern war spürbar", betonte der HSV-Boss. Die Rothosen sind derzeit Tabellendritter mit 52 Punkten hinter dem VfL Bochum (60) und Greuther Fürth (57). Der Viertplatzierte Holstein Kiel (50) hat noch drei Nachholspiele zu bestreiten und kann den HSV vom Relegationsrang verdrängen.

Boldt: Das hat eine große Enttäuschung ausgelöst

Bei einem Scheitern könnte es auch für Boldt im Sommer eng werden. Auf jeden Fall ist es die letzte Chance, den dringend benötigten Stimmungswechsel mit einem Aufstieg herbeizuführen. Eigentlich wollte der 39-Jährige beim HSV für Ruhe und Kontinuität sorgen und dem als Entwickler geholten Thioune die nötige Zeit zum Aufbau eines Teams mit Perspektive geben. Doch jetzt kam alles anders. "Es geht nicht darum, stur an etwas festzuhalten, das einfach nicht funktioniert. Thiounes Worte, All-In zu gehen mit den Ergebnissen dann, hat eine große Enttäuschung in der Kabine ausgelöst. Ein unbelasteter Übergang in die neue Saison wäre gar nicht möglich gewesen. Deswegen haben wir den Wechsel jetzt vollzogen", erklärte Boldt die vorzeitige Trennung.

Der HSV-Sportvorstand habe in den vergangenen Gesprächen mit Thioune festgestellt, dass er "die Führungskraft ein Stück weit verloren" habe. Der HSV-Boss habe gemerkt, dass man nach einer guten Hinrunde in den vergangenen Wochen "mit Daniel als Führungskraft von diesem Weg abgekommen" sei. Die Idee sei es weiterhin, auf junge, entwicklungsfreudige Spieler zu setzen und sich als Klub weiterzuentwickeln. In der neuen Saison wollen die Rothosen das mit einem neuen Trainer angehen. Denn Hrubesch steht nur für die drei letzten Saisonspiele zur Verfügung.