25. März 2020 / 06:19 Uhr

High Noon beim HSV: Bosse Hoffmann, Boldt und Wettstein müssen zum Rapport - Chaos droht

High Noon beim HSV: Bosse Hoffmann, Boldt und Wettstein müssen zum Rapport - Chaos droht

Andreas Hardt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Krisen-Treffen am Mittwoch: Max-Arnold Köttgen (von links) Bernd Hoffmann, Jonas Boldt und Marcell Jansen beraten über die aktuelle Situation beim HSV.
Krisen-Treffen am Mittwoch: Max-Arnold Köttgen (von links) Bernd Hoffmann, Jonas Boldt und Marcell Jansen beraten über die aktuelle Situation beim HSV. © imago images/Oliver Ruhnke, Getty Images/Oliver Hardt, Montage
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Nach der sportlichen Talfahrt in der 2. Bundesliga knallt es in der Vereinsspitze des Hamburger SV gewaltig. Die Bosse müssen am Mittwoch zum Rapport, der Ausgang ist völlig offen. Wird HSV-Präsident Bernd Hoffmann entmachtet?

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An diesem Mittwoch bittet der Rat zum Gespräch. Persönlich, trotz Versammlungsverbot. Nacheinander müssen Bernd Hoffmann, Jonas Boldt und Frank Wettstein ihre Sicht der Dinge darstellen. Auf der anderen Seite hören sich Max-Arnold Köttgen, Andreas Peters und Marcell Jansen die Einlassungen der drei Vorstände der HSV Fußball AG an. Dann werden der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter sowie der Präsident ihre Daumen heben oder senken. High Noon beim HSV. Mal wieder.

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Mitten in der existenzbedrohenden Corona-Krise steuert auch die Führungskrise beim HSV auf einen weiteren Tiefpunkt zu, der irgendwann ein Opfer finden wird – und es scheint nicht ausgeschlossen, dass dieses Opfer der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann ist. Der Graben zwischen Hoffmann, Sportvorstand Boldt sowie Finanzchef Wettstein scheint so tief, dass eine gedeihliche Zusammenarbeit auf Dauer kaum möglich erscheint. Niemand will sich zitieren lassen, unter der Hand sind Wörter wie „Vertrauensverlust“, „Alleingang“, „Alphatiere“ zu hören.

Nun hat sich auch noch Investor Klaus-Michael Kühne eingeschaltet. Der 82-Jährige bezeichnete die Reibereien im Vorstand als „degoutant“, als widerlich. Er hoffe auf einen Personalwechsel an der Spitze des Klubs. Hoffmann hatte es sich mit dem Milliardär, der über 20 Prozent Anteile an der Fußball AG besitzt, verscherzt, weil er dessen Einfluss reduzieren wollte. Derzeit werde er dem HSV kein Geld geben, erklärte Kühne in der Zeit.

Erstmals Differenzen bekannt wegen Affäre um Jatta

Im September 2018 wurde Hoffmann zum Vorstandschef berufen, er hat einen Vertrag bis 2021. Boldt kam im Sommer zum HSV, laut Hoffmann ist er jemand, „der immer eine eigene Meinung haben und sie auch vertreten wird“.

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Dass diese beiden Führungsspieler irgendwann wie zwei Büffel mit Volldampf aufeinanderprallen würden, war eigentlich zu erwarten. Erstmals sickerten Differenzen in der Affäre um die Identität von Bakery Jatta durch. Hoffmann wollte den Spieler bis zur Klärung der Sache nicht spielen lassen, Trainer Dieter Hecking und Boldt aber zogen die Einsätze für den Gambier durch – sie versammelten damit Mannschaft und Fans hinter sich und isolierten Hoffmann.

Weitere Konflikte gab es um den Transfer von Douglas Santos, um Spielertransfers im Winter, um einen Termin mit Kühne, über den Boldt nicht informiert war. Nach der Niederlage in Aue am 1. März sprach Hoffmann öffentlich von „sportlicher Krise“ – eine Terminologie, die Hecking und Boldt unbedingt vermeiden wollten.

HSV ist der Verlierer des Streits

Köttgen gilt eigentlich als Hoffmann-Fan, Jansen hat sich als Vereinspräsident profiliert und wird von Kühne unterstützt. Er hat sich in den letzten Wochen von Hoffmann distanziert. Wie das alles ausgehen wird, ist abzuwarten. Nur eines ist sicher: Verlierer ist wieder einmal der gesamte HSV.

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