21. Juni 2020 / 18:40 Uhr

HSV-Coach Hecking: "Hätten längst durch sein müssen" - spätes Gegentor "nicht zu entschuldigen"

HSV-Coach Hecking: "Hätten längst durch sein müssen" - spätes Gegentor "nicht zu entschuldigen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dieter Hecking hadert mit der Niederlage des HSV beim 1. FC Heidenheim, gibt die Hoffnung auf den Aufstieg aber noch nicht auf.
Dieter Hecking hadert mit der Niederlage des HSV beim 1. FC Heidenheim, gibt die Hoffnung auf den Aufstieg aber noch nicht auf. © Getty/imago images
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Dem Hamburger SV droht erneut das Horror-Szenario: Die Norddeutschen sind vor dem letzten Zweitliga-Spieltag auf den vierten Platz abgerutscht. Dem einstigen Schwergewicht des deutschen Fußballs droht ein weiteres Jahr in der 2. Liga. HSV-Trainer Dieter Hecking hadert mit dem Gegentreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit.

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Der Hamburger SV hat im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga einen möglicherweise entscheidenden Rückschlag erlitten. Die Norddeutschen verloren beim direkten Konkurrenten 1. FC Heidenheim in letzter Sekunde mit 1:2 (0:0) und müssen am letzten Spieltag auf Schützenhilfe hoffen, um doch noch auf den Relegationsplatz zu springen. Die bittere Pleite in Heidenheim ging auch an HSV-Trainer Dieter Hecking nicht spurlos vorbei. "Wir hätten längst durch sein müssen", grollte der Ex-Gladbacher bei Sky mit Blick auf den Kampf um die Bundesliga-Rückkehr.

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Die Hamburger haben in den vergangenen Wochen massiv an Boden verloren - die Leistung gegen Heidenheim mit dem entscheidenden Gegentreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit durch Konstantin Kerschbaumer war jedoch der negative Höhepunkt der HSV-Saison. Nach einem langen Ball von Marc Schnatterer reagierte Stefan Schimmer schneller als Rick van Drongelen und spielte auf Kerschbaumer, der Julian Pollersbeck keine Abwehrchance ließ. Hecking stocksauer: "Das letzte Tor darf nicht fallen, das darf nicht passieren. Das Gegentor ist nicht zu entschuldigen."

HSV-Bosse Boldt und Mutzel wollen nicht sprechen

Der Coach, der anders als die Klubchefs Jonas Boldt und Michael Mutzel vor die Sky-Kameras trat (sie ließen sich mit Verweis auf einen baldigen Rückflug nach Hamburg entschuldigen) hatte wenig Verständnis dafür, dass seine Spieler in der Schlussphase weit aufgerückt waren, obwohl selbst ein Unentschieden dafür gesorgt hätte, dass der HSV auf dem Relegationsrang bleibt - vor den Heidenheimern. "Für mich ist es ein absoluter Abwehrfehler, wir brauchen nicht mehr nach vorn zu laufen", schimpfte er. "Du schließt die Lücke im Zentrum nicht. Wir stehen offen, weil wir alle zum Ball gucken. Den Laufweg nehmen wir nicht auf. Es ist nicht gut gespielt von Heidenheim, es ist ein langer Ball und wir stehen einfach nicht gut."



Die Hoffnung, am letzten Spieltag doch noch auf den Relegationsplatz zu springen, hat Hecking noch nicht aufgegeben. Die Hamburger müssen allerdings auf einen Patzer der Heidenheimer gegen den schon feststehenden Meister Arminia Bielefeld hoffen und gleichzeitig im Heimspiel gegen den SV Sandhausen mindestens ein Remis holen (wenn Heidenheim verliert) respektive gewinnen, sollte der FCH in Bielefeld Unentschieden spielen. Gewinnt Heidenheim, hat der HSV zum zweiten Mal in Folge die Rückkehr in die Bundesliga verpasst.

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HSV-Torjäger Joel Pohjanpalo sprach von einem "großen Schock für uns" und warf wie Hecking einen eher verzweifelten Blick voraus auf das letzte Spiel der regulären Saison gegen Sandhausen. Es bringe nichts, mit dem Ergebnis zu hadern, denn in der nächsten Woche werde wieder gespielt. Pohjanpalo: "Wir müssen hoffen, dass es Bielefeld gegen Heidenheim gewinnt. Wir haben selbst noch dieses eine Spiel, jetzt müssen wir alles geben."

Heimspiel gegen Sandhausen letztes Hecking-Spiel beim HSV?

Brisant: Für Hecking könnte es das letzte Spiel als HSV-Trainer sein, denn sein am übernächsten Dienstag auslaufender Vertrag wird nur im Aufstiegsfall automatisch verlängert. Daran denkt der 55-Jährige ("Es scheint so zu sein, dass der Fußballgott aktuell nicht auf unserer Seite ist") aber noch nicht. "Du hast jetzt noch ein Spiel, das musst du gewinnen", sagte Hecking. "Du musst hoffen, dass Bielefeld nochmal alles raushaut. Die kleine Chance ist noch da." Die Hamburger hoffen "immer noch, dass wir noch drei Spiele haben". Man dürfe nicht nur auf die Arminia hoffen, "wir müssen unsere Spiele gewinnen. Das haben wir in letzter Zeit nicht getan".

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