11. November 2020 / 14:24 Uhr

HSV-Boss Marcell Jansen bremst Erwartungen: "Nicht der FC Bayern der 2. Liga" - Gladbach als Vorbild

HSV-Boss Marcell Jansen bremst Erwartungen: "Nicht der FC Bayern der 2. Liga" - Gladbach als Vorbild

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Präsident Marcell Jansen hat sich zufrieden über die neue Bescheidenheit des Hamburger SV geäußert und sieht den Klub nicht als den FC Bayern der 2. Bundesliga.
Präsident Marcell Jansen hat sich zufrieden über die neue Bescheidenheit des Hamburger SV geäußert und sieht den Klub nicht als den FC Bayern der 2. Bundesliga. © imago images/Sven Simon
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Aufsichtsratschef Marcell Jansen hat sich in der "Sport Bild" zufrieden über die Veränderungen beim Hamburger SV geäußert. Dennoch sieht der Ex-Profi den Klub "nicht als den FC Bayern der 2. Liga". Lob gab es für Nachwuchsdirektor Horst Hrubesch.

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Präsident und Aufsichtsratschef Marcell Jansen hat sich zufrieden mit den Veränderungen der vergangenen Monate beim Zweitligisten Hamburger SV gezeigt. "Der HSV wird anders wahrgenommen: dass er sich verändert hat, seriös arbeitet, nicht über seine Verhältnisse lebt. Es wurden fast nur ablösefreie Spieler geholt. Ich erkenne einen roten Faden, auf allen Ebenen wird gute Arbeit gemacht", sagte der Ex-Profi in einem Interview der Sport Bild. Er gab jedoch zu bedenken, der HSV stehe "erst am Anfang". Bei der Frage, ob Investor Klaus-Michael Kühne, der 20,6 Prozent der Anteile an der Fußball-AG besitzt, auch in Corona-Zeiten weiter helfe, wich Jansen aus: "Wir brauchen die Unterstützung von allen. Sollte die Corona-Krise dauerhaft anhalten, dann schaffen wir es nicht allein."

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Ungeachtet des gelungenen Saisonstarts mit 17 Punkten aus sieben Partien, der Tabellenführung und vier Zählern Vorsprung auf den Tabellenzweiten VfL Osnabrück äußerte sich Jansen zurückhaltend zu einer möglichen Bundesliga-Rückkehr des einstigen "Dinos". "Wir sind 2018 nicht plötzlich und dramatisch abgestiegen. Und wie schwer sich andere Absteiger in der Vergangenheit beim Wiederaufstieg getan haben, ist auch bekannt. Darum werde ich nicht müde, alle darauf hinzuweisen, wie schwer der Weg zurück ist", betonte der 35-Jährige. Vergleiche mit dem FC Bayern München, für den er von 2007 bis 2008 selbst spielte, empfindet er als unpassend. "Ich sehe uns nicht als den FC Bayern der 2. Liga", bekräftigte Jansen.

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Als positives Beispiel für den HSV nannte er mit Borussia Mönchengladbach einen weiteren seiner Ex-Vereine: Durch ein geschlossenes Agieren von Präsident Rolf Königs, Sportdirektor Max Eberl und Finanzchef Stephan Schippers trete die Borussia als Einheit auf und habe sich auch dadurch zu einem Champions-League-Klub entwickelt.

Fan-Rückkehr? Jansen für Einführung von PCR-Corona-Schnelltests

Ein Lob sprach Jansen an HSV-Legende Horst Hrubesch aus, der seit diesem Sommer nach vielen Jahren als Trainer verschiedener DFB-Auswahlmannschaften als Nachwuchsdirektor bei den Hamburgern tätig ist. "Er arbeitet von morgens bis abends, ist inhaltlich brutal stark. Über seine menschlichen Qualitäten müssen wir nicht sprechen, die sind ganz besonders. Er hat das Gespür für junge Spieler. Er ist einfach eine Bereicherung für den HSV, viele wachsen an seiner Seite", so der Aufsichtsratsvorsitzende, der die Einführung von zertifizierten PCR-Corona-Schnelltests als mögliches Instrument sieht, um wieder Fans in die Stadien zu bekommen. "Diese Maßnahme wurde auf Kreuzfahrtschiffen getestet, es würde sich sicher auch bei der Durchführung von Fußballspielen vor Zuschauern positiv auswirken", meinte Jansen.