13. November 2019 / 14:59 Uhr

HSV wagt Novum bei Pyro-Technik! Nach Test: Klub will kontrolliertes Abbrennen erlauben

HSV wagt Novum bei Pyro-Technik! Nach Test: Klub will kontrolliertes Abbrennen erlauben

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Fans des Hamburger SV haben in der Vergangenheit schon häufiger Pyrotechnik abgebrannt.
Die Fans des Hamburger SV haben in der Vergangenheit schon häufiger Pyrotechnik abgebrannt. © imago images / MIS
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Der Hamburger SV ist Spitzenreiter der 2. Bundesliga, wenn es um Strafen für Pyro-Vergehen geht. Dagegen wollen die Hanseaten jetzt Maßnahmen ergreifen - ohne ihren Fans die Feuwerwerkskörper zu verbieten.

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Der Hamburger SV soll nach einem Bericht der Sport Bild erwägen, vor einem bislang nicht genannten Rückrundenspiel im Volksparkstadion kontrolliert Pyrotechnik abzubrennen. Der Zweitligist habe in Anwesenheit von Experten, Feuerwehr und Fans bereits eine Pyro-Show mit Rauchtöpfen getestet, berichtete das Magazin am Mittwoch. Dabei sollen die Töpfe in einem Sicherheitsbereich zwischen Tor und Nordtribüne gezündet worden sein. Der HSV wollte sich zu der Thematik vorerst nicht äußern.

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Einige Anhänger sehen den Pyro-Einsatz im Stadion als Teil der Fankultur und wollen darauf nicht verzichten. Klub-Boss Bernd Hoffmann hatte das Abbrennen von Pyrotechnik Anfang des Jahres sogar öffentlich befürwortet. „Klar ist, dass wir einen anderen Umgang mit der Thematik brauchen als bisher“, sagte Hoffmann seinerzeit dem Hamburger Abendblatt - passiert ist seitdem aber bislag nichts.

HSV sucht nach neuen Wegen bei Pyro-Technik

Nun sucht der HSV nach neuen Wegen - und will mit einem Novum vorangehen! Das kontrollierte Abbrennen in einem Sicherheitsbereich unter Aufsicht würde nicht zu Sanktionen durch den DFB führen - und die Hansestädter wären der erste Klub in Deutschland, der dies gestatten würde. Ungewiss ist jedoch, ob die Ultras im Gegenzug das verbotene Zünden von Raketen und Bengalos unterlassen würden.

Eine andere Alternative wurde in Hamburg bisher noch nicht in Betracht gezogen. In Dänemark entwickelte ein Experte sogenannte "kalte Pyro", die nur noch 230 statt über 2000 Grad Celsius heiß wird. Beim Nord-Konkurrenten Werder Bremen kam dieser Pyro-Ersatz im Juli testweise zum Einsatz - doch der Versuch scheiterte. Die Behörden und der Verein teilten nach dem Test mit, dass selbst diese Technik zu gefährlich sei.

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In der vergangenen Saison war der Verein zu 294.000 Euro Strafe wegen Zündens von Pyrotechnik durch Fans verurteilt worden. Damit hatte er die unrühmliche Spitzenposition inne. Allein 150.000 Euro Strafe wurden im Mai nach dem Stadt-Derby gegen den FC St. Pauli fällig. Die Fans hatten so intensiv Pyrotechnik abgebrannt, dass die Partie verzögert wieder angepfiffen wurde und sogar vor dem Abbruch stand.

Strafenkatalog vom DFB genau geregelt

Für solche Fälle ist ein genauer Stafenkatalog vorgesehen, der an die drei deutschen Profi-Ligen angepasst wird. Das einfache Abbrennen von Feuerwerkskörpern kostet demnach in der ersten Liga 1.000 Euro pro Gegenstand - Zweitligisten zahlen für das gleiche Vergehen 600 Euro und in der 3. Liga kostet es 350 Euro. Sobald ein pyrotechnischer Gegenstand die Ränge verlässt und etwa auf das Spielfeld oder gar auf gegnerische Anhänger geworfen wird kostet es schon 3.000, 1.500 oder 750 Euro.