15. September 2020 / 17:10 Uhr

HSV-Sportvorstand Boldt schützt Leistner nach Pokal-Ausraster: "Wird nicht an den Pranger gestellt"

HSV-Sportvorstand Boldt schützt Leistner nach Pokal-Ausraster: "Wird nicht an den Pranger gestellt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (links) hat Toni Leistner nach dessen Ausraster im Anschluss an das Pokal-Aus bei Dynamo Dresden in Schutz genommen.
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (links) hat Toni Leistner nach dessen Ausraster im Anschluss an das Pokal-Aus bei Dynamo Dresden in Schutz genommen. © imago images/Picture Point LE/Witters/Pool (Montage)
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Sportvorstand Jonas Boldt vom Hamburger SV hat Toni Leistner nach dessen Ausraster im Anschluss an das DFB-Pokal-Aus bei Dynamo Dresden in Schutz genommen. Der Profi, der nach Beleidigungen auf einen Fan losgegangen war, werde "nicht an den Pranger gestellt".

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Zweitligist Hamburger SV hat sich vor seinen Profi Toni Leistner gestellt, der nach der Erstrunden-Niederlage im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden (1:4) einen Zuschauer attackiert hatte. „Wir haben die Aktion am Abend in Dresden aufgearbeitet, uns die vorhandenen Videosequenzen angeschaut und uns auch die Berichte der Augen- und Ohrenzeugen zukommen lassen“, teilte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt am Dienstag mit. „Wir haben ihm sehr deutlich mitgeteilt, dass wir den Vorfall nicht tolerieren, gutheißen, dass wir einen internen Umgang damit finden müssen und werden. Wir haben ihm aber auch versichert, dass er aufgrund seiner Handlung jetzt nicht von uns fallengelassen oder an den Pranger gestellt wird.“

HSV-Boss Boldt: "Niveau der Kommentare unsäglich"

Eine Strafe wurde vorerst nicht verhängt. Mit der „internen Vorgehensweise“ werde sich der Verein jetzt beschäftigen, heißt es. Boldt erklärte: „Das Niveau der Kommentare, die sich Toni aus dem Block anhören musste, ist unsäglich und leider keine Ausnahme mehr. Gegen solch drastische Beschimpfungen, ob beleidigend, homophob oder rassistisch, müssen wir im Fußball und auch in der Gesellschaft vorgehen.“ Der Fan, von dem die Beleidigungen ausgegangen sein sollen, hatte sich am Dienstag ebenfalls medial zu Wort gemeldet und behauptet, seine Äußerungen hätten nicht Leistners Familie gegolten.

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Zuvor hatte sich auch Mittelfeldspieler Leon Goretzka vom FC Bayern München zu dem Vorfall geäußert. Der Nationalspieler war der Ansicht, ein Profi müsse gegen Beleidigungen dieser Art gewappnet sein. "Da muss man drüber stehen", hatte Goretzka unter anderem gesagt, zugleich aber auch Zivilcourage von den umstehenden Zuschauern gefordert, wenn Störenfriede beleidigen oder pöbeln.