28. Juni 2020 / 19:13 Uhr

Kommentar zum HSV: Eine Trennung von Dieter Hecking kann nicht die Lösung sein

Kommentar zum HSV: Eine Trennung von Dieter Hecking kann nicht die Lösung sein

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Eine Trennung von Trainer Dieter Hecking würde die Probleme des HSV nicht lösen, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.
Eine Trennung von Trainer Dieter Hecking würde die Probleme des HSV nicht lösen, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt. © Tim Groothuis/Witters/Pool via xim.gs
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Erneut hat der Hamburger SV das Saisonziel Bundesliga-Rückkehr verpasst. Bei der Saison-Analyse dürfte Dieter Hecking im Fokus stehen. Aber ein erneuter Trainerwechsel würde dem HSV nicht helfen, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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Jetzt wird beim HSV wieder analysiert. Wie man das in Hamburg seit Jahren mit ständig wechselndem Personal praktisch in Dauerschleife tut. Wieso? Weshalb? Warum? Drei von einer weiteren enttäuschenden Saison aufgeworfene Fragen. Im Fokus der Debatten wird sich Dieter Hecking befinden. Der Trainer, den man vor Spielzeit und auch noch in der ersten Hälfte der Saison als Heilsbringer gefeiert hatte. Endlich ein Coach, der weiß, wie Erfolg geht. Jemand mit Erfahrung. Einer, der den Stürmen in Hamburg standhalten kann. Ein paar Monate später wackelt der Coach nun aber. Und es droht das zu passieren, was beim HSV fast schon Tradition hat: Wenn keine andere Lösung auf der Hand liegt, kommt es zum Trainerwechsel.

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Zu dauerhaftem Erfolg hat das praktisch nie geführt. Das Prozedere hat sich verbraucht. Trainer raus, neuer Trainer da, Komplimente in die eine und die andere Richtung, Verpassen der Ziele und das Ganze wieder von vorn. Klar ist: Auch Hecking hat gerade in der Rückrunde Fehler gemacht, nicht immer ein glückliches Händchen in Sachen Personalauswahl und Taktik gehabt. Und ja: Das war auch beim 1:5-Debakel zum Saisonabschluss gegen den SV Sandhausen zu sehen. Aber: Die Vergangenheit hat bewiesen, dass die besonders in Hamburg branchenüblichen Mechanismen nicht zwangsläufig zum Aufschwung führen.

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Eine Trennung von Hecking wäre falsch, Kontinuität mal ein anderer Ansatz. Dies würde auch ein wichtiges Signal an die Spieler bedeuten. Jeder Profi, der zum HSV kommt, weiß schon bei der Unterschrift: Läuft es nicht, ist sofort der Trainer verantwortlich. Ein Alibi, dass die Kicker von Verantwortung befreit. Den immensen Druck in Hamburg scheint aber selbst dieser "Vertragszusatz" nicht zu verringern. In entscheidenden Spielen heißt es immer wieder: Raute auf der Brust, Blockade im Kopf. Ein Phänomen, das sich über Jahre entwickelt hat. Hecking hatte bisher nur zwölf Monate Zeit, um das Problem zu lösen. Er hat mehr Zeit verdient - wenn er diese denn überhaupt will und nach Ablauf seines Vertrages nicht selbst "Tschüss" sagt.