16. Februar 2021 / 20:35 Uhr

Nach Machtkampf: HSV-Präsidium um Marcell Jansen tritt geschlossen zurück

Nach Machtkampf: HSV-Präsidium um Marcell Jansen tritt geschlossen zurück

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das HSV-Präsidium um Ex-Profi Marcell Jansen ist komplett zurückgetreten.
Das HSV-Präsidium um Ex-Profi Marcell Jansen ist komplett zurückgetreten. © IMAGO/Oliver Ruhnke
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Das Präsidium des Hamburger SV mit Ex-Nationalspieler Marcell Jansen an der Spitze ist am Dienstagabend geschlossen zurückgetreten. Der Schritt ist die Folge eines Machtkampfs zwischen Jansen, seinem Vize Thomas Schulz und Schatzmeister Moritz Schaefer.

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Das Präsidium des Hamburger SV ist geschlossen von seinen Ämtern zurückgetreten. Dies verkündete das Gremium um Ex-Nationalspieler Marcell Jansen am Dienstagabend und verwies in der Begründung auf die jüngsten Unstimmigkeiten innerhalb der eigenen Reihen. "Nach sehr intensiven und zielführenden Gesprächen in den vergangenen Tagen haben wir uns als Präsidium gemeinsam dazu entschlossen, mit sofortiger Wirkung von unseren Präsidiumsämtern zurückzutreten und so die zuletzt vorhandenen Meinungsverschiedenheiten im Präsidium nicht mehr zu einem Themenfeld innerhalb unseres Vereins zu machen", heißt es in einer von Präsident Jansen sowie dessen Vize Thomas Schulz und Schatzmeister Moritz Schaefer unterzeichneten Mitteilung.

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Das Trio mit Jansen auf der einen sowie Schulz und Schafer auf der anderen Seite hatte sich in der Vergangenheit in verschiedenen Fragen einen Machtkampf geliefert. Jüngstes Beispiel für die Unversöhnlichkeit der Parteien: Man konnte sich nicht auf einen Termin für eine außerordentliche Mitgliederversammlung verständigen. Bei der Veranstaltung sollte es unter anderem um den Abwahlantrag gegen Schulz gehen. Diesen hatte der HSV-Ehrenrat, unterstützt von allen anderen Gremien des über 87.000 Mitglieder starken Vereins, eingebracht.

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Durch den kollektiven Rücktritt kommt es nun nicht zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Bei einer ordentlichen Mitgliederversammlung, die möglichst als Präsenzveranstaltung im Sommer stattfinden soll, kann nun ein komplettes Führungsgremium gewählt werden. Vordergründig geht es in dem Streit um die zukünftige Ausrichtung des Vereins und der Fußball-AG, um die Kandidaten für den Aufsichtsrat und um Spekulationen über den Verkauf weiterer Anteile an der AG. Tatsächlich schien es in der nur schwer zu durchschauenden Gemengelage zuletzt allerdings mehr um Einfluss und Eitelkeiten zu gehen.

Der seit Januar 2019 amtierende Jansen genoss die Rückendeckung aller HSV-Gremien und auch von Investor Klaus-Michael Kühne. Schulz und Schaefer betonten immer wieder, dass es ihnen allein um das Wohl des Vereins ginge. Doch wird ihnen unterstellt, die Rückkehr des ehemaligen Präsidenten und AG-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann vorzubereiten. Der 58-Jährige selbst hatte aber jegliche Ambitionen in diese Richtung abgestritten. Jansen wird nach dem Rücktritt zumindest bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung weiter im Aufsichtsrat des Zweitliga-Tabellenführers tätig sein.