07. Februar 2020 / 11:58 Uhr

Polizei-Gewerkschaft kritisiert Pyro-Test des HSV: "Blauäugig" und "sehr riskant"

Polizei-Gewerkschaft kritisiert Pyro-Test des HSV: "Blauäugig" und "sehr riskant"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Hamburger SV darf gegen den Karlsruher SC kontrolliert Pyro-Technik abbrennen.
Der Hamburger SV darf gegen den Karlsruher SC kontrolliert Pyro-Technik abbrennen. © Getty Images
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Der Hamburger SV führt am Samstag im Zweitliga-Spiel gegen den Karlsruher SC ein Pilotprojekt durch: Der HSV darf kontrolliert Pyrotechnik im Stadion abbrennen. Nun schaltet sich die Polizei-Gewerkschaft ein - und kritisiert den Pyro-Test scharf.

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Einen Tag vor dem Hamburger Pilot-Projekt warnt die Gewerkschaft der Polizei vor dem kontrollierten Abrennen von Pyro-Technik in Fußballstadien. „Dadurch können die Einsätze unserer Kolleginnen und Kollegen rund um das Fußballgeschehen hierzulande noch brenzliger werden“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Freitag in Hannover. Es bestehe die Gefahr, dass Ultra-Gruppierungen durch die Aktionen eher provoziert als zur Einsicht geführt werden könnten. Im Hamburger Volksparkstadion wird am Samstag (13 Uhr/Sky) vor dem Zweitliga-Spiel des HSV gegen den Karlsruher SC erstmals kontrolliert Pyrotechnik abgebrannt.

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Polizeiliche Erfahrungen besagten, dass die Ultra-Bewegung auf „verbands- oder vereinsorganisierte Stimmungsaktivitäten mit massiver Ablehnung“ reagiere, sagte Radek. „Wir halten das Entgegenkommen des DFB vor diesem Hintergrund nicht nur für blauäugig, sondern auch für sehr riskant.“ Ähnlich hatte sich zuletzt auch Sig Zelt vom Bündnis ProFans geäußert. "Ich glaube nicht, dass das das Gelbe vom Ei ist", sagte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Es würde mich wundern, wenn das der Schlüssel wäre, den Frieden mit den aktiven Fans herzustellen und alle glücklich zu machen. Das ist eine sehr kontrollierte Sache, der jegliches Überraschungsmoment fehlt."

Polizei-Gewerkschaft kündigt Gespräche mit DFB an

In Hamburg sollen zehn Rauchtöpfe zum Einsatz kommen. Diese könnten toxische Dämpfe erzeugen, teilte die Gewerkschaft der Polizei mit. Pyro-Technik habe „in einem Fußballstadion mit zigtausend Menschen, aber auch in Zuschauer-Strömen auf dem Weg in die Arenen nichts verloren“, sagte Radek. Der GdP-Vizechef kündigte an, „zeitnah das Gespräch mit dem DFB suchen“ zu wollen.

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Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hatte zuletzt über stark gestiegene Verletztenzahlen durch den Einsatz von Pyrotechnik berichtet. In der vergangenen Saison wurden 152 Personen gezählt, die zu Schaden kamen. Im Spieljahr zuvor waren es nur 53.

Ex-HSV-Keeper Rost begrüßt Pyro-Test

Neben Kritik gab es aber auch Zustimmung für das Pilotprojekt des HSV. Der ehemalige Hamburger Torwart Frank Rost meinte: "Ich denke, dass diese Aktion am Samstag ein guter Kompromiss ist. Der kommt aber viele Jahre zu spät", sagte der 46-Jährige der Bild.