22. April 2021 / 23:05 Uhr

Sandhausen "hat es mehr gewollt": HSV nach herber Pleite geschockt – Kroos: "Meine Güte"

Sandhausen "hat es mehr gewollt": HSV nach herber Pleite geschockt – Kroos: "Meine Güte"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Hamburger SV droht, den Aufstieg zu verpassen. Selbst Real-Star Toni Kroos wundert sich über die schwache Leistung gegen Sandhausen.
Der Hamburger SV droht, den Aufstieg zu verpassen. Selbst Real-Star Toni Kroos wundert sich über die schwache Leistung gegen Sandhausen. © Getty
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Selbst Toni Kroos kann seine Verwunderung über die Schwäche des Hamburger SV nicht verbergen. Der Weltmeister meldete sich nach dem enttäuschenden 1:2 des HSV beim SV Sandhausen via Twitter zu Wort. Direkt erschrocken zeigten sich die Hamburger Daniel Thioune und Sven Ulreich.

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Vier Punkte beträgt der Rückstand des Hamburger SV auf den direkten Aufstiegsplatz - fünf Spiele vor dem Ende klafft eine Lücke. Beim Nachholspiel gegen den SV Sandhausen hätte die Mannschaft von Daniel Thioune den Zweitplatzierten Greuther Fürth unter Druck setzen können, patzte jedoch wie schon am vergangenen Freitag gegen Darmstadt (1:2) auch am Hardtwald beim 1:2 gegen den SVS schwer - und lieferte noch dazu eine teils erschreckend schwache Performance ab. Den Rothosen droht das Schicksal der vergangenen beiden Jahre, als man den Aufstieg jeweils auf der Zielgeraden verspielte.

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Geschockt waren nach einer erstaunlich schlechten Darbietung gegen die gegen den Abstieg kämpfenden Gastgeber zuvorderst die Protagonisten selbst. "Als das Spiel bei 0:2 verloren war, haben wir erst angefangen, Fußball zu spielen", schimpfte HSV-Trainer Daniel Thioune bei Sky. "Die Sandhäuser wollten ihr Leben auf dem Platz lassen (...) Die eine Mannschaft hat es mehr gewollt." Die bittere Erkenntnis des Ex-Osnabrückers ("Ich hätte zur Pause zehn Mal wechseln können"): Seine eigene Mannschaft meinte er damit nicht.

Auch sein Keeper Sven Ulreich war bedient. "Es ist eine Niederlage, die sehr wehtut, weil wir uns viel vorgenommen haben", sagte der frühere Bayern-Spieler, gab sich aber auch kämpferisch: "Wir werden nicht aufgeben und bis zum letzten Spiel kämpfen." Noch haben die Hamburger als Tabellendritter die Rückkehr in die Bundesliga in der Hand, auch wenn der Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf auf nur noch einen Zähler geschmolzen ist. "Alle Spiele sollte man isoliert betrachten. Manche Spiele kann man einfach in die Schublade packen: Verdiente Niederlagen. In anderen Spielen ging es eher um Abschlussschwäche", sagte Thioune.

In einem Kurztrainingslager in Herzogenaurach ist der Trainer vor dem nächsten Spiel am Sonntag gegen Jahn Regensburg nun vor allem als Motivator gefragt. Nach den Nackenschlägen der vergangenen Wochen sieht er vor allem ein mentales Problem bei seinen Spielern. "Es macht was mit dem Kopf – da fehlt die Stabilität und die fehlt dann auch auf dem Platz", so der Ex-Profi, der nicht das Schicksal seiner Vorgänger Hannes Wolf und Dieter Hecking erleiden und mit dem HSV an der Rückkehr in die Bundesliga scheitern will. Auch er will kämpfen: "Wir sind wieder zu Boden gegangen. Ich bin der Letzte, der aufgibt. Wir werden kämpfen bis zum letzten Spiel, abschreiben sollte man uns auf keinen Fall."

Nicht nur die Hamburger selbst sind ob der Chancenlosigkeit gegen den Abstiegskandidaten verwundert. Auch Weltmeister Toni Kroos von Real Madrid schaute sich die Partie an und war offenbar fassungslos. "Meine Güte HSV...ehrlich...", twitterte der deutsche Nationalspieler und schrieb damit wohl auf, was sich viele Fans der Hamburger dachten.