19. November 2020 / 11:11 Uhr

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt übt harte Kritik an Nations League: Nicht sinnvoll

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt übt harte Kritik an Nations League: Nicht sinnvoll

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt sieht die Nations League kritisch und befürchtet eine Fußball-Übersättigung. Kritik am Corona-Konzept der Bundesliga kann er derweil nicht nachvollziehen.
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt sieht die Nations League kritisch und befürchtet eine Fußball-Übersättigung. Kritik am Corona-Konzept der Bundesliga kann er derweil nicht nachvollziehen. © imago images/Philipp Szyza
Anzeige

Jonas Boldt hat den Sinn der Nations League in Frage gestellt und eine Lanze für das Hygienekonzept der DFL gebrochen. Zudem spricht er über einen etwaigen Verkauf weitere HSV-Anteile.

Anzeige

Jonas Boldt kann die Kritik am Profi-Fußball, der trotz der anhaltenden Corona-Krise den Spielbetrieb durchzieht, nicht nachvollziehen. "Da sieht man, in welcher Neidgesellschaft wir leben. Wenn Firmen aus aller Welt sich bei uns und der DFL erkundigen, wie wir die Krise angegangen sind, und wenn man sieht, dass die 36 Vereine solidarischer waren als die 16 Bundesländer, dann geht mir das zu sehr unter", sagte der 38 Jahre alte HSV-Sportvorstand dem Hamburger Abendblatt. "Es wird mittlerweile viel zu sehr über Business statt über Fußball gesprochen", monierte Boldt.

Anzeige

Dass die gesamtgesellschaftliche Situation mitten in einer Pandemie schwierig sei und viele Menschen sich vom Fußball entfremden, kann er hingegen nachvollziehen. Denn auch der Funktionär des Zweitligisten Hamburger SV spürt "definitiv" eine Fußball-Übersättigung und hält auch einige Wettbewerbe für durchaus überflüssig. "Natürlich muss man die Frage stellen, ob eine Nations League sinnvoll ist. Meiner Meinung nach nicht", betonte Boldt zwei Tage nach der 0:6-Pleite des deutschen Nationalteams in dem umstrittenen Wettbewerb in Spanien.

Mehr vom SPORTBUZZER

Nach der frühen Verlängerung des Mitte 2021 auslaufenden HSV-Vertrags um zwei weitere Jahre will er den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Durch die auch coronabedingt erneut negative Bilanz (6,7 Millionen Euro Minus im Geschäftsjahr 2019/20) regt auch er die Debatte über eine neue Rechtsform (KGaA) an, um an neues Kapital zu kommen. In der aktuellen AG-Struktur steht die Begrenzung auf 24,9 Prozent einem weitere Anteile-Verkauf entgegen. Boldt: "Wenn wir perspektivisch erfolgreich sein wollen, müssen wir uns Gedanken machen, was für Chancen weitere Anteilsverkäufe mit sich bringen könnten."