10. März 2019 / 15:33 Uhr

Lasogga wird zum Helden: HSV gelingt hochverdienter Derbysieg bei St. Pauli

Lasogga wird zum Helden: HSV gelingt hochverdienter Derbysieg bei St. Pauli

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Pierre-Michel Lasogga war nicht nur wegen seiner zwei Tore der überragende Mann beim HSV.
Pierre-Michel Lasogga war nicht nur wegen seiner zwei Tore der überragende Mann beim HSV. © dpa
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Der Hamburger SV hat das Stadtderby gegen den FC St. Pauli souverän gewonnen. In einem emotionalen Spiel, das von Schiedsrichter Felix Brych immer wieder wegen Pyrotechnik unterbrochen wurde, behielt der HSV den kühleren Kopf.

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Der Hamburger SV hat einen großen Schritt in Richtung Bundesliga-Rückkehr gemacht. Angeführt von seinem eiskalten Torjäger Pierre-Michel Lasogga gewann der HSV das Derby beim FC St. Pauli klar mit 4:0 (1:0) und schob sich in der Tabelle wieder auf den zweiten Platz. Bei der engagierten und im Abschluss abgezockten Leistung des HSV kam bei echter Derby-Atmosphäre von St. Pauli einfach zu wenig. Die Folge: Im Kampf um den Aufstieg verliert die Mannschaft von Markus Kauczinski wieder den Anschluss, liegt nun vier Punke hinter dem Tabellendritten Union Berlin und bereits sieben Zähler hinter den direkten Aufstiegsplätzen. Die Tore erzielten Pierre-Michel Lasogga (32., 61.), Khaled Narey (53.) und Douglas Santos (89.). Überschattet wurde die Partie von drei Spielunterbrechungen wegen Pyrotechnik.

Lasogga: „Geiles Gefühl“

Alex Meier äußerte sich nach der Partie enttäuscht: „Natürlich ist der Frust riesengroß, aber heute war es einfach verdient, dass der HSV gewonnen hat“, sagte der Pauli-Stürmer. Derby-Held Lasogga sprach von einem „geilen Gefühl“: „Ich glaube, dass wir gerade sehr erleichtert sind und uns übermäßig freuen. Heute hier auswärts bei St. Pauli zu gewinnen ist fast geiler als ein Heimsieg zu Hause“, so der Doppel-Torschütze. „Jeder von uns war heute bis in die Haarspitzen motiviert. Ich glaube, alle HSV-Fans haben danach gesehnt.“

HSV in der Derby-Einzelkritik: Die Noten zum Spiel gegen St. Pauli

Zum Durchklicken: Derby-Sieger HSV in der Einzelkritik gegen den FC St. Pauli. Zur Galerie
Zum Durchklicken: Derby-Sieger HSV in der Einzelkritik gegen den FC St. Pauli. ©
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Vor dem Spiel sorgten zunächst die Fans für Aufsehen – noch allerdings friedfertig: Die Anhänger von St. Pauli verhüllten das Millerntor. Über die gesamte Gegengerade erstreckte sich ein braun-weißes Banner mit der Aufschrift „Hamburg ist braun-weiß“ – die Fankurve des Kiez-Klubs war in ein schwarzes Gewand gehüllt, über das sich anschließend ein teufelsgleiches Gesicht legte. Auf einem Spruchband hieß es „Sankt Pauli – vom Wahnsinn besessen“. Allerdings: Beide Seiten zündelten auch kräftig mit Pyrotechnik.

Lasogga reagiert nach starkem Hunt-Freistoß blitzschnell

Das sorgte zu Beginn für eine zweiminütige Spielunterbrechung durch den vom DFB angesetzten FIFA-Schiedsrichter Dr. Felix Brych. Der HSV, bei dem Mittelfeldspieler Lewis Holtby (21.) zum ersten Mal in dieser Saison auf der Ersatzbank saß (für den Ex-Nationalspieler stand der junge Janjicic in der Startelf), begann besser, weil insgesamt mit mehr Kontrolle. Allerdings blieben nennenswerte Chancen Mangelware. Die erste Möglichkeit hatte Aaron Hunt, der ein Zuspiel von Santos auf den Kasten brachte. Himmelmann wehrte ab. Zehn Minuten später war St. Paulis Torwart machtlos: Nach einem Foul an Lasogga schlenzte Hunt einen Freistoß an die Latte. Lasogga (32.) ist in der Mitte gedankenschneller als alle anderen und köpft den Ball zum 1:0 ins Tor.

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St. Pauli hatte über Konter durchaus vielversprechende Ansätze, spielte diese aber nicht konsequent zu Ende. Bestes Beispiel: Buchtmann (39.) muss den Ball nur auf Allagui spielen, dann kann der Ausgleich fallen. Der Pass jedoch ist zu unpräzise und verfehlt den Stürmer klar. Der HSV ist da abgezockter: Nachdem der Gastgeber auch unmittelbar nach Wiederanpfiff seine Möglichkeit nicht nutzen kann (Miyaichi scheitert aus halbrechter Position an Pollersbeck), treffen die Hamburger sofort. Narey (53.) macht einen Abpraller zum vorentscheidenden 2:0 rein, nachdem Mangala Özcan freigespielt hatte. Der Ex-Stuttgarter scheiterte an Himmelmann.

Auch im zweiten Durchgang gab es wieder Ärger wegen Pyrotechnik. Nach dem 2:0 zündelten die HSV-Fans wieder, Brych schickte Gotoku Sakai als Kapitän (Hunt war zur Pause angeschlagen ausgewechselt worden) in die Kurve, um die Fans zu beruhigen. Mit der klaren Ansage: Wenn das noch mal vorkommt, wird das Spiel nicht nur unter-, sondern sogar abgebrochen. Der HSV blieb in der hitzigen Derby-Atmosphäre cooler und machte den Sack früh zu: Kurz, nachdem Allagui (56.) fast auf 1:2 stellt, erzielt Lasogga (61.), der erneut gedankenschnell agiert und einen Abpraller von Özcan verwertet – 3:0 –, die Entscheidung zugunsten des heute besseren HSV.

FC St. Pauli in der Derby-Einzelkritik: Die Noten zum Spiel gegen den HSV

Klickt euch durch! Das sind die St. Pauli-Noten zur Niederlage im Derby gegen den Hamburger SV. Zur Galerie
Klickt euch durch! Das sind die St. Pauli-Noten zur Niederlage im Derby gegen den Hamburger SV. ©

Das Spiel wurde jedoch auch in der Schlussphase nicht langweilig: Jatta (76.) traf für den HSV aus zehn Metern den Pfosten, im direkten Gegenzug kam der Hamburger Rückkehrer Alex Meier (79.) noch zu einer guten Chance. Sein Schuss strich aus 20 Metern nur knapp am Tor vorbei.

Brych unterbricht Derby dreimal

Seine Drohung musste Brych später dennoch in die Tat umsetzen: In der 82. Minute sah der Unparteiische sich genötigt, die Spieler ohne viel Federlesen in die Kabine zu schicken. Nach fünf Minuten kamen die Spieler zurück. In den Schlussminuten schoss der starke Santos noch das 4:0. Rund 2000 Polizisten waren an allen Brennpunkten im Einsatz, darunter mit Reiter- und Hundestaffeln sowie Wasserwerfern. Beide Fanlager wurden sowohl vor dem Spiel als auch im Stadion und nach der Partie strikt voneinander getrennt, um Konfrontationen auszuschließen.

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