24. September 2020 / 16:28 Uhr

Nach Einspruch von HSV-Profi Toni Leistner: DFB ändert Strafe für Attacke auf Dynamo-Fan

Nach Einspruch von HSV-Profi Toni Leistner: DFB ändert Strafe für Attacke auf Dynamo-Fan

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Toni Leistner vom Hamburger SV wurde vom DFB-Sportgericht mit einer Strafe belegt. 
Toni Leistner vom Hamburger SV wurde vom DFB-Sportgericht mit einer Strafe belegt.  © imago images/foto2press
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Das Sportgericht des DFB hat am Donnerstagmittag das finale Strafmaß für HSV-Profi Toni Leistner bekanntgegeben - und die Strafe abgemildert. Der Innenverteidiger hatte sich im DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden zu einer Attacke auf einen Fan hinreißen lassen. 

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Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat die kürzlich verhängte Strafe für Toni Leistner vom Zweitligisten Hamburger SV nach einer mündlichen Verhandlung geändert. Das bestätigte der DFB am Donnerstag. Der 30-Jährige muss wegen seiner Tätlichkeit gegen einen Zuschauer im DFB-Pokalspiel in Dresden nach vorangegangener sportwidriger Handlung sowie eines Verstoßes gegen das DFB/DFL-Hygienekonzept vier Partien - jeweils zwei in der Meisterschaft und im DFB-Pokal - zuschauen.

Zunächst war Leistner für fünf Spiele, von denen drei direkt zu verbüßen gewesen wären und zwei bis zum 18. September 2021 zur Bewährung ausgesetzt waren, gesperrt worden. Diese hätte beispielsweise nach einem Platzverweis greifen können. Zudem wurde die zunächst verhängte Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro auf 6000 Euro reduziert. Der Innenverteidiger ist nun zunächst nur für zwei Meisterschaftsspiele gesperrt und kann damit im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue am 4. Oktober wieder mitwirken. Die Sperre für zwei Pokalspiele erfolgt erst in der nächsten Saison, da der HSV im diesjährigen Wettbewerb bereits ausgeschieden ist.

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Der Spieler des Hamburger Zweitligisten war nach der 1:4-Niederlage im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden auf die Tribüne gestürmt und hatte einen Fan attackiert, mit dem er sich mittlerweile ausgesprochen hat. "Mir war es wichtig, persönlich gehört zu werden. Die Strafe jetzt akzeptiere ich“, sagte der 30 Jahre alte gebürtige Dresdner laut einer HSV-Mitteilung. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Kontrollausschuss-Chef: "Gibt einige Milderungsgründe"

"Normalerweise werden Übergriffe von Spielern auf Zuschauer härter bestraft. In diesem Fall griffen aber einige Milderungsgründe, vor allem die Tatsache, dass der Spieler bisher sportgerichtlich nicht in Erscheinung getreten ist und er in hohem Maße provoziert wurde beziehungsweise glaubte, provoziert worden zu sein", sagte der Vorsitzende des Kontrollausschusses, Hans E. Lorenz. "Für eine noch deutliche Reduzierung der Strafe blieb kein Raum, weil von dem Urteil auch eine abschreckende Wirkung ausgehen muss."

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hatte eine Strafe für Leistner als verfehlt bezeichnet. "Wenn es stimme, dass der attackierte Fan extrem verletzende und zutiefst kränkende Äußerungen von sich gegeben hat, kann ich die Reaktion von Leistner absolut nachvollziehen. Ich plädiere in diesem Fall sogar für einen Freispruch, weil der HSV-Profi nicht wirklich gewalttätig wurde“, schrieb der Ex-Nationalspieler in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky.