15. September 2020 / 21:44 Uhr

HSV-Profi Toni Leistner telefoniert nach Tribünen-Eklat mit Dresden-Fan: Sache „geklärt“

HSV-Profi Toni Leistner telefoniert nach Tribünen-Eklat mit Dresden-Fan: Sache „geklärt“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HSV-Profi Toni Leistner hat nach eigener Aussage mit dem Fan, der bei ihm die Sicherungen durchbrennen ließ, telefoniert.
HSV-Profi Toni Leistner hat nach eigener Aussage mit dem Fan, der bei ihm die Sicherungen durchbrennen ließ, telefoniert. © imago images/Steffen Kuttner/Jan Huebner/Montage
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HSV-Profi Toni Leistner steht wegen seiner Attacke gegen einen Fan von Pokal-Gegner Dynamo Dresden stark in der Kritik. Der Innenverteidiger hat sich nun aber per Telefon mit seinem Kontrahenten ausgesprochen, wie er selbst per Social Media vermeldete.

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HSV-Profi Toni Leistner vom Hamburger SV hat am Dienstagabend Kontakt zu dem Dresdner Fan aufgenommen, mit dem er tags zuvor eine handgreifliche Auseinandersetzung hatte. "Wir haben telefoniert und die Sache untereinander geklärt. Er hat genau wie ich seinen Fehler eingesehen", schrieb Innenverteidiger Leistner auf Instagram. "Ich nehme seine Entschuldigung an, zwischen uns ist die Sache damit aus der Welt."

Leistner war nach der 1:4-Pokalblamage des Zweitligisten HSV am Montag während eines Fernseh-Interviews auf die Zuschauertribüne geklettert und hatte einen pöbelnden Fan attackiert. Für seine Fehlreaktion entschuldigte er sich kurze Zeit später via Instagram. "Ich bin Familienvater, der als Vorbild dienen möchte. Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird", schrieb er auf Instagram.

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Nach seiner Entschuldigung erhielt er unter anderem Zuspruch von seinem Ex-Klub Dynamo Dresden, der die Beleidigungen gegen den Verteidiger verurteilte und dessen Entschukdigung annahm. Der HSV stellte sich ebenfalls vor seinen Profi. "Wir haben ihm sehr deutlich mitgeteilt, dass wir den Vorfall nicht tolerieren, gutheißen, dass wir einen internen Umgang damit finden müssen und werden. Wir haben ihm aber auch versichert, dass er aufgrund seiner Handlung jetzt nicht von uns fallengelassen oder an den Pranger gestellt wird“, sagte Sportvorstand Jonas Boldt. Eine Strafe wurde vorerst nicht ausgesprochen. Allerdings werde sich der Verein mit „internen Vorgehensweise“ jetzt beschäftigen.

Dynamo hat ebenfalls bereits Kontakt zu dem Zuschauer hergestellt. Ihm droht nach eigenen Angaben der Ausschluss aus dem Verein. Es sei "einfach nur beschämend", dass HSV-Profi Leistner "derart von einem Fan seines Heimatvereins nach dem Spiel beleidigt wurde", twitterte der Klub.

Trotz des Zuspruchs wird der DFB eine Strafe aussprechen müssen. Schließlich geht es nicht nur um die Vorbildrolle eines Profis, der Leistner in seiner bisherigen Karriere stets nachgekommen war. Aber in Zeiten, in denen in einer Pandemie um die Rückkehr von Zuschauern in die Stadien gekämpft wird, ist sein Auftritt kontraproduktiv. Eine Strafe dürfte es auch gegen Dynamo geben. Schließlich muss die Frage erlaubt sein, wie Leistner so einfach auf die Tribüne klettern konnte, ohne von einem Ordner gestoppt zu werden.