30. November 2020 / 11:45 Uhr

Kritik am HSV "zu Recht": Trainer Thioune spricht von "Krise", Kapitän Leibold nennt Lösungsansätze

Kritik am HSV "zu Recht": Trainer Thioune spricht von "Krise", Kapitän Leibold nennt Lösungsansätze

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Daniel Thioune und Tim Leibold haben bei der Bewertung der HSV-Krise kein Blatt vor den Mund genommen.
Daniel Thioune und Tim Leibold haben bei der Bewertung der HSV-Krise kein Blatt vor den Mund genommen. © imago images/Montage
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Der Hamburger SV ist seit mittlerweile vier Spielen in Folge ohne Sieg - und hat am Sonntag die Tabellenführung in der 2. Bundesliga eingebüßt. Trainer Daniel Thioune will am Sonntag gegen Hannover 96 "den Turnaround hinbekommen".

Der Hamburger SV ist in seiner dritten Saison im Unterhaus brutal von der jüngeren Vergangenheit eingeholt worden. Nach dem vierten sieglosen Spiel in Serie und dem Verlust der Tabellenführung in der 2. Liga hat Trainer Daniel Thioune erstmals das K-Wort in den Mund genommen und muss sich noch früher als seine gescheiterten Vorgänger als Krisen-Manager bewähren. „Es ist der Augenblick, wo wir zu Recht kritisiert werden. Wir haben unser Punktepolster aufgebraucht und müssen den Turnaround hinbekommen, dann meistern wir auch diese Krise“, sagte Thioune vor dem Duell der gestolperten Aufstiegsfavoriten mit Hannover 96 (Platz 14) am Samstag (13 Uhr/Sky) im Volksparkstadion.

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Mit nur vier Zählern aus den jüngsten vier Spielen hat der mit fünf Siegen verheißungsvoll in die Saison gestartete HSV (17 Punkte) seine Pole-Position an die SpVgg Greuther Fürth (18) verloren. Sind beim Ex-Tabellenführer damit aller schlechten Dinge drei?

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2018/19 kam der erstmals in die Niederungen abgestiegene Klub unter Christian Titz und Nachfolger Hannes Wolf noch als Erster (37 Punkte) in die Winterpause. Magere 19 Rückrunden-Punkte verhinderten aber den Aufstieg. „Das gesamte Sportsystem ist kollabiert“, stellte der damalige Vorstandschef Bernd Hoffmann frustriert fest. Danach sollte es Trainer-Routinier Dieter Hecking richten, doch nach starkem Start bauten dessen Mannen ebenso stark ab: Nur ein Sieg aus den letzten sieben Spielen in 2019 und eine abermals schwache Rückrunde sorgten für das erneute Scheitern im Anlauf auf die Bundesliga.


HSV erlebt in Heidenheim ein ärgerliches Déjà-vu

Die entscheidende Niederlage kassierten die Hamburger am vorletzten Spieltag in der Heidenheimer Voith-Arena. Siegtorschütze war damals Konstantin Kerschbaumer in der fünften Minute der Nachspielzeit. Am Sonntag erlebte der HSV unter Thioune an gleicher Stelle ein Déjà-vu. Diesmal war es Christian Kühlwetter, der mit seinem dritten Treffer (90. Minute) den HSV verzweifeln ließ. Alle Gegentore waren selbst verschuldet, selbst Torwart-Routinier Sven Ulreich patzte schwer. „Beim 1:2 gab es keine Zuordnung. Beim 2:2 heben wir das Abseits auf, und der Fehler zum 2:3 tut uns sehr weh“, fasste Thioune zusammen.

HSV-Kapitän Tim Leibold glaubt allerdings nicht, dass der HSV einen Heidenheim-Komplex hat. „Überhaupt nicht. Heute standen neun andere Spieler auf dem Feld“, sagte der 26-Jährige. Nur Leibold und sein Außenverteidiger-Kollege Jan Gyamerah waren die beiden Akteure in der Startelf am Sonntag, die auch am 21. Juni den damaligen K.o.-Schlag hinnehmen mussten. „Unser Problem in den letzten vier sieglosen Spielen sind die vielen Gegentore“, fasste Leibold den aktuellen Negativ-Trend zusammen. 14 sind für einen Aufstiegskandidaten in der Tat zuviel. „Da müssen wir ansetzen, wenn wir im Aufstiegsrennen vorne dabei bleiben wollen“, sagte er.

Leibold will Ulreich-Patzer nicht überbewerten: "Kann passieren"

Dass Torhüter Sven Ulreich beim dritten Gegentor in Heidenheim schwer patzte, als ihm ein Ball versprang und Kühlwetter abstaubte, wollte Leibold nicht überbewerten. „So ein Fehler kann passieren, aber dass wir nach den guten ersten 45 Minuten in der zweiten Halbzeit nichts mehr aufs Parkett bekommen haben, das müssen wir uns als Mannschaft ankreiden lassen“, befand er. Gegen Hannover 96 müssen sie es besser machen, wann der HSV-Herbstblues nicht noch heftiger werden soll.