05. Juli 2020 / 18:42 Uhr

Trainer Dieter Hecking analysiert Situation beim HSV schonungslos – und will zurück in die Bundesliga

Trainer Dieter Hecking analysiert Situation beim HSV schonungslos – und will zurück in die Bundesliga

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dieter Hecking hat die Gründe für seinen Abschied beim Hamburger SV erklärt.
Dieter Hecking hat die Gründe für seinen Abschied beim Hamburger SV erklärt. © dpa
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Nach der Trennung vom HSV hat Dieter Hecking die Gründe für seinen Abschied aus Hamburg erklärt. Dabei wird deutlich: Aufgrund der Finanzsituation traut der Trainer seinem Ex-Klub sportlich vorerst keine großen Sprünge zu.

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Nach der Trennung vom Hamburger SV hat Dieter Hecking seine Zeit bei den Hanseaten schonungslos aufgearbeitet und über seine persönliche berufliche Zukunft gesprochen. "Ich bin frei und werde jetzt erst mal abwarten. In der 2. Liga war für mich nur der HSV ein Thema, das habe ich immer gesagt. Ich sehe mich als Erstliga-Trainer. Aber im Fußball weiß man nie, was alles passieren kann", sagte der 55-Jährige der Hamburger Morgenpost. Hecking hatte den Job beim HSV vor rund einem Jahr angetreten und sollte den Klub zurück in die Bundesliga führen. Dies gelang nicht. Am Ende reichte es nur zum vierten Platz in der 2. Liga.

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Der Vertrag des Coaches hätte sich nur im Falle des Aufstiegs automatisch verlängert. Nach einem Gespräch mit Sportvorstand Jonas Boldt, bei dem auch die Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit ausgelotet wurde, beschloss man am Samstag die Trennung. Hecking: "Jonas hat mir offen gesagt, wie die Situation aussieht. Er hat mir gesagt, dass ich in die Bundesliga gehöre, er mir das aber nicht bieten kann."

Hecking über HSV: "Es gibt kein Geld für viele neue Spieler"

Der Trainer erklärt offen und schonungslos: "Die wirtschaftliche Situation ist beim HSV nicht einfach. Es gibt kein Geld für viele neue Spieler, Leistungsträger sind weg, einige andere müssen womöglich verkauft werden. Vielleicht ist es jetzt die Chance, realistisch in der 2. Liga anzukommen. Dafür muss man dann auch die notwendigen Schritte einleiten. Mit dem Duo Jonas Boldt und Dieter Hecking wird immer der Aufstieg erwartet. Diese Erwartung ist beim HSV nicht hilfreich. Auch darum haben wir uns entschieden, nicht mehr weiter zusammenzuarbeiten."

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Dieser Schritt sei aus seiner Sicht "gut und richtig" gewesen, meinte Hecking: "Für den HSV ist das jetzt der erste Schritt für eine ganz andere Zukunft." Die Pläne des Traditionsvereins, künftig mehr auf Talente zu setzen, sieht der Trainer als alternativlos an: "Es ist jetzt der einzig mögliche Weg für den HSV. Es fehlen Gelder, um anders zu denken. Das kann sich zwar wieder ändern, wäre in der jetzigen Situation vielleicht aber gar nicht so gut."

Hecking rät HSV-Umfeld zu mehr Geduld

Dabei appelliert Hecking an das gesamte Klubumfeld, sich den gegebenen Umständen zu stellen und realistische Zielsetzungen auszugeben. "Wichtig ist, dass dieser neue Weg nun von allen gewollt und getragen wird. Man muss es jetzt akzeptieren. Und das gilt für alle. Also auch die Fans und das Umfeld", meinte der Coach: "Es kann gut sein, dass der HSV nach zehn Spieltagen der neuen Saison nur auf Platz neun steht, dann darf aber nicht gleich wieder alles umgestürzt werden, weil die Enttäuschung so groß ist." Trotz seiner klaren Worte hält Hecking fest: "Es war ein intensives Jahr, in dem wir es geschafft haben, mit großer Geschlossenheit nach außen aufzutreten. Auch das war beim HSV mal anders."