18. Mai 2020 / 18:19 Uhr

HSV-Trainer Uwe Kalski: „Ich will hier etwas aufbauen“

HSV-Trainer Uwe Kalski: „Ich will hier etwas aufbauen“

Alexander Kruggel
Ostsee-Zeitung
Mit dem VfL Bad Schwartau spielte Uwe Kalski in der 2. Bundesliga. Auf das Erreichte blickt er heute stolz zurück.
Mit dem VfL Bad Schwartau spielte Uwe Kalski in der 2. Bundesliga. Auf das Erreichte blickt er heute stolz zurück. © Felix König
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Nicht nur den eigenen Verein, sondern gleich die ganze Region voranbringen: Das ist die Vision von Uwe Kalski, dem frischgebackenen Cheftrainer des HSV Insel Usedom. Der 31-Jährige wünscht sich für die Zukunft mehr Kooperationen unter den Vereinen und ein deutliches Plus in der Nachwuchsförderung.

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Starker Handball aus Vorpommern. Darauf wird Uwe Kalski zukünftig hinarbeiten. Vor kurzem übernahm der 31-Jährige die Stelle des Cheftrainers beim HSV Insel Usedom. Für seinen Vorgänger Nico Heidenreich, der sich ab sofort ausschließlich seiner Arbeit als Geschäftsführer des Vereins widmen wird, sei Kalski der absolute „Wunschkandidat“ für den Trainerposten gewesen. Warum? Kalski sei einfach eine Type, ein Charakter, der verstanden habe, dass es beim HSV genauso sehr um das Vereinsleben, wie um die sportliche Leistung ginge.

„Ein richtiger Männersport“

Am Schlagwort „Charakter“ kommt man tatsächlich nicht vorbei, wenn man mit Kalski redet. Was ihm am Handball vor allem begeistere, seien - neben der Dynamik und der Athletik des Spiels – schon immer die Persönlichkeiten der Sportler gewesen, die sich auf der Platte gegenüberstehen: „Im Handball findet man noch Charaktere und Anführer. Das soll jetzt nicht chauvinistisch klingen, aber – Handball ist so, wie man sich einen ‚richtigen‘ Männersport eben vorstellt.“

Mit Schwartau in die Zweite Liga

Und auch während seiner Laufbahn als Spieler war Kalski stets von solchen Persönlichkeiten umgeben. Seine sportliche Karriere begann der gebürtige Stralsunder 1997 unter der Regie seines Vaters, des Grimmener Urgesteins Achim Kalski – natürlich beim HSV 92. Vor allem als Menschen hätte sein Vater ihn geprägt, wie Kalski erzählt. Und auch heute stünden beide noch im regen Austausch.

Viele weitere Lehrmeister sollten folgen: Zu seiner Jugendzeit beim HC Empor war es Helmut Wilk, der „Handball-Professor“, wie Kalski ihn nennt. Beim TSV Altenholz spielte er unter Klaus-Dieter „Pitti“ Petersen und Torge Greve in der dritten Liga. Letzterer war ein Jahr später auch beim Zweitligisten VfL Bad Schwartau sein Trainer.

Gekommen, um zu bleiben

Elf Jahre dauerte Kalskis Zeit als Aktiver an, in der er ganze acht Klubs durchlief. Nach Usedom ist er nun gekommen, um zu bleiben. „Ich will hier etwas aufbauen“, lautet Kalskis Ziel. Obwohl er beim HSV sein Trainerdebüt gibt, habe er für die Mannschaft schon klare Pläne: „Im Männerbereich müssen die Athletik und Taktik stimmen. Jeder Spieler hat seine angedachte Position. Dabei hat jedes funktionierende System auch eine Hierarchie – und für die braucht man Leitwölfe.“

Mit anderen Worten: Auch die eigenen Spieler will der neue Chef-Coach zu den Persönlichkeiten formen, die er von Anfang an so am Handball schätzte. Seine Vision geht dabei weit über die eigene Mannschaft hinaus. Durch Kooperationen mit anderen Vereinen will er die gesamte Region voranbringen. Leistungsmannschaften im Nachwuchsbereich könnten dann nicht nur ganz vorne mitspielen, sondern auch wieder kernige Idole wie Jens-Peter Teetzen und Lars Rabenhorst hervorbringen, die Kalski als Jugendlicher selbst bejubelte.

Rückkehr in die Dritte Liga denkbar

Im eigenen Kader wird er dabei mit gutem Beispiel vorangehen und die Abgänge von Gordon Wicht, Alexander Leow, Sidney Loof und Markus Deutsch ausschließlich mit jungen Talenten kompensieren. Die könnten zukünftig auch während der Schulzeit entsprechend gefördert werden. Denn Kalski wird an der Europäischen Gesamtschule in Ahlbeck eine Stelle als Lehrer für Sport und Geschichte antreten.

Auch wenn der Fokus im Fahrplan für die nächsten Jahre für Kalski klar auf der Ausbildung der Spieler liegt: Genauso klar sei, dass der HSV irgendwann innerhalb der nächsten Jahre auch wieder Kurs auf die Dritte Liga nehmen werde. „Wann genau das sein wird, ist allerdings nicht so wichtig“, meint Kalski.

Zur Person

Name: Uwe Kalski, Alter: 31, geb.: 4. Juli 1988 in Stralsund, Größe: 1,89 m, Gewicht: 87 kg, Funktion: Trainer HSV Insel Usedom, Ehemalige Spielpositionen: Rückraum Mitte und links

Stationen: 

2006 – 2007 HC Empor Rostock

2007 – 2008 HSV Grimmen

2008 – 2010 Bad Doberaner SV

2010 – 2011 HSG Varel

2011 – 2012 TSV Altenholz

2013 – 2014 VfL Bad Schwartau

2014 – 2016 SV Mecklenburg Schwerin

2016 – 2017 HSG Ostsee N/G