06. Juli 2020 / 17:24 Uhr

Finanzen, Kader und Transfers: So planen Trainer Daniel Thioune und Sportchef Jonas Boldt die HSV-Zukunft

Finanzen, Kader und Transfers: So planen Trainer Daniel Thioune und Sportchef Jonas Boldt die HSV-Zukunft

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gestalten künftig den HSV: Daniel Thioune und Jonas Boldt.
Gestalten künftig den HSV: Daniel Thioune und Jonas Boldt. © imago images
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Der Hamburger SV hat in Daniel Thioune einen neuen Trainer gefunden. Er und der Sportchef Jonas Boldt haben bei skizzieren die Pläne des HSV - und dämpfen dabei die Erwartungen.

Etwas überraschend präsentierte der Hamburger SV bereits am Montag seinen neuen Trainer. Daniel Thioune kommt vom VfL Osnabrück in die Hansestadt und wurde auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Selbstbewusst sagte er dabei, dass er selbst schneller gewachsen sei, als das Umfeld in Osnabrück und er sich folglich für den nächsten Schritt gewappnet fühle. Auch HSV-Sportchef Jonas Boldt äußerte sich zu seinem neuen Angestellten. Beide gaben Einblicke in die Zukunftspläne des Zweitligisten.

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Jonas Boldt: Kein Spieler ist unverkäuflich

  • Jonas Boldt über die veränderte Strategie des HSV: "In den vergangenen Wochen wurde immer klarer, dass wir den Kurs anpassen müssen. Wir wollen mehr Wert auf Entwicklung legen. Jeder, der sich auskennt, weiß, dass Daniel Thioune dies verkörpert."
  • Jonas Boldt über die Transfer-Strategie des HSV: "Wir brauchen noch Spieler und werden Gespräche darüber führen, wer uns helfen kann. Daniel hat uns in den Gesprächen gesagt, dass eine Großzahl an Spielern im Kader steht, mit denen er zusammenarbeiten will. Wir haben festgestellt, dass die Rahmenbedingungen sich verändert haben und die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht besser geworden sind. Wir glauben, dass wir zum Saisonstart eine schlagkräftige Truppe haben werden. Aber: Kein Spieler ist unverkäuflich. Wenn ein Spieler auf uns zukommt, werden wir uns damit auseinandersetzen. Es besteht vielleicht auch die Chance, den Verein anders aufzustellen."

Die HSV-Trainer seit 1997:

Frank Pagelsdorf: 1. Juli 1997 bis 17. September 2001 - 62 Siege, 53 Unentschieden, 57 Niederlagen. Zur Galerie
Frank Pagelsdorf: 1. Juli 1997 bis 17. September 2001 - 62 Siege, 53 Unentschieden, 57 Niederlagen. ©

Daniel Thioune über sein Engagement beim HSV und den ersten Kontakt

  • Thioune über den ersten Kontakt: "Es ist ein großer Tag und ich freue mich, hier sitzen zu dürfen. Ich bin dankbar für die guten Gespräche und das Vertrauen. Ende der letzten Woche gab es die ersten Kontakte mit Jonas Boldt und ich musste die Herren von mir überzeugen. Das ist mir scheinbar gelungen."
  • Thioune über seinen Wechsel vom VfL Osnabrück zum HSV: "Ich bin vielleicht etwas schneller gewachsen, als das Umfeld beim VfL Osnabrück. Das ist aber kein Vorwurf an den VfL. Es war für mich der richtige Zeitpunlt für den Schritt."
  • Thioune über die Bedeutung des Vereins: "Der HSV hat eine große Strahlkraft - auch in meinem höheren Alter. Der HSV strahlt auch nach Osnabrück und man ist dort dem einen oder anderen begegnet, der es mit dem Verein hält. Ich bin zukunftsorientiert und will dabei helfen, dass der HSV wieder heller strahlt."

Daniel Thioune will "brutal" spielen und entwickeln

  • Thioune über seine Pläne: "Der Verein hat brutales Potenzial. Die Spieler haben den Willen und die Bereitschaft, den nächsten Schritt zu gehen. Wir müssen die Balance finden, von Tag zu Tag besser zu werden. Ich will mit meiner Empathie und Fachkompetenz etwas auslösen. Sobald es aufs Grün geht, müssen die Jungs brennen. Wir müssen brutal gegen den Ball spielen. Ich will hier etwas entwickeln. Jedem soll es schwerfallen, gegen den HSV zu spielen. Wir wollen Lösungen im Ballbesitz finden und Stress beim Gegner auslösen. Wir wollen Überzahlsituationen schaffen. Wir wollen Fußball spielen."
  • Thioune über Gespräche mit dem FC St. Pauli: "Ich war in der Position, dass ich mir alles anhören durfte. Ich habe in den letzten 2,5 Jahren eine Riesenentwicklung gemacht. Es geht aber nicht darum, an wessen Tisch ich saß, sondern darum, wo ich jetzt sitze."

50 ehemalige Spieler des Hamburger SV – und was aus ihnen wurde

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Daniel Thioune erklärt die Philosophie des HSV

  • Thioune über den Druck beim HSV Ergebnisse zu liefern: "Es erfordert ein hohes Maß an Empathie. Alle müssen hungrig sein, aber man muss auch die Hand über junge Spieler halten. Jeder macht sich selbst den Druck, gewinnen zu wollen. Ich muss den Spielern meine Idee vom Fußball vermitteln, so dass sie dadurch Lösungen finden. Die Geschlossenheit und die vertrauensvolle Basis beim HSV ist geschaffen. Dieter Hecking hat es geschafft, viel von der Mannschaft wegzunehmen. Es gibt ein gewisses Maß an Fehlertoleranz und jeder sollte die Bereitschaft zeigen, zu lernen."
  • Thioune über sich selbst: "Ich bin heute angekommen und bleibe hier für die Kaderplanung. Ich habe aber auch 13 intensive Monate hinter mir und werde intensive Monate vor mir haben. In Absprache mit Jonas Boldt werde ich mir ein paar Tage nehmen, um abzuschalten."