22. Mai 2020 / 15:09 Uhr

HSV und SHFV in großer Sorge um Uwe Seeler

HSV und SHFV in großer Sorge um Uwe Seeler

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Uwe Seeler 
mit NFV-Präsident Günter Distelrath.
Uwe Seeler  mit NFV-Präsident Günter Distelrath. © Graap
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Not-OP nach schwerem Sturz - Böse Erinnerungen an Unfall auf A7, zwei Operationen und Vollnarkose - 83-Jähriger wegen Corona in freiwilliger Quarantäne - Zuletzt vor einem Jahr in Malente im "seinem" USFP

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Der Hamburger SV hat in der 2. Liga das absolute Spitzenspiel am Sonntag gegen Arminia Bielefeld (13.30 Uhr) vor der Brust – manchmal aber gibt es wichtigeres: Der HSV ist in großer Sorge um den größten Spieler der Vereinsgeschichte. „Uns Uwe“ Seeler (83) ist gestern schwer gestürzt, wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht und musste sich dort einer Not-Operation an der Hüfte unterziehen.

Seeler, der am 5. November 84 Jahre alt wird, war am Morgen in seinem Haus in Norderstedt,das direkt an das HSV-Ausbildungsgelände an der Ochsenzoller Straße angrenzt, nach Sportbuzzer-Informationen auf einem Läufer ausgerutscht, war gestürzt und hatte sich so schwer an der Hüfte verletzt, dass er ins Albertinen-Krankenhaus nach Schnelsen gebracht werden musste, wo er noch am Freitag operiert werden sollte.

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Der Eingriff war nicht ohne Risiko, da Seeler seit einem schweren Autounfall 2010 auf der A7, als er von einem unter Drogen und Alkohol stehenden Fahrer mit 220 km gerammt worden war, unter Rückenproblemen und Gleichgewichtsstörungen leidet und auf dem rechten Ohr taub ist. Zudem musste sich die HSV-Ikone 2017 einer weiteren Rücken-OP unterziehen und sich einen Herzschrittmacher einsetzen lassen. Der Mopo sagte er damals, die Vollnarkose habe ihm zugesetzt

Uwe Seeler setzt den Spatenstich für den Neubau an der Sportschule in Malente, die in Zukunft auch seinen Namen tragen wird.
Uwe Seeler setzt den Spatenstich für den Neubau an der Sportschule in Malente, die in Zukunft auch seinen Namen tragen wird. © Jörn Kießler
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Dennoch blieb die einstige Sturmkanone (mehr als 400 Tore für den HSV, 43 Tore in 72 Länderspielen) stets gut gelaunt und optimistisch. Während der Corona-Zeit hatte er sich mit seiner Frau Ilka (seit 61 Jahren verheiratet) daheim in freiwillige Daheim-Quarantäne begeben, ließ sich von seinen Töchtern und Enkeln versorgen.

Nicht nur beim HSV ist die Sorge groß, sondern auch beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband. Seit dem 11. April 2013 trägt die Landes-„Fußballschmiede“ in Malente den Namen Seelers – dies auf Vermittlung seines guten Freundes, SHFV-Ehrenpräsident Hans-Ludwig Meyer. Seeler hat im Neubau ein eigenes Zimmer mit herrlichem Seeblick. Zuletzt war er dort vor einem Jahr zu Gast, als die aktuellen Umbaupläne vorgestellt wurden.