28. März 2020 / 18:18 Uhr

Kommentar zum Aus von Bernd Hoffmann beim HSV: Der große Gewinner heißt Kühne

Kommentar zum Aus von Bernd Hoffmann beim HSV: Der große Gewinner heißt Kühne

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Für SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt ist HSV-Investor Klaus-Michael Kühne 
 der Gewinner der Trennung von Bernd Hoffmann.
Für SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt ist HSV-Investor Klaus-Michael Kühne  der Gewinner der Trennung von Bernd Hoffmann. © imago images/Sven Simon/Oliver Ruhnke
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Nach der Trennung von Vorstandsboss Bernd Hoffmann ist die neue Führung des HSV nur auf den ersten Blick der Sieger des Machtgerangels. Größter Gewinner könnte am Ende Investor Klaus-Michael Kühne sein, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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Nur der HSV! Drei Worte, die eigentlich Identität stiften und die Sympathien für diesen Klub zum Ausdruck bringen sollen, bekommen in diesen Tagen zum wiederholten Male eine zweckentfremdende Bedeutung. Am Samstagnachmittag trennte sich der Zweitliga-Dritte nach schon länger brodelndem Kompetenzgerangel in der Führungsetage von Vorstandsboss Bernd Hoffmann. Für sich genommen kein außergewöhnlicher Vorgang - gerade in Hamburg, wo Verantwortungsträger dann doch recht regelmäßig ausgetauscht werden.

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Dies in der momentanen Situation zu tun, ist allerdings speziell. Die Welt kämpft gegen die Corona-Pandemie, und auch der deutsche Profi-Fußball mit den in ihren Ausmaßen noch nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen. Solidarität und Zusammenhalt sind vereinsübergreifend die Tugenden die Stunde. Beim HSV allerdings nicht. Hier schafft man sich eine Krise in der Krise und rangelt um Machtpositionen, die wohl auch nach dem gemeinsamen Durchstehen der schwierigen Zeiten noch zu klären gewesen wären. Eigentlich.

Musste HSV-Boss Hoffmann für frische Kühne-Millionen gehen?

Oder ist Hoffmann nach dem Streit mit seinen Vorstandskollegen Jonas Boldt (Sport) und Frank Wettstein (Finanzen), die den Klub nun als Duo weiterführen, am Ende ein Bauernopfer, das aufgrund finanzieller Schwierigkeiten dringend benötigt wurde? Denn: Der bisherige Vorstandsboss hatte es sich mit Investor Klaus-Michael Kühne, der über 20 Prozent Anteile an der Fußball AG besitzt, verscherzt. Er wollte dessen Einfluss reduzieren, Kühne sich daraufhin künftig nicht weiter engagieren.

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Nach Hoffmanns Aus dürfte sich der Milliardär wieder verhandlungsbereiter zeigen und könnte erneut Millionen in den Klub schießen. Zumal mit Ex-Nationalspieler Marcell Jansen nun ein Mann an der Spitze des Aufsichtsrates steht, dem gute Verbindungen zu Kühne nachgesagt werden.

Finanzielle Hilfe dürfte der HSV in Zeiten von Corona ganz besonders benötigen

Und: Finanzielle Hilfe kann und konnte der HSV immer gebrauchen - ob vor, während und wahrscheinlich ganz besonders nach der Corona-Krise. Folglich sind nicht Boldt, Wettstein oder der Hoffmann gegenüber ebenfalls kritisch eingestellte Jansen die Gewinner des Führungsstreits. Der Gewinner heißt Kühne, der sich in angespannter wirtschaftlicher Lage mit frischem Geld neue Macht erkaufen kann.