25. Februar 2021 / 17:35 Uhr

Hüft-OP unvermeidlich: Krähen-Torwart Philipp Houck fällt monatelang aus 

Hüft-OP unvermeidlich: Krähen-Torwart Philipp Houck fällt monatelang aus 

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Torwart Philipp Houck wird seinem Verein TSV Krähenwinkel/Kaltenweide lange fehlen.
Torwart Philipp Houck wird seinem Verein TSV Krähenwinkel/Kaltenweide lange fehlen. © Debbie Jayne Kinsey
Anzeige

Eine knöcherne Blockade der Hüftbeweglichkeit macht Philipp Houck schon seit einem Dreivierteljahr zu schaffen. Im April wird der Torhüter des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide operiert. Dem Landesligisten wird er damit voraussichtlich bis Herbst fehlen.

Anzeige

An drei Tagen in der Woche schlüpft Philipp Houck in den Jogginganzug und verlässt seine Wohnung in der Südstadt, um ein paar Runden an der frischen Luft zu drehen. Es ist Winter, der 23-Jährige könnte es sich in der fußballfreien Zeit auch zu Hause auf dem Sofa gemütlich machen. Vielleicht wäre das für ihn sogar ratsam, anstatt, wie zu Beginn des Monats, auf verschneiten und vereisten Laufwegen zu versuchen, die Balance zu halten. Doch Houck will trotz seiner anhaltenden Hüftprobleme so gut es geht fit bleiben, obwohl er sich eigentlich schonen müsste. Wenn er mit dem Joggen fertig ist, plagen ihn seitlich unterhalb der Taille oft Schmerzen.

Anzeige

„Laufen funktioniert noch, mal mehr und mal weniger“, sagt Houck und klingt dabei wie jemand, der sich damit abgefunden hat, dass man als Torhüter eines Fußball-Landesligisten eben auch einmal die Zähne zusammenbeißen muss, wenn es im Körper irgendwo ziemlich stark zwickt. „Ich war nie einer, der beim kleinsten Zipperlein sofort zum Arzt gerannt ist.“

Mehr zum Amateurfußball in der Region Hannover

Vor dem Lockdown stand Houck noch im Tor

Deshalb stand Houck beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide vor dem zweiten Corona-Lockdown auch zwischen den Pfosten, als André Pigors, der in den ersten vier Saisonspielen noch den Vorzug erhalten hatte, verreist war. „Ich hatte nicht das Gefühl, Philipp draußen lassen zu müssen“, sagt TSV-Coach Pascal Preuß. Houck spielte bei seinen zwei Einsätzen durch, verhalf der Mannschaft zu einem 1:0 gegen den TSV Wetschen und einem 3:2 gegen den STK Eilvese.



Weil er sich aufgrund einer knöchernen Blockade der Hüftbeweglichkeit „zu der Zeit viel in Physiotherapie“ begeben habe, sei es für ihn in beiden Partien relativ gut gelaufen, blickt der Industriekaufmann zurück. „Auch wenn der Bewegungsradius bei mir nicht so ist, wie er sein sollte.“ Mit seiner Leistung trug Houck dennoch zu zwei Siegen bei, mit denen die Krähen nach sechs Partien ihren besten Saisonstart seit der Rückkehr in die höchste Spielklasse des Bezirks vor sechs Jahren hingelegt haben. Vor allem die Fangsicherheit bei hohen Bällen ist eine Stärke, die Preuß an dem Schlussmann schätzt. „Wenn Philipp ,Torwart’ ruft, dann fischt er sich in neun von zehn Fällen auch den Ball. Das ist eine sehr ordentliche Quote“, sagt der Coach.

An der OP führt kein Weg vorbei

Und trotzdem: Inzwischen hat Houck mit mehreren Ärzten über seine Beschwerden, die ihm seit etwa einem Dreivierteljahr zu schaffen machen, gesprochen und sich entschieden, nun dagegen anzugehen. „Die Orthopäden sind einer Meinung: Bei einem in meinem Alter sollte operiert werden, daran führt kein Weg vorbei.“ Nach einem gebrochenem Oberarmkopf und Fingerverletzungen wird er seine Laufbahn als Torwart erneut unterbrechen.

Die Bilder der Saison 2020/21 in Hannovers Amateurfußball

Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Zur Galerie
Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Vier bis sechs Monate Pause

„Einige gehen von sechs Monaten ohne Kontaktsport aus, andere sagen, dass man das auch in vier Monaten wieder hinkriegen könnte“, erzählt der über Arminia Hannover, den SV Bavenstedt und Heeßeler SV im Sommer 2019 an den Waldsee gewechselte Schlussmann. Für Anfang April ist die Operation der akut schmerzenden linken Seite geplant, später soll auch der rechte Hüftknochenanbau geschliffen werden.

Die Nachricht vom Ausfall Houcks hat Preuß nicht gern gehört, gleichwohl geht er davon aus, mit Sascha Quast die Position hinter Pigors gleich wieder besetzen zu können. In der noch andauernden Corona-Pause hatte der im Vorjahr aus Havelse gekommene 22-Jährige die Gelegenheit, sein lädiertes Knie zu pflegen, das beim ersten Comebackversuch nach einem Kreuzbandriss wieder angeschwollen war.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!