08. August 2020 / 13:39 Uhr

Hülkenberg brilliert im Training, Vettel fährt nur hinterher - Neuer Protest gegen Racing Point?

Hülkenberg brilliert im Training, Vettel fährt nur hinterher - Neuer Protest gegen Racing Point?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Während Nico Hülkenberg bei Racing Point brilliert, fährt Sebastian Vettel nur hinterher.
Während Nico Hülkenberg bei Racing Point brilliert, fährt Sebastian Vettel nur hinterher. © Pool AP
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Im zweiten Teil seines Formel-1-Comebacks als Ersatzfahrer für den mit dem Coronavirus infizierten Sergio Perez zeigt Nico Hülkenberg, was in ihm steckt. Der Deutsche fährt im dritten Training die viertbeste Zeit - und ist damit deutlich schneller als Sebastian Vettel.

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Es ist wie immer in dieser Saison - erst hinter den beiden Mercedes-Piloten geht es spannend zu: Lewis Hamilton hat das Abschlusstraining zum zweiten Formel-1-Rennen in Silverstone bestimmt. Der sechsmalige Weltmeister verwies mit seiner schnellsten Runde in 1:26,621 Minuten seinen Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,163 Sekunden) auf den zweiten Platz. Dritter auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in England wurde vor der Qualifikation am Samstagnachmittag McLaren-Fahrer Lando Norris. Direkt dahinter landete Nico Hülkenberg bei seinem zweiten Aufhilfseinsatz für Racing Point. Sebastian Vettel (+1,190 Sekunden) kam nach einem Motorenschaden an seinem Ferrari tags zuvor erneut nur abgeschlagen als 13. ins Ziel.

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In der WM-Wertung liegt Hamilton (88 Punkte) vor Bottas (58). Die Formel 1 erinnert an diesem Wochenende an ihren ersten Grand Prix in Silverstone vor 70 Jahren.

Hülkenberg-Team droht neuer Ärger

Für Hülkenberg läuft damit in der zweiten Woche als Ersatzfahrer für den am Coronavirus erkrankten Racing-Point-Stammpiloten Sergio Perez alles nach Plan. In der ersten Trainingseinheit am Freitag belegte der Emmericher ebenfalls Rang vier, im zweiten Training Platz sechs. Hinter den Kulissen geht es bei Hülkenbergs Team allerdings heiß her. Insgesamt vier Formel-1-Rivalen prüfen nach der Bestrafung von Racing Point wegen angeblich illegaler Kopien von Bauteilen eine Beschwerde. Ferrari, McLaren, Renault und Williams haben eine entsprechende Absicht erklärt, gegen die Entscheidung der Rennkommissare vorzugehen. Dies wurde am Samstag vor dem letzten Training zum Grand Prix in Silverstone bekanntgegeben.

Racing Point selbst möchte sich eine Strafmilderung offen halten. Die Streitparteien haben 96 Stunden Zeit, eine mögliche Beschwerde zu belegen und offiziell einzureichen. Die Sportkommissare des Motorsport-Weltverbandes FIA hatten zuvor Racing Point, das Team von Aushilfspilot Nico Hülkenberg, zu einem Abzug von insgesamt 15 WM-Punkten und 400 000 Euro Geldbuße verurteilt. Renault hatte Protest gegen die Bremsbelüftungen der Racing-Point-Autos eingelegt, weil sie angeblich illegal vom Mercedes der Saison 2019 kopiert wurden. Racing Point bezieht Motoren und weitere Komponenten von den Silberpfeilen.

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Streit unter den Teamchefs wegen Racing Point

Die Stewards erkannten nun bei den hinteren Bremsschächten einen Regelbruch. Der Designprozess dieser Bauteile sei nicht rechtmäßig, weil bestimmte Komponenten von den Teams selbst ohne Hilfe eines Konkurrenten konstruiert werden müssen. Racing Point betonte stets, vom 2019er Mercedes nur inspiriert worden zu sein. Dennoch darf das Team die Bremsschächte weiter einsetzen. „"Das ist wie bei einem Eisberg, im Moment handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs", meinte Vettels Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. „Es geht um das ganze Konzept des Kopierens. Dürfen wir oder dürfen wir nicht ein ganzes Konzept kopieren“, stellte Binotto eine maßgebliche Frage in den Raum.

Nein, das sollen die Formel-1-Teams nach dem Willen der FIA nicht. Auch wenn der aktuelle Wagen von Racing Point wegen seiner Ähnlichkeit - und Lackierung - im Fahrerlager schon mal spitz als „rosaroter Mercedes“ bezeichnet wird. „Wir wollen nächstes Jahr nicht acht oder zehn Mercedes im Starterfeld haben“, befand der Technikchef des Motorsport-Weltverbandes, Nikolas Tombazis. Das Abschauen und Kopieren sei zwar schon lange Teil der Formel1, „wir glauben aber, dass es Racing Point zu weit getrieben hat.“ Daher wollen die Regelhüter als Reaktion die Sportregularien 2021 anpassen, damit künftig Kopien nicht zur Norm werden.