13. Oktober 2020 / 17:47 Uhr

"Eisen kurz heiß": Hülkenberg wäre am Nürburgring fast Red Bull gefahren – 2021 "noch nicht unter der Haube"

"Eisen kurz heiß": Hülkenberg wäre am Nürburgring fast Red Bull gefahren – 2021 "noch nicht unter der Haube"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nico Hülkenberg startete am Nürburgring zum zweiten Mal in dieser Saison im Racing Point. Fast wäre er im Red Bull von Alex Albon (kl. Foto) gelandet.
Nico Hülkenberg startete am Nürburgring zum zweiten Mal in dieser Saison im Racing Point. Fast wäre er im Red Bull von Alex Albon (kl. Foto) gelandet. © Getty
Anzeige

Schon zum dritten Mal startete Nico Hülkenberg am Nürburgring in der diesjährigen Formel 1 - obwohl er derzeit gar kein Cockpit hat. Vor seinem Blitz-Comeback im Racing Point hatte der Deutsche auch eine Anfrage von Red Bull vorliegen. Seine Chancen auf eine Rückkehr im kommenden Jahr ordnet er indes realistisch ein.

Anzeige

Nico Hülkenberg ist zurzeit so etwas wie der Feuerwehrmann der Formel 1. Am Nürburgring startete der blitzartig rekrutierte Deutsche bereits zum dritten Mal in dieser Saison als Vertretungsfahrer für Racing Point - und fuhr zum zweiten Mal in die Punkte. Nachdem er in Silverstone zwei Mal für den positiv auf das Coronavirus getesteten Sergio Perez eingesprungen war, ersetzte der 33-Jährige in der Eifel den erkrankten Lance Stroll. Vom letzten Platz im Qualifying ging es bis auf den achten Platz für den früheren Renault-Fahrer, der am Nürburgring beinahe nicht im Racing Point, sondern in einem Red Bull gefahren wäre.

Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko hatte sich bei "Hulk" gemeldet - weil der Corona-Test von Alexander Albon nicht eindeutig war. "Freitagmorgen wurde es hektisch. Das Eisen war kurz heiß, aber dann auch ziemlich schnell wieder kalt", sagte Hülkenberg gegenüber der auto, motor und sport. "Ich war deswegen aber nicht vorgewarnt. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es Lance Stroll schlecht geht. Das kam dann schon komplett aus heiterem Himmel." Später meldete sich dann Racing Points Teamchef Otmar Szafnauer. "*Wir sitzen gerade beim Kaffee, da klingelt das Telefon. Vorher hatte ich schon eine Whatsapp von Otmar bekommen, der wissen wollte, wo ich bin und ob ich meinen Helm dabei habe"*, sagte Hülkenberg. "Ich dachte, was textet der denn da? Dann rief er an und sagte, ich müsste so schnell wie möglich kommen. Zuerst habe ich an einen Scherz geglaubt. Das kann ja nicht sein, dass das schon wieder passiert."

Mehr vom SPORTBUZZER

Er sei künftig an jedem Wochenende "bereit und auch vertraglich frei", betonte der gebürtige Emmericher, der seine Chancen auf ein neuerliches Blitz-Comeback aber realistisch einordnet. "So was wie den Nürburgring kannst du nicht planen. Ich meine, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass dich ein und dasselbe Team im Jahr zwei Mal braucht? Wo der Sitz schon vorhanden ist, wo dein Physio sowieso in dem Team arbeitet", betonte er. "Wäre das in irgendeinem anderen Team passiert, wäre es gar nicht möglich gewesen, weil die keinen Sitz für mich haben. Ohne Sitz hätte ich nicht fahren können." Bei einem anderen Team als Racing Point hätte es eine längere Vorlaufzeit gebraucht. Grundsätzlich sehe er es aber "als Kompliment", derzeit so gefragt zu sein.

Comeback 2021? "Vielleicht hat die F1 genug Qualitätsfahrer"

Mit Blick auf eine mögliche dauerhafte Formel-1-Rückkehr bleibt Hülkenberg zwar hoffnungsvoll, aber nicht ohne Skepsis. "Ich bin noch nicht unter der Haube. Vielleicht hat die Formel 1 genug Qualitätsfahrer und braucht mich nicht mehr", sagte der 179-fache Grand-Prix-Pilot, der zwischen 2010 und 2019 als Stammfahrer bei den Teams Williams, Force India, Sauber und Renault unter Vertrag stand und nach der vergangenen Saison bei Renault keinen neuen Vertrag erhalten hatte. Er sei allerdings "schon noch dran", sehe jedoch auch "ein Überangebot an Fahrern" - insbesondere an solchen, die finanzstarke Sponsoren hinter sich wissen.