26. März 2021 / 15:12 Uhr

Human Rights Watch und Co. loben T-Shirt-Aktion der DFB-Elf: "Wichtiges Zeichen" für Menschenrechte

Human Rights Watch und Co. loben T-Shirt-Aktion der DFB-Elf: "Wichtiges Zeichen" für Menschenrechte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Aktion der deutschen Nationalmannschaft ist aus Sicht von Menschenrechtsorganisationen ein erster wichtiger Schritt.
Die Aktion der deutschen Nationalmannschaft ist aus Sicht von Menschenrechtsorganisationen ein erster wichtiger Schritt. © imago images/ActionPictures
Anzeige

Mit ihrer T-Shirt-Aktion wollte die deutsche Nationalmannschaft den Fokus auf den Kampf gegen Rassismus richten. Aus Sicht von Human Rights Watch und anderer Organisationen ist dies gelungen - doch sie allein reiche nicht aus.

Anzeige

Nach Ansicht verschiedener Organisationen ist die Aktion der DFB-Elf für Menschenrechte ein starkes Symbol. "Diese Aktion in der Nationalmanschaft setzt ein wichtiges Zeichen für die Lage in Katar und erhöht den Druck auf die Regierung", sagte Sprecher Wolfgang Büttner von Human Rights Watch am Freitag. Der Deutsche Fußball-Bund müsse nach Ansicht der Organisation weiter Druck ausüben, damit es vor der Weltmeisterschaft 2022 in Katar zu Verbesserungen der Arbeiterrechte kommt, ergänzte Büttner.

Anzeige

"Eine solche Aktion geht in die richtige Richtung, aber unserer Meinung nicht weit genug", sagte Sig Zelt von "Pro Fans". Die Nationalspieler hatten sich zum Mannschaftsfoto vor dem 3:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Island mit schwarzen Shirts und der Aufschrift "Human Rights" (Menschenrechte) präsentiert.

Im Gegensatz zu Human Rights Watch, die einen Boykott ablehnen, spricht sich "Pro Fans" für eine Nicht-Teilnahme aus. Es sei wünschenswert, wenn einige starke Nationalmannschaften nicht an der WM teilnehmen, um den sportlichen Wert herabzusetzen, sagte Zelt.

Auftaktsieg, Kroos-Debatte, T-Shirt-Aktion: So lief das erste Spiel der DFB-Elf in 2021

Der WM-Gastgeber Katar steht international wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Laut dem britischen Guardian sind in Katar seit 2010 mehr als 6500 Arbeiter vor allem aus südostasiatischen Ländern gestorben. Während die Menschenrechtsorganisation Amnesty International von einer "hohen Zahl" an gestorbenen Arbeitern spricht, liegt die Sterberate nach Ansicht von Katars Regierung in einem zu erwartenden Bereich.

Spiegel-Umfrage: 86 Prozent gegen Katar-WM

In einer vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage hatte sich am Donnerstag eine deutliche Mehrheit gegen die Austragung der Fußball-WM 2022 in Katar und für einen Endrunden-Boykott des Deutschen Fußball-Bundes ausgesprochen.