05. Juni 2018 / 21:07 Uhr

Hummels versteht WM-Aus für Sané - Kritik an Jung-Profis

Hummels versteht WM-Aus für Sané - Kritik an Jung-Profis

Luis Reiß
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mats Hummels nahm beim Media Day Stellung zur Nicht-Nominierung von Leroy Sané.
Mats Hummels nahm beim Media Day Stellung zur Nicht-Nominierung von Leroy Sané. © imago/Nordphoto
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Deutschland diskutiert über Leroy Sané: War es richtig von Bundestrainer Jogi Löw, ihn nicht für den WM-Kader zu nominieren? Abwehrchef Mats Hummels versteht die Aufregung nicht – Sané habe eben nicht das Standing eines Müller oder Özil.

Nationalspieler Mats Hummels hat wenig überrascht auf den Rauswurf von Shootingstar Leroy Sané aus dem deutschen WM-Kader reagiert. Hummels sagte beim Medientag der Nationalmannschaft in Eppan (Südtirol): „Er hat hier nicht das Standing eines Thomas Müller oder Mesut Özil. Ich kann das mit meiner persönlichen Geschichte vergleichen: Es dauert eben manchmal, bis man sich in der Nationalmannschaft das gleiche Standing erarbeitet hat wie im Verein. Ich bin mir sicher, das wird bei ihm noch kommen. Aber wir haben viele super Alternativen. Da muss man ehrlich sagen, dass die vielleicht im DFB-Trikot bislang häufiger sehr gute Leistungen abgerufen haben.“

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Bundestrainer Jogi Löw hatte Flügelstürmer Sané nach einer überragenden Saison bei Manchester City (10 Tore und 15 Vorlagen in der Liga) am Montag aus seinem vorläufigen Aufgebot für die WM in Russland gestrichen – ebenso wie Torwart Bernd Leno, Verteidiger Jonathan Tah (beide Leverkusen) und Stürmer Nils Petersen (Freiburg).

Internationale Pressestimmen: Sané nicht im deutschen WM-Kader

Leroy Sané ist nicht bei der WM dabei. Die internationale Presse wundert sich, genau wie die deutsche. Zur Galerie
Leroy Sané ist nicht bei der WM dabei. Die internationale Presse wundert sich, genau wie die deutsche. ©

"Man muss seinen Platz erst erkämpfen"

Am Beispiel Sané zeigt sich für Hummels, wie schwer der Weg bis zum Leistungsträger in der Nationalelf ist. Auf die Frage, ob die jungen Spieler heute generell nicht mehr den unbedingten Durchsetzungswillen hätten, meinte Bayern-Verteidiger Hummels grundsätzlich: „Es ist schon auffällig, dass öfter ein 18-Jähriger nicht versteht, warum er das Tor oder die Bälle tragen soll. Es ist gerechtfertigt, das zu hinterfragen. Aber es gehört auch dazu, zu wissen, dass man sich seinen Platz erst erkämpfen muss.“

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Mit seinen Erfahrungen als junger Profi-Fußballer sei das Verhalten heutiger Nachwuchsspieler nicht mehr zu vergleichen. Hummels: „Ich habe in den ersten Wochen kein Wort gesprochen in der Bayern-Kabine. Ich habe mich nicht getraut, irgendwen anzusprechen. Jetzt geht’s schon schneller, dass sich einer nach einer Woche gefühlt schon verhält, als wäre er drei Jahre bei der Mannschaft.“

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Früher gab es klarere Hierarchien

Zudem sei die Hierarchie in den Teams noch viel deutlicher gewesen. „Als ich mit 17 zu den Profis hochgekommen bin, wurde ich von den Kontrahenten teilweise schon krass angegangen. Da kam jedes Mal die Blutgrätsche auf Kniehöhe“, so Hummels. Bewerten wollte er den neuen Umgang in den Profi-Kabinen nicht: „Ist das gut oder schlecht? Ich weiß es nicht.“

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