31. März 2019 / 15:53 Uhr

Hunderte Sportler beim Städtelauf zwischen Wurzen und Grimma

Hunderte Sportler beim Städtelauf zwischen Wurzen und Grimma

Haig Latchinian
Leipziger Volkszeitung
Der 15. Städtelauf geht über die Distanz von 21 Kilometern auf dem Muldentalbahnradweg von Wurzen nach Grimma.
Der 15. Städtelauf geht über die Distanz von 21 Kilometern auf dem Muldentalbahnradweg von Wurzen nach Grimma. © Frank Schmidt
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Zahlreiche Sportler, Helfer und Fans feiern am Sonntag zwischen Wurzen und Grimma die 15. Auflage des Halbmarathons, der beide Städte verbindet.

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Wenigstens der achtjährige „Leibwächter“ Levi ist vernünftig. Artig wartet er am Kilometer zwei mit dem Rad. Von da ab will er seine wetteifernden Eltern bis ins Ziel nach Grimma begleiten: Papi Thomas und Mutti Liane Grätsch. Die Vorjahressiegerin in der Altersklasse 30 ist im siebten Monat schwanger, rennt nicht „nur“, sondern schiebt auch noch den Kinderwagen, in dem Töchterchen Luise und Hund Emil sitzen.

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Die Bilder vom Städtelauf Wurzen – Grimma 2019 Zur Galerie
Die Bilder vom Städtelauf Wurzen – Grimma 2019 © Frank Schmidt
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So wie Levi sind beim Muldentaler Städtelauf über gut 21 Kilometer viele Helfer auf den Beinen, ohne selbst mit zu rennen. Auf dem Laufenden ist in Wurzen etwa Bettina Kretzschmar. Die Kulturverantwortliche der Stadt sorgt minütlich für Nachschub an Klopapierrollen. Vor den Toiletten im Alten Rathaus warten hunderte Sportler und haben kurz vorm Start alle ein dringendes Bedürfnis.

Vordere Läufer sind schneller als die Polizei erlaubt

Der Grethener Rentner Matthias Constantin ist ganz früh aufgestanden, um das Führungsfahrzeug zu steuern. Auf dem engen Radweg muss er sich voll konzentrieren: „Die vorderen Läufer sind in der Spitze mit fast 30 Sachen unterwegs.“ Und damit beinahe schneller als die Polizei erlaubt. Beamter Ulf Moser sperrt die Bundesstraße und sichert sämtliche Querungen. Mario Brauner und seine Kollegen von Regionalbus Leipzig können aufatmen. In zehn Bussen haben sie sämtliche Sportler pünktlich zum Start chauffiert.

Am Kilometer 4, unweit des Landgasthofs Dehnitz, halten Wirtin Kathrin Lehne, Pauline Baumbach, Beate Marks, Tina Eisold, Liseth und Pauline Lehne 500 Becher mit kühlem Nass bereit. Das Wasser können sie den Läufern nur reichen, indem sie ein paar Meter mitrennen – freilich ohne zu schwabbern. „Humba, Humba, Tätärä“ heißt es auf Höhe Oelschütz. Die Burkartshainer Funkengarde unter Leitung von Manja Mundry grüßt mit flotter Mucke und roten Puscheln. Dazu gibt es Bananen und Äpfel von Peter Poppe und seinem TSV Burkartshain. Der alte Sportlehrer Hannes Nicol sitzt auf der Ladefläche und heizt dem Publikum ein.

Genauo wie sein Sprecherkollege Bernd Fichtner in Neichen. Grillmeister Andreas Kober, im wahren Leben Drei-Sterne-Hauptlöschmeister bei der Feuerwehr, wendet Roster und Steaks. Nur ein paar Kilometer stromaufwärts fahren die Nerchauer Turnerfrauen um die bald 80-jährige Alterspräsidentin Sigrid Güttner neben Getränken auch Brezeln auf. Die DRK-Sanitäter Thomas Zschau, Michael Reibestein und Joshua Petzold halten sich bereit für den Fall des Falles. Kapellenleiter Heinz Güttich lässt die Schalmeien der Kösserner Wehr erschallen.

Städtelauf Wurzen – Grimma 2019

Sieger Marc Werner nach einer Stunde und zwölf Minuten im Ziel

Nach einer Stunde, zwölf Minuten und 30 Sekunden erreicht Marc Werner als Sieger das Ziel. Etwa zehn Minuten dahinter – Sandra Boitz, die schnellste Frau. Cheforganisator Uwe Rosenberg freut sich in Grimma über 806 Läufer und noch einmal so viele Fans und Helfer an der Strecke: „Ohne unsere vielen Unterstützer wären wir ein Nichts.“

Neichener befreien Strecke von Müll

Auch die Politik wirft sich ins Zeug: Während Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) wie immer den Startschuss abfeuert, übernehmen Landrat Henry Graichen (CDU) sowie die Stadtoberen Matthias Berger (Grimma) und Stefan Müller (Trebsen) die Siegerehrung. Müller: „Die heimlichen Gewinner sind für mich die 20 Neichener, die beim Subbotnik vorige Woche die Strecke von Müll befreit haben. Riesenkompliment!“

Der Mythos Städtelauf lebt: Zu danken ist dies Müttern wie Gabriele Meyer aus Ammelshain, die ihre Münchener Tochter Astrid nach siebenstündiger Zugfahrt mit Obst-Smoothie beköstigte und zum Start chauffierte: „Das war ich Astrid einfach schuldig. Viermal war sie schwanger – viermal konnte sie nicht mitlaufen. Jetzt wollte sie unbedingt dabei sein, obwohl sie am Knie verletzt und erkältet ist.“ Babybauch? Für die Moderatoren Matthias Vogel und Roman Knoblauch mit Tochter Marie ein Grund, aber kein Hindernis: „Liane Grätsch ist in der 25. Woche schwanger und trotzdem dabei. Sie musste Teilnahmegebühr für anderthalb Starter zahlen. Nee, war nur ein Scherz.“

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