07. November 2019 / 15:49 Uhr

Hyrox-Start in Leipzig: Crossfit-Wettbewerb mit über 1000 Teilnehmern

Hyrox-Start in Leipzig: Crossfit-Wettbewerb mit über 1000 Teilnehmern

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Die Teilnehmer für das anstehende Hyroxevent in Leipzig bekommen den letzten Leistungsschliff vor dem Wettkampf. Auf dem Bild: Stefan Holtz beim Training.
Die Teilnehmer für das anstehende Hyroxevent in Leipzig bekommen den letzten Leistungsschliff vor dem Wettkampf. Auf dem Bild: Stefan Holtz beim Training. © Dirk Knofe
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Acht Crossfit-Übungen hintereinander weg, dazwischen jeweils ein kurzer Lauf durch das Fitnessstudio. Wer bei der Hyrox mitmacht, muss nicht nur einen guten Bizeps haben.

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Leipzig. Schweiß tropft Stefan Holtz von der Stirn. Die Anstrengung ist ihm deutlich anzusehen. Zum bestimmt fünfzigsten Mal wuchtet er den neun Kilogramm schweren Medizinball in die Luft und fängt in wieder auf. Bei jeder Wiederholung muss der ehemalige Weltmeister im Zweier-Canadier tief in die Knie gehen – kein Muskel soll verschont bleiben. „Nur noch ein paar Sekunden. Gebt alles!“, ruft Trainer Marom Gold den Teilnehmern des Hyrox-Trainings zu. Schluss ist danach aber noch lange nicht, denn in den Räumlichkeiten des FT-Clubs simuliert der Coach die Wettkampfbedingungen der Hyrox.

Acht Crossfit-Übungen hintereinander weg, dazwischen jeweils ein kurzer Lauf durch das Fitnessstudio. Wer bei der Hyrox mitmacht, muss nicht nur einen guten Bizeps haben. Denn beim Wettkampf am Sonnabend (ab 9.20 Uhr) auf der Neuen Messe müssen Golds Schützlinge von Strecksprüngen über Schlitten-Schieben und -Ziehen bis zum Ski- und Ruder-Ergometer alles können. Zwischen den Challenges jeweils ein Kilometer Laufen – quasi zur Entspannung der Muskeln.

Hyrox startet in Leipzig: Crossfit-Wettbewerb mit über 1000 Teilnehmern

„Vielleicht sogar einen Iron-Man“

„Beim Schlitten kann ich mit meiner Körpergröße und meinem Gewicht punkten“, weiß der ehemalige Leipziger Rennkanute Holtz. Auch um die Ski- und die Ruder-Stationen macht er sich keine Sorgen. Doch die Burpees, also eine Abwandlung von Strecksprüngen mit integriertem Liegestütz, könnten ihm wichtige Zeit kosten. „Da setze ich auf dich“, meint Holtz zu Team-Partner Federico Lentini, der mit dem 38-Jährigen im Double antreten wird.

Für Lentini ist es bereits der dritte Hyrox-Wettkampf. Bei der Weltmeisterschaft in Oberhausen gewann er sogar den Titel im Mixed-Double und ergänzt nun „Holtzi“ durch seine schmalere Statur und andere Stärken, denn alle Übungen dürfen aufgeteilt werden – nur Laufen müssen beide. Darin hat Holtz übrigens noch große Ambitionen. Einen Marathon, „vielleicht sogar irgendwann einen Iron-Man“, hat er sich vorgenommen.

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„Jetzt muss ich da halt selber durch“

Technisch sind die beiden fit, kennen die Übungen und wissen, wie sie ihren Körper am besten einsetzen können. Das Training bei Gold hilft dennoch enorm, denn hier stehen alle Geräte zur Verfügung und der lizenzierte Hyrox-Coach macht mit allen Teilnehmern ein Warm-Up inklusive wichtiger Dehnübungen. Selbst am Wettkampf teilnehmen kann Gold aktuell jedoch nicht, auch wenn er sehr gerne würde. Er hatte sich beim Leipzig Marathon im April verletzt. Diagnose: zweifacher Bandscheibenvorfall. Den Halbmarathon war er trotzdem mit persönlicher Bestzeit zu Ende gelaufen. „Ich habe die Schmerzen beim Laufen sofort gemerkt – bin richtig zusammengesackt. Ich habe versucht, es zu ignorieren“, berichtet Gold.

Dass die Bandscheiben betroffen sein könnten, hatten seine Ärzte zunächst nicht erkannt. Erst nach zwei langen Wochen und starker Schmerzen wurde der Athlet operiert. „Die Ärzte meinten, dass ich meinen Job aufgeben muss, dass ich nie wieder so intensiv Sport machen könnte“, sagt Gold. Er wollte das nicht wahrhaben und begann schon in der Reha mit zusätzlichen Übungen. „Was sollte schon schiefgehen – es waren ja immer Ärzte vor Ort“, scherzt er inzwischen darüber. Vieles habe sich seither gut entwickelt. Schwere Gewichte heben und größere Strecken laufen könne er aber noch nicht wieder. Ihm hilft, dass er schon viele Kunden durch einen solchen Prozess begleitet hat: „Jetzt muss ich da halt selber durch.“ Inzwischen trainiert Gold wieder mehrmals pro Woche und hat sich für das nächste Jahr fest vorgenommen, selber bei der Hyrox teilzunehmen und sich mit Holtz, Lentini und seinen anderen Schülern zu messen. Bis dahin will er sich „Stück für Stück aufbauen“ und kann, wenn er eine Übung einmal nicht vorführen kann, auf Kursbesucher wie den ehemaligen Kanu-Weltmeister zurückgreifen, die einen 225 Kilogramm schweren Schlitten durch das Studio schieben, als ob er auf Rollen wäre.

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